﻿Ozonal

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Palmöl

sich an der Luft anfangs grün, dann blau
und schwarz. Die Substanz findet zu photo-
graphischen Zwecken Verwendung. — Zollfrei.

Ozonal, ein neues Waschmittel, welches in
Form einer festen elastischen Gallerte in
den Handel kommt, besteht zu 90% aus
Petroleum, welches mit Hilfe von 10°/o Seife
in eine feste Masse verwandelt ist, etwa

nach Art des bekannten Hartspiritus. Die
Anwendung des Petroleums für Waschzwecke
beruht auf seiner fettlösenden Wirkung.
Trotzdem scheint das Mittel keinen Anklang
gefunden zu haben, sondern aus dem Handel
verschwunden zu sein. — Zoll: S. Tarif
Nr. 256.

P.

Packfong, eine dem Argentan (s. d.) sehr
ähnliche Legierung. Der Name P. stammt
aus China, von wo die Legierung zuerst
nach Europa kam. — Zoll: S. Britannia-
metall.

Palladium, eins der Metalle, welche fast
immer zugleich mit dem Platin (s. d.) Vor-
kommen, gleicht diesem in vielen Eigen-
schaften, ähnelt aber in der Farbe mehr dem
Silber. Sein spezifisches Gewicht ist nur halb
so groß wie das des Platins, nämlich 11,8
bis 12,2, auch ist P. viel leichter schmelzbar
und schon in Salpetersäure löslich. An der
Luft bis zu einer gewissen Temperatur erhitzt,
läuft es blau an. Zu seiner Darstellung ver-
setzt man die Lösung der Platinerze in Königs-
wasser mit Cyanquecksilber und reduziert das
ausfallende Cyanpalladium durch Glühen zu
Metall. Man benutzt das P. zu feinen mathe-
matischen und nautischen Instrumenten, da
es eine gute Politur annimmt, durch See-
wasser nicht wie Kupfer und Silber ange-
griffen und durch Schwefeldämpfe nicht
schwarz wird. Auch dient es zur Herstellung
und als Ersatz von künstlichen Gebissen, Impf-
nadeln und von Stahlteilen zu feinen Uhren,
da es von elektrischen und magnetischen
Strömen nicht beeinflußt wird. Die Zahnärzte
gebrauchen es in einer Legierung von 95
Teilen P. mit 5 Teilen Silber. — Chlor-
palladium, die Auflösung des Metalles in
Königswasser, dient in der Chemie als Rea-
gens auf Jod und wird auch den Photo-
graphen statt des Goldes zum Verstärken
oder Dunkeln der Negative auf Kollodion
empfohlen. — Zoll: S. Tarif, Anmerkung
zu Unterabschnitt 16A.

Palmarosaöl (lat. Oleum palmarosae, frz.
Essence de göranium des Indes, engl. Oil
of palmarosa). Hinsichtlich der Abstammung
dieses Öles herrscht viel Unsicherheit, da
man im Handel unter diesem Namen
nicht immer das gleiche Öl erhält. Gewöhnlich
wird der Name für das türkische Gera-
niumöl (Idris Yaghi) gebraucht, wie es in
Ostindien, in der Türkei, in Kleinasien und
Persien aus den Blättern verschiedener dort
angebauter Geranium- und Pelargonium-
arten destilliert wird (s. auch Geraniumöl).
Hauptsächlich kommt Indien, Bombay und
seine Umgebung, in Betracht, wo das Palma-
rosaöl aus der Andropogon Schoenan-
thus destilliert wird. Unter demselben Na-
men erhält man auch ein aus Algier und

ein aus Frankreich kommendes ätherisches
Öl, welches mit dem Geraniumöl identisch
zu sein scheint, das afrikanische P.-Öl. —
Zoll: 30 M.

Palmblätter und Palmwedel sind in letzter
Zeit ein bedeutender Handelsartikel aus den
tropischen Gegenden nach Europa geworden
und werden hier zur Herstellung von ver-
schiedenen Dekorationsgegenständen ver-
wendet. — Zoll: S. Tarif Nr. 44. 68.

Palmöl (Palmfett, lat. Oleum palmae, frz.
Huile de palme, engl. Palm-oil). Neben dem
Öl der Kokosnuß, welches selbstverständlich
ein P. ist, aber im Handel nicht so genannt
wird, gibt es noch ein anderes, von Palmen
abstammendes Fett, welches speziell P. ge-
nannt wird. Die den Stoff liefernde Ölpalme
Eiais guineensis, ist an der Westküste
Afrikas heimisch und bildet von Sierra Leone
bis zum Kongo die wichtigste Nutzpflanze.
Öl und Kerne sind auf allen dort liegenden
Handelsplätzen Hauptartikel und werden be-
sonders von Lagos, Insel und Festland, in
größten Mengen zur Ausfuhr gebracht. Die
Palme trägt große, oft zentnerschwere Büschel
oder Trauben mit zahlreichen Einzelfrüchten
von der Gestalt und Größe eines Taubeneies
bis zu der eines Hühnereies. Letztere Größe
erreichen aber nur die Früchte kultivierter
Pflanzen, die im reifen Zustande orangefarbig
sind. Sie bestehen aus Kern und Fleisch,
welche beide ölhaltig sind. Das Öl aus dem
Fleisch gewinnen die Schwarzen in sehr roher
Weise dadurch, daß sie die Früchte in Trögen
oder Gruben der Sonnenhitze aussetzen, wo-
bei sich bald, unterstützt durch Rühren oder
Schlagen, Fleisch und Kerne trennen. Das
erstere wird in irdenen Töpfen gekocht, und
das Öl von den faserigen Bestandteilen durch
Einschlagen in starke Tücher und Ausringen
oder Abpressen getrennt. Das P. ist bei ge-
wöhnlicher Temperatur von butterartiger Kon-
sistenz, besitzt im frischen Zustande eine
orangegelbe Farbe und angenehmen Veilchen-
geruch, wird aber bald ranzig und schmutzig
weiß. Das spez. Gew. beträgt 0,945—0,947,
der Schmelzpunkt des frischen Fettes 24—27,
älterer ranziger Ware 30—40%. Es besteht im
wesentlichen aus Palmitin und Olein neben
geringen Mengen Stearin und Linolein. Da
es fast immer ranzig ist, enthält es meist
auch freie Palmitinsäure, Ölsäure und Gly-
zerin, das sich mit Wasser ausziehen läßt.
Für die Zwecke der Seifen- und Kerzen-