﻿Ombrds

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Opium

und erhält eine Goldfolie oder eine grün ge-
färbte Kupferfolie zur Unterlage. Die Härte
des Steines ist gering, so daß sich die Politur
wie Ecken und Kanten bald abnutzen. Er
gehört daher zu den geringeren Schmuck-
steinen. — Zoll: S. Edelsteine, Halbedelsteine.

Ombrds (ombrierte Zeuge) sind Woll-
stoffe mit farbigen Streifen, deren Ränder
verwaschen erscheinen. Die farbigen Streifen
sind in der Mitte am dunkelsten, zwischen je
zweien liegt ein hellerer, dessen Farbe vom
Dunkeln in das Hellere allmählich übergeht.
Zur Erzeugung dieser Effekte dient ein Satz
von Scheiben, die auf einer Welle sitzen,
auf dem Umfange mit wollenem Zeug über-
zogen sind und unten in einen Farbkessel
tauchen. Der Wollstoff wird mehrmals über
die sich drehenden Scheiben hinweggezogen
und nimmt von denselben Farbe an, während
die Zwischenräume nicht getroffen werden.
Diese färben sich vielmehr nur durch An-
saugung von beiden Seiten her, also in der
Mitte des Zwischenraums am wenigsten oder
gar nicht. Wolkige oder marmorartige O.
werden dadurch hervorgebracht, daß man
bereits das Garn beim Färben ombriert, indem
tnan es an verschiedenen Stellen mit Fäden
umbindet und hierdurch die Farbe abhält.
— Zoll: S. Tarif Nr. 427/37.

Onyx nennt man diejenigen plattenförmig
ausgebildeten Abänderungen des Chalze-
dons (s. d.), welche in verschiedenen Farben
streifig erscheinen, indem weiße Lagen oder
Schichten mit schwarzen, dunkelbraunen oder
grauen abwechseln. Auf dem Querbruche
erscheint daher der O. gestreift, während eine
abgerichtete Platte auf den zwei Breitseiten
einfarbig erscheinen muß. Es kommt auch
vor, daß in dem Stein dreierlei ver-
schiedenfarbige Schichten abwechseln, indem
noch eine rosenrote Schicht vorhanden ist.
In solchem Falle heißt er Sardonyx.
Beide Abarten wurden schon von den alten
Griechen und Römern zu den kunstvollsten
Steinschneidereien, den sog. Kameen, be-
nutzt. Die letzteren tragen gewöhnlich weiße
erhabene Figuren auf dunklem Grunde, wäh-
rend der Sardonyx, wenn seine Schichten
dünn genug sind, dreifarbige Kameen liefert.
Die Kunst des Kameenschneidens wird in
Italien auch heute noch ausgeübt. — Zoll:
S. Edelsteine, Halbedelsteine.

Opal (Schillerstein), ein aus amorpher
wasserhaltiger Kieselsäure bestehendes Mine-
ral, findet sich meist derb und eingesprengt
in den mannigfachsten Formen als Bruch-
stücke und in nierenförmigen, traubigen und
stalaktitischen Gebilden. Trotz seiner gerin-
gen Härte, welche derjenigen des Quarzes
«achsteht, bildet er in seinen besseren Varie-
täten einen geschätzten Edelstein. Sein Wert
beruht auf dem eigenartigen schönen Farben-
spiel, das je nach der Richtung, in der man
thn betrachtet, von grün, rot und blau nach
gelh wechselt. Je nachdem die Farben in
Streifen oder Flecken auftreten, unterscheidet
tttan Flecken- oder Flimmeropal und
schätzt diejenigen Stücke am höchsten, bei

denen das Rot und Grün vorherrscht. Die
wertvollste Sorte ist der edle O., der sich
in Mexiko, in schleifwürdiger Ware aber
hauptsächlich bei Czernowitza in Ungarn vor-
findet. Er wurde hier schon im Altertum
aus trachytischen Tuffen gewonnen, nach
Konstantinopel geschafft und von hier als
orientalischer O. wieder eingeführt. Grö-
ßere Stücke ohne Risse mit schönem Farben-
spiel sind sehr selten und kostbar. Man
benutzt den edlen Opal zu Ringsteinen, Ohr-
gehängen und anderen Schmucksachen,
schleift ihn meist halbkugelig (en cabochon)
ohne Fassetten und umgibt ihn zur Ver-
deckung seines geringen Glanzes oft auf
schwarzer Unterlage mit Diamanten. An war-
men Tagen entwickelt er sein Farbenspiel am
schönsten. Der umgebende graugelbe Trachyt
mit kleinen eingesprengten Opal-Punkten und
Adern dient als Opalmutter zur Herstel-
lung von Dosen. Feueropal, eine stark
glänzende, feuriggelbe bis hyanzinthrote Varie-
tät mit schönem Schiller, findet sich ziemlich
selten in Ungarn, Nordamerika und auf den
Färöern. Gemeiner O. von Freiberg,Schnee-
berg und Eibenstock in Sachsen, ferner aus
Schlesien, Ungarn und Island besitzt ver-
schiedene Färbungen von weiß, gelb, grün,
rot und braun, sowie Glas- bis Wachsglanz,
ermangelt aber des Farbenspiels. Hydro-
phan, Welt äuge, ist gemeiner oder edler O.,
der seinen Wassergehalt verloren hat und
daher glanzlos und undurchscheinend ist. Be-
feuchtet nimmt er die Eigenschaften des
edlen O. wieder an, jedoch nur vorüber-
gehend, und wird daher als Schmuckstein
gering geschätzt. Hydrophan wird in Hu-
bertusburg in Sachsen gefunden und beson-
ders nach Ostindien als Amulettstein ver-
sandt. Halbopale nennt man die derben,
weniger schön gefärbten Massen. Zu ihnen
gehört auch der Holzopal, der als verstei-
nertes Holz noch deutlich die Struktur des
Holzes zeigt und wegen seiner großen Politur-
fähigkeit zu Schmucksachen, verarbeitet wird.
Kascholong (Perlmutteropal, Kal-
muckenachat) ist ein O. mit Perlmutter-
glanz aus der Bucharei; Opaljaspis ein
Mittelding zwischen Opal und Jaspis, welches
nach seinem hohen Eisengehalt auch Eisen-
opal genannt wird. — Zoll: S. Edelsteine.

Opium (lat. Opium, Laudanum, Meco-
nium, frz. und engl. Opium) ist der einge-
trocknete Milchsaft der unreifen Kapseln des
Schlafmohn, Papaver somniferum L.,
welcher durch Kultur aus dem im Mittelmeer-
gebiete heimischen Papaver setigerum
entstanden ist und einen wichtigen Artikel
des Drogenhandels bildet. Als Arzneimittel
war das O. schon im Altertum bekannt, als
Genuß-, bzw. Berauschungsmittel scheint es
zuerst bei den Mohammedanern in Vorder-
asien aufgekommen zu sein. Gleich dem Hanf
ist auch der Mohn in Asien und Europa die-
selbe Pflanze, nur daß sie dort in dem wär-
meren Klima zu größerer Entwicklung gelangt
und also auch mehr O. liefert, als im Abend-
lande; hier kann zwar ebenfalls O. in guter