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Nüsse

Siedepunkt 218,5° C. In der Kälte wird es
nicht fest. — Das Metanitrotoluol erstarrt in
der Kälte, schmilzt dann wieder bei 16° C
und siedet bei 230,5° C. — Das Paranitro-
toluol bildet bei gewöhnlicher Temperatur
weiße glänzende Kristalle, die einen mehr an
Anis als an Bittermandelöl erinnernden Ge-
ruch besitzen. Sie schmelzen bei 54° und
sieden bei 237° C. — Außerdem hat man
Poch mehrere Binitrotoluole oder Di-
nitrotoluole und Trinitrotoluole. —
Zollfrei.

Nitrum (lat.), bedeutet Salpeter, N. cubi-
cum, Chilisalpeter, N. flammans salpeter-
saures Ammoniak, N. prismaticum gewöhn-
licher Salpeter, N. tabulatum geschmolzener
Salpeter in Plätzchenform. — Zollfrei.

Nörzfelle (Minks). Der Nörz oder Nerz,
die sog. Sumpfotter (Mustela lutreola),
Jst ein Raubtier gleich dem Marder, welchem
es in Größe und Lebensweise ähnelt. Es
lebt im nördlichen Europa, Asien und Amerika
und kommt auch in Norddeutschland ver-
einzelt vor. Die Handelsware stammt aus
Rußland und Nordamerika, und besonders
die amerikanische Ostküste, Neuengland und
Maine liefern die feinsten und dunkelsten
Felle. Das Tier hat ein glänzend kastanien-
braunes Oberhaar, welches nicht so lang als
beim Zobel wird, und darunter einen grau-
braunen Flaum. Es mißt in der Länge zirka
V2 m, der Schwanz 14 cm. Die amerikani-
schen N. besitzen nur an der Lippe weiße
Auszeichnung, während bei den russischen
und asiatischen fast immer auch Kehle und
Brust weiß sind. Nörz ist ein beliebtes Pelz-
werk, welches im allgemeinen zwischen Zobel
und Edelmarder rangiert. — Zoll: S. Tarif
Nr. 155. 563 ff.

Nopalin, ein schöner roter Farbstoff für
Seide und Wolle, besteht aus einer Mischung
von Binitronaphthol mit Bibromnitrofluores-
zein. — Zollfrei.

Nosophen (Jodophen), ein als Jodoform-
ersatz empfohlenes Antiseptikum, entsteht bei
der Behandlung von alkalischer Phenol-
phtalei'nlösung mit Jodjodkalium als ein gel-
bes geruch- und geschmackloses Pulver, wel-
ches in Wasser und Säuren unlöslich ist, von
Äther und Chloroform aber leicht aufgenom-
men wird. N. ist in chemischer Hinsicht
Tetrajodphenolphtale'in. — Zollfrei.

Novaspirin wird durch Einwirkung von
Phosphorpentachlorid auf Anhydromethylen-
zitronensäure und nachfolgende Veresterung
des Reaktionsproduktes mit Salizylsäure dar-
gestellt und ist demnach der Disalizylsäure-
ester der Anhydromethylenzitronensäure. Das
in Wasser gar nicht, in Alkohol und Äther
leicht lösliche weiße Pulver vom Schmelz-
punkt 151° wird anstatt des Aspirins ange-
wandt, dessen unangenehme Nebenwirkungen
ihm fehlen. — Zollfrei.

Novokai'n ist ein färb- und geruchloses
Kristallpulver, welches sich in Wasser und
Alkohol löst und für sich oder mit Suprarenin
als wenig giftiger Kokainersatz für lokale

Anästhesie benutzt wird. N. ist das salz-
saure Salz des Paraamidodiäthylaminoätha-
nols. — Zollfrei.

Nudeln (frz. Vermicelles, Nouilles, engl.
Vermicelli, Maccaroni) sind Erzeugnisse aus
getrocknetem, in mannigfach verschiedene
Formen gebrachtem Mehlteig, welche als
Handelsware in besonderen Fabriken herge-
stellt werden. Das Ursprungs- und Haupt-
erzeugungsland der N. ist Italien, wo sie,
hauptsächlich in Form der Makkaroni, ein
wichtiges Nahrungsmittel bilden, aber auch
stark nach anderen Ländern ausgeführt wer-
den. Große Nudelfabriken gibt es besonders
in Neapel und Genua, und zwar gelten die
Fabrikate des ersteren Ortes als die besten.
Die Primaware wird aus Mehl von hartem
Weizen aus Ländern am Schwarzen Meere,
die geringere aus gewöhnlichem Weizen-
mehl hergestellt. Der nur aus Mehl und
Wasser bereitete Teig wird auf Knetappa-
raten mit schweren Hebeln so lange bear-
beitet, bis er die gehörige Zähigkeit hat, und
dann durch Formen gepreßt, aus welchen er
in Gestalt von Röhren heraustritt. Die wei-
testen dieser Röhren heißen Makkaroni,
dünnere Kaliber Vermicelli oder Wurm-
nudeln. Durch Pressen aus Formen, deren
Boden einfache kleine runde Löcher hat,
erhält man die Fadennudeln. In Genua
werden auch gelbe, mit Safran gefärbte Mak-
karoni fabriziert, in Neapel nur weiße. Andere
Nudelformen werden aus dünn ausgewalzten
Teigblättern ausgeschnitten resp. mit Modeln
ausgestoßen. Hierhin gehören auch die in
breiteren oder schmäleren Streifen erschei-
nenden Bandnudeln und die in verschie-
denen Formen von Sternen, Kreuzen, Ringeln
usw. auftretenden Fassonnudeln. (Näheres
s. u. Teigwaren.) — Zoll: S. Tarif Nr. 200.

Nüsse (lat. Nuces, frz. Noix, engl. Nuts).
Unter dem Namen Nüsse ohne nähere Be-
zeichnung begreift man im Handel gewöhn-
lich nur die Walnüsse oder welschen
Nüsse und die Haselnüsse. — Der statt-
liche Walnußbaum (Juglans regia)
stammt aus Persien, wanderte schon im Alter-
tum nach dem Westen aus und wird gegen-
wärtig im südlichen und mittleren Europa
häufig angebaut. Die Römer nannten die
Nuß Juglans, Jupiters Eichel. In Deutschland
finden sich die Nußbäume in den nördlichen
Gegenden nur vereinzelt und bringen auch
nicht immer reife Früchte hervor, hingegen
sind sie angepflanzt im Süden und Südwesten,
in den Rheingegenden, in Franken, Mähren,
Tirol, der Schweiz, in vielen Departements
von Frankreich und Belgien ziemlich häufig.
Durch lange Kultur sind verschiedene Varie-
täten entstanden, so die Steinnuß, mit
dicker harter Schale, aus welcher der Kern
schwer herauszubringen ist, daher auch
Grübelnuß genannt, die Pferdenuß, von
mehr als doppelter Größe der gewöhnlichen,
mit weniger wohlschmeckendem Kern, die
leicht zerdrückbare dünnschalige Nuß, die
Johannisnuß, deren Träger erst um Jo-
hannis ausschlägt, und die Blutnuß, mit