﻿Nußbaumholz

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Oblaten

teilweise blutrotem Kern. — Außer der Ver-
wendung zum Rohessen und in der Konditorei
werden die N. auch zum Auspressen des
Öls (s. Nußöl), und die Preßrückstände als
Viehfutter benutzt. — Die unreifen, grünen,
noch weichen Walnüsse werden mit der
Außenschale mit Zucker und Gewürzen zu
einer angenehmen herbsüßen Konfitüre ein-
gelegt und dienen auch, mit Gewürzen und
Franzbranntwein angesetzt, zur Darstellung
eines wohlschmeckenden Likörs. Die grünen
Schalen der reifen Walnüsse, welche beim
Trocknen braun werden, benutzt man zum
Braunfärben und zu Holzbeizen. Die grünen
Schalen, die unreifen ganzen Früchte und
die Blätter finden Verwendung zu Abkochun-
gen und Extrakten. — Die in ganz Europa
wild wachsenden Haselnüsse, von Cory-
lus avellana, sowie die mehr im Süden
heimischen und bei uns gezogenen Lam-
berts-, d. h. langbärtigen N., von Cory-
lus tubulosa, bilden eine Lokalware. Die
Lambertsnuß wird in Italien und a. a. O.
kultiviert und wächst wild in der Krim. Aus
der neapolitanischen Provinz Terra di
Lavora, dem alten Campanien, stammt eine
besonders große Sorte, welche nach der Stadt
Avella: Avellanen heißen, und auch aus
der Türkei kommt eine besondere Art, Co-
rylus colurna, mit großen sehr harten und
fast kugelrunden Früchten. — Zoll: Nüsse
zum Genuß: 4 M. Nüsse kandierte: 70 M.
N., eingemachte s. Tarif Nr. 215/6. Nußlikör
s. Tarif Nr. 178/79.

Nußbaumholz (Walnußbaumholz, frz.
Bois de noyer, engl. Wood of nut-tree), das
Holz von Juglans regia (vgl. Nüsse), bildet
ein sehr beliebtes und wertvolles Nutzholz
für die Möbelfabrikation. Es ist dunkelbraun,
oft schwärzlich geadert und besitzt sehr cha-
rakteristische lange Poren, die jedoch nicht
so groß sind, wie die des Eichenholzes. Das
sehr feste und dauerhafte Holz nimmt eine
sehr schöne Politur an und wird zu Bild-
schnitzereien und Drechslerarbeiten, Gewehr-
schäften und Furnieren verwendet. Die Knor-
ren, Wurzelstöcke und Auswüchse sind wegen
ihrer schönen Maserung sehr gesucht. Man
unterscheidet im Handel italienisches,
schweizerisches, rheinisches und böh-
misches N. Das Holz junger Bäumchen
ist noch weiß, aber sehr zäh und biegsam und
wird daher zu Peitschenstielen verarbeitet.
Das nordamerikanische N. wird als Hi-
koryholz bezeichnet, jedoch kommt als
amerikanisches N. auch das Holz einer an-
deren Nußbaumart, Juglans nigra, zu uns,
welches im Bau dem europäischen ähnlich

Oblaten (frz. Oublies, Hosties, engl.Wafer)
sind dünne blattartige Scheiben, die aus einem
Weizenmehlteige in der Hitze zwischen eiser-
nen Platten oder in Formen gebacken werden.
Soweit sie in größerer Form den Konditoren

und von gleichmäßig brauner Farbe ist. —
Zoll: S. Tarif Nr. 74ff. 615ff.

Nußblätter (Walnußblätter, lat. Folia
juglandis, frz. Feuilles de noyer, engl. Walnut-
tree leaves), die Blätter von Juglans regia,
sind ganzrandige, eiförmige Blätter, riechen
aromatisch und schmecken bitterlich herb.
Als Bestandteile sind ätherisches Öl, Gerb-
stoff und Juglon anzuführen. Verwendet wer-
den die N. vielfach innerlich als blutreinigen-
des Mittel, äußerlich zu Bädern. — Zollfrei.

Nußöl, das fette Öl der Walnüsse, Wal-
nußöl (Welschnußöl, lat. Oleum juglan-
dum, frz. Huile de noix, engl. Nut-oil), ist
im frischen Zustande und kalt gepreßt fast
farblos und ohne Geruch, wird aber mit der
Zeit gelb. Es besitzt einen feinen angeneh-
men Geschmack, erstarrt erst bei —27° C
und hat ein spez. Gew. von 0,925 bei 15° C.
Das warm gepreßte Öl ist stark grünlich-
gelb gefärbt und hat einen scharfen Geruch
und Geschmack. Durch das kalte Pressen
erhält man 35—40, durch das warme bis
50°/o Öl. Das N. gehört zu den trocknenden
Ölen und trocknet besser als Leinöl. Man
verwendet es daher gern in der feinen Öl-
malerei. Das kalt gepreßte gibt ein gutes
Tafelöl. Walnußöl wird jetzt auch in Ost-
indien in großer Menge bereitet und Akrot-
ki-tel genannt. — Zoll: S. Tarif Nr. 166/7.

Nutrol, ein sog. „künstlich vefdautes
stärkemehlhaltiges Nahrungsmittel“, welches
von der Firma Klewe & Co. in Dresden für
Rekonvaleszenten in den Verkehr gebracht
wurde, enthält zirka 24,66% Wasser, 0,77%
Salzsäure, 0,37% Mineralstoffe, 0,31% Stick-
stoffsubstanz, 16,00% Dextrin, 17,29% Glu-
kose und 40,50% Maltose und stellt demnach
im wesentlichen einen Sirup von Dextrin,
Glukose und Maltose dar. Die Stickstoff-
substanz ist in Form von Pepsin oder einem
ähnlichen eiweißlösenden Fermente (nach An-
gabe des Erfinders: Bromelin aus der
Ananas) zugegen. Späterhin hat die Firma
das zum Preise von 3 M. für 490 g verkaufte
Mittel auf den Namen Nural umgetauft. —
Zoll: S. Tarif Nr. 389.

Nutrose, ein lösliches Protein-Nähr-
mittel der Farbwerke vorm. Meister, Lucius
und Brüning, wird durch Behandlung von
trockenem Kasein mit Ätznatron und Alkohol
dargestellt. Das weiße, geruch- und ge-
schmacklose Pulver ist nahezu reines wasser-
lösliches Kaseinnatrium und enthält nach
König 10,07% Wasser, 82,81% Stickstoff-
substanz (davon 78,67% löslich), 0,40% Fett,
3,04% stickstoffreie Extraktstoffe und 3,68%
Asche. — Zoll: S. Tarif Nr. 217.

als Unterlage zu Lebkuchen und anderem
Gebäck dienen, heißen sie Tafeloblaten.
Dagegen werden Kirchenoblaten oder
Hostien in figurierten Formen gebacken,
Brief- oder Siegeloblaten durch runde