﻿Ölkuchen

Olivin

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Mineralfarben in Öl oder Firnis abgerieben
vorrätig, welche auf Maschinen zusammen-
gerieben werden. Sie werden in hölzernen
Fäßchen verkauft, die nach oben enger zu-
laufen, haben die Konsistenz eines steifen
Breies und sind mit etwas Wasser bedeckt,
welches beim Gebrauch abgegossen wird. —
Zoll S. Tarif Nr. 335/6.

Ölkuchen sind Nebenprodukte bei der Ge-
winnung von Öl aus Ölfrüchten, welche für
die Landwirtschaft als Futtermittel außer-
ordentliche Bedeutung haben. Ihr Wert ist
abhängig von dem Gehalt an Nährstoffen (Ei-
weißsubstanzen, Kohlenhydraten und Fett),
von dem Gesamtgehalt an verdaulicher Sub-
stanz und von der Abwesenheit schädlich
wirkender Stoffe. Im Handel finden sich
besonders: Baumwollsamenkuchen, aus un-
geschälten und geschälten Samen, Buch-
eckernkuchen, Candlenutskuchen, Kokos-
kuchen, Erdnußkuchen, Hanfkuchen, Kürbis-
kernölkuchen, Leindotterkuchen, Leinkuchen,-
entöltes Leinmehl, Madiakuchen, Maiskeim-
ölkuchen, Mandelölkuchen, Mohnkuchen,
Olivenkernkuchen, Palmkernmehl entölt, Palm-
ölkuchen, Rapskuchen, Rapsmehl entölt, Se-
samkuchen, Sonnenblumenkuchen, Walnuß-
kuchen. Zur Kontrolle des garantierten Nähr-
stoffgehaltes empfiehlt es sich, jede Lieferung
untersuchen zu lassen. — Zollfrei.

Ölsäure (Oleinsäure, Elai'nsäure, lat.
Acidum olelnicum, frz. Acide olelnique, engl.
Oleic acid), eine in den meisten tierischen
und pflanzlichen Fetten und nichttrocknen-
den Ölen als Triglyzerid enthaltene organische
Säure, wird in großer Menge bei der Stearin-
kerzenfabrikation als Nebenprodukt erhalten
und in noch unreinem Zustande unter dem
unrichtigen Namen Olein oder Elaln für
die Zwecke der Seifenfabrikation und als Putz-
mittel für Metalle in den Handel gebracht.
Die vollständig gereinigte Ö. ist eine färb-
und geruchlose ölige Flüssigkeit, die bei
-{-4° zu einer weißen kristallinischen Masse
erstarrt und erst bei 14° wieder schmilzt.
In Wasser ist sie fast unlöslich, löst sich hin-
gegen in Alkohol und kristallisiert aus dieser
Lösung in langen Nadeln. Für sich ist die
Ö. nicht flüchtig, geht aber mit stark er-
hitzten Wasserdämpfen über. Die rohe Ö.
wird in Fässern versendet. — Zoll: 4 M.

Öltuch ist ein mit Ölfirnis oder Harz-
lösungen getränktes, wasserdichtes Leinen-
oder Baumwollengewebe, welches als Ver-
packungsmaterial verwendet wird. — Zoll:
S. Tarif Nr. 505.

Ofener Bitterwasser, sehr konzentrierte
natürliche Auflösungen von Natrium- und
Magnesiumsulfat, von denen das Hunyady-
Janos B., Arpäd-B. und Mattonis B.
besondere Verbreitung gefunden haben. —
Zollfrei.

Oleum, die auf den Preislisten der Dro-
gisten sich findende lateinische Benennung
für öl irgendwelcher Art, fettes oder äthe-
risches. Im Volksmunde versteht man
darunter Vitriolöl oder Schwefelsäure,
O. vitrioli (s. Schwefelsäure), so daß gerade

der die Hauptsache angebende Beisatz ab-
handen gekommen ist. Von den vielen Ölen
sind die gebräuchlicheren nachstehend auf-
geführt, unter Weglassung solcher, bei denen
das Beiwort selbstredend ist. O. absynthii,
Wermutöl; O. amygdalarum amararum, Bitter-
mandelöl; O. a. dulcium, süßes Mandelöl;
O. anethi, Dillöl; O. anisi stellati, Stern;
anisöl; O. anthos, Rosmarinöl; O. aurantii
corticis, Pomeranzenschalenöl; O. calami, Kal-
musöl; O. carvi, Kümmelöl; O. caryophyllo-
rum, Gewürznelkenöl; O. cerae, Wachsöl;
O. chamomillae, Kamillenöl; O. cinnamomi,
Zimtöl; O. citri, Zitronenöl; O. foeniculi,
Fenchelöl; O. humuli, Hopfenöl; O. lini,
Leinöl; O. jecoris aselli, Lebertran; O. juni-
peri, Wacholderöl; O. laurinum, Lorbeeröl;
O. laurocerasi, Kirschlorbeeröl; O. levistici,
Liebstöckelöl; O. ligni cedri, Zedernholzöl;
O. ligni rhodii, Rosenholzöl; O. macidis,
Muskatblütenöl; O. menthae crispae, Krause-
minzöl; O. m. piperitae, Pfefferminzöl; O.
neroli seu naphae, Orangenblütenöl; O. nu-
cistae, Muskatnußöl; O. nucum cocos, Kokos-
nußöl; O. juglandis, Walnußöl; O. origani,
Dostenöl; O. papaveris, Mohnöl; O. petrae,
Steinöl, Petroleum; O. petroselini, Petersilien-
öl; O. philosophorum, Philosophenöl, Ziegel-
öl: O. pini, Kienöl; O. pini foliorum, Fichten-
nadelöl; O. rutae, Rautenöl; O. serpylli, Quen-
delöl; O. sinapis, Senföl; O. succini, Bernstein-
öl; O. tanaceti, Rainfarnöl; O. terebinthinae,
Terpentinöl; O. thymi, Thymianöl; O. vale-
rianae, Baldrianöl; O. vitis viniferae, Wein-
beeröl. — Zoll: S. die betreffenden Artikel-

Oliven sind die Steinfrüchte des Ölbau-
mes oder Olivenbaumes, Olea europaei
L., welcher in den Mittelmeerländern, in Klein-
asien und Afrika, von der Küste bis zu 750 m,
überall wo anhaltende Fröste fehlen, meist
auf Bergabhängen, in Gärten und auf Feldern,
in ganzen Wäldchen angebaut wird. Die
reifen Früchte dienen zur Ölgewinnung, un-
reif werden sie in Essig eingemacht und auch
in Deutschland in der Küche verbraucht. Die
O. sind länglich oder rund, je nach der
Sorte dunkel- bis schwarzgrün, violett, weiß-
lich, rötlich oder blau, und haben grünlich-
weißes Fleisch. Über Olivenöl siehe Baum-
öl. Vgl. Obst. — Zoll: S. Tarif Nr. 216. 219-

Olivetten nennt man die gestreckt runden,
olivenförmigen Korallen, die zum Rund-
schleifen ungeeignet sind. Ebenso heißen
auch Glasperlen von ähnlicher Gestalt. —
Zoll: S. Korallen. Glasperlen s. Tarif Nr. 671-
759.

Olivin (Chrysolith, Peridot), ein pista-
zien-, oliven- oder gelbgrüner Halbedelstein,
der durchsichtig und in hohem Grade glas-
glänzend ist. Er besteht aus kieselsaurer Mag-
nesia, verbunden mit kieselsaurem Eisenoxy-
dul. Die in Böhmen und am Rhein in Basalt
und Lava eingewachsenen Steine sind fast
wertlos. Der sog. edle O., gewöhnlich
Chrysolith genannt, kommt am schönsten
als Geschiebe im Orient, Oberägypten, Ost-
indien, Ceylon und Brasilien vor. Der Stein
wird als Rosette oder Tafelstein geschnitten