﻿Pareirawurzel

354

Parmesankäse

als Dessert und zur Näscherei wie Mandeln
oder andere Nüsse. — Zoll: Paranüsse: 4 M.
P.-Öl: S. Tarif Nr. 166/7.

Pareirawurzel (Amerikanische Gries-
wurzel, lat. Radix pareirae bravae, frz. Ra-
cine de pareire, engl. Velvet leaf), die ge-
trocknete Wurzel einer Schlingpflanze aus
der Familie der Menispermaceen, Cis-
sampelos Pareira, welche in Mexiko,West-
indien und auch in Ostindien angetroffen
wird, bildet teils zylindrische, teils platt-
gedrückte Stücke von oft beträchtlicher Länge,
mit rauher, dunkelbrauner bis schwarzbrauner
Rinde, die stellenweise von Längsrissen und
Querwülsten durchbrochen ist. Auf dem
Querschnitte zeigt sich unter der verhältnis-
mäßig dünnen Rinde das eigentümlich ge-
baute Holz, welches aus 5—8 konzentrischen
Schichten besteht. Die Schichten^ umgeben
oft auch exzentrisch rinnenartig oder spiralig
den Holzkern und sind durch verdickte Zellen
von einander getrennt. Das Holz der Wurzel
ist gelb, porös und durch dunklere Mark-
strahlen radial gestreift. P. schmeckt an-
fangs süßlich, hinterher unangenehm bitter,
besitzt aber keinen Geruch. Ihre medizinische
Verwendung beruht auf der Anwesenheit eines
Alkaloides, welches man Pelosin nannte,
dessen Identität mit Buxin aber später nach-
gewiesen wurde. Verwendet wird die P. als
harntreibendes Mittel bei Erkrankungen der
Harnblase. — Zollfrei.

Parfümerien (frz. Parfumeries, engl. Per-
fumeries) nennt man eine Gruppe von Waren,
welche sich durch einen besonders feinen
Wohlgeruch auszeichnen und meistens zu
Toilettenzwecken, als Riechwässer, Wasch-
und Schönheitswässer, Haaröle, Pomaden,
feine Seifen, Räucheressenzen und Riech-
kissen Verwendung finden. Die wohlriechen-
den Stoffe sind meist natürlichen Ursprungs
und entstammen, abgesehen von den tieri-
schen Produkten Moschus, Zibet und Ambra,
sämtlich dem Pflanzenreiche. Ihrer chemi-
schen Zusammensetzung nach stellen sie ent-
weder ätherische Öle (s. d.) oder Balsame
und wohlriechende Harze dar, bei denen
allerdings das Aroma meist auch wieder
durch ein ätherisches Öl bedingt wird. Eine
besondere Klasse endlich bilden die flüch-
tigen Äther, welche sich im reifen Obste
bilden und dessen Duft verursachen. Die
ätherischen öle können in einzelnen Fällen,
wie bei Zitronen und anderen Südfrüchten,
auf mechanischem Wege durch Auspressen
erhalten werden, der Hauptsache nach ge-
winnt man sie aber durch Destillation mit
Wasser. Das hierbei mit übergehende Wasser,
welches geringe Mengen der Riechstoffe auf-
löst, bildet als ätherisches Wasser einen
besonderen Handelsartikel. Bei leichtzersetz-
lichen Aromastoffen, welche wie viele Blü-
tendüfte durch Wasser und Hitze zerstört
werden, oder welche nur in außerordentlich
geringer Menge vorhanden sind, müssen
andere Methoden benutzt werden. Am äl-
testen ist das Absorptionsverfahren (En-
fleurage), bei welcher man die Riechstoffe |

an Fett bindet. Nach der Enfleurage, welche
besonders auf farnesische Akazien, Heliotrop,
Hyazinthe, Jasmin, Narzisse, Reseda, Rose,
Syringe, Tuberose und Veilchen angewandt
wird, bedeckt man Glastafeln etwa 1 cm hoch
mit einer Schicht von Talg und Schweine:
schmalz, legt sie in Holzrahmen und breitet
frische Blüten darüber aus. Sobald diese
ihren Duft abgegeben haben, werden sie
durch neue ersetzt, bis das Fett völlig mit
Aroma gesättigt ist. Die wohlriechende
Pomade kommt für sich in den Handel oder
wird 2—4 Wochen lang mit reinstem Wein-
geist angesetzt, welcher die Riechstoffe auf-
löst und dann als Extrait bezeichnet wird.
Derartige Extraits werden auch mit solchen
Blüten hergestellt, welche wie Rosen- und
Orangenblüten die Destillation vertragen,
aber nach der Enfleurage feinere Produkte
liefern. Die gebräuchlichsten Parfüms dieser
Art: Extrait de violet, de resede, de rose
und de jasmin werden meist in dreifacher
Stärke als Extraits triples versandt und mit
Spiritus verdünnt. — Nach einem anderen
Verfahren tränkt man leinene oder baum-
wollene Tücher mit feinstem Olivenöl, legt
sie mit Blüten bedeckt in Holzrahmen und
preßt nach Absorption der Riechstoffe das
Öl aus, oder endlich man trägt die Blüten
in gelinde erwärmtes Öl ein. Die mit dem
Aroma beladenen Öle führen den Namen
Huiles antiques.— In neuerer Zeit geht
man mehr und mehr zu der einfacheren und
billigeren Extraktionsmethode über, nach
welcher die Blüten mit Schwefelkohlenstoff
oder reinstem Petroläther erschöpft werden.
Beim Abdestillieren des Auszuges hinterbleibt
das ganze Aroma in Form eines winzigen Rück-
standes, der in Alkohol gelöst wird. —- Die
im Handel befindlichen Blütenessenzen ent-
sprechen nicht immer ihrem Namen, sondern
bestehen vielfach aus Nachahmungen. An-
dere Parfüms, wie Eau de mille fleurs, Eau
de Cologne, Eßbouquet (Essence de bouquet),
sind immer Mischungen verschiedener Ex-
traits. Wieder andere werden auf dem Wege
der chemischen Synthese künstlich dargestellt,
wie das dem Naturprodukte völlig identische
Kumarin und Vanillin, oder wie das dem
Veilchen außerordentlich ähnlich riechende
Jonon und der künstliche Moschus, das Ton-
quinol. Die ursprünglich in Frankreich heimi-
sche Fabrikation von P. hat neuerdings auch
in Deutschland hohe Erfolge zu verzeichnen.
— Zoll: S. Tarif Nr. 354/8.

ParmesankäSfe, ein mehr als halbmagerer
italienischer Hartkäse, bedarf zum Ausreifen
mehrerer Jahre und wird daher nur in
größeren Laiben von mindestens 25 kg, im
Durchschnitt aber 40—50 kg Gewicht her-
gestellt. Man benutzt Milch, welche nur noch
15—20% ihres ursprünglichen Rahmgehaltes
enthält, erwärmt sie nur auf ungefähr 30° C
und setzt dann das Lab zu. Die fein zer-
teilte Quarkmasse wird mit Safran gefärbt,
längere Zeit auf 52—55° C erhitzt und dann
zirka 10—15 Minuten der Ruhe überlassen,
während welcher die Zusammenlagerung der