﻿Pasta

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Pastinak

Käseteilchen am Grunde des Kessels erfolgt.
Nach Abschöpfung der oben stehenden Mol-
ken wird der Käseklumpen geknetet und zum
Abtropfen auf ein leinenes Tuch gebracht.
Dann kommt er in eine aus breiten Holz-
reifen bestehende Form, die durch Spann-
schnur zusammengehalten wird, und schließ-
lich, in die Salzkammer, in welcher er zu
wiederholten Malen mit Salz bestreut wird.
Diese Operation erfordert 40 Tage. Zur Er-
zielung der gehörigen Reife gelangen die
Käse in der Reihenfolge ihres Alters auf
Stellagen und werden anfangs täglich, später
in mehrtägigen Intervallen mit Öl abgerieben
tmd gewendet, bis sie nach Verlauf eines
Käsejahres, d. h. nach sechs Monaten, zum
"Verkauf an die Händler kommen. — Der P.
wird hier in Deutschland meist nur im ge-
riebenen Zustande zum Bestreuen von Makka-
roni, Ragout fin usw. verwendet. — Zoll:
S. Tarif Nr. 135.

Pasta (Tei ge). Unter P. oder Pasta-
waren versteht man aus Mehlteig gefertigte,'
aber nicht durch Gärung aufgetriebene Er-
zeugnisse, wie Nudeln und Makkaroni. In der
Pha rmazie belegt man mit dieser Bezeich-
zeichnung knetbare oder bei höherer Tempe-
ratur erweichende Mittel, welche der Plaut
leicht anhaften und vielfach mit medikamen-
tösen Zusätzen versehen sind. Nach ihren
Hauptbestandteilen werden sie in Kleister-,
Dextrin-, öl-, Vaselin-, Lanolin- und Leim-
Pasten unterschieden, von denen die letzteren
aus Gelatine, Glyzerin und Zinkoxyd die
größte Bedeutung haben. Sie finden viel-
fache medizinische Anwendung gegen Haut-
affektionen und andere Krankheiten. — Die
sog. weiße Pasta (P. alba, P. gummosa,
Lederzucker) aus Gummi, Zucker und Eiweiß
und die Süßholz-P. (braune Reglise, P.
Liquiritiae) aus den gleichen Bestandteilen
mit Lackritzen, werden gegen Husten be-
nutzt. — Zoll: Teigwaren s. Nr. 200; ohne
Zucker eingekochter Süßholzsaft Nr. 385.
Lederzucker Nr. 385.

Pastellfarben nennt man diejenigen Deck-
farben, welche, im Gemisch mit Kreide,
Weißem Ton, Gips oder Zinkoxyd und Gummi-
Wasser zu einem Teige angemacht und fein
verrieben, in Stifte geformt und getrocknet,
Pastellmalern und Zeichnern zur Ausführung
von Trockengemälden auf körnigem Papier
oder Pergament dienen. Zu P. werden die
feineren Farbstoffe, wie Zinnober, Karmin,
Lackfarben, Berlinerblau, Indigo, Ultramarin,
Dmbra, grüne Erde, Bleiweiß und Elfen-
beinschwarz benutzt. Die Stifte müssen den
richtigen Grad von Widerstand und doch
so viel Weiche haben, daß sie auf dem Pa-
pier leicht abfärben. Sie kommen sowohl
Packt, als in Holz gefaßt, und in Kistchen
sortiert in den Handel. — Zoll: S. Tarif
Nr. 340.

Pasten. Mit diesem Namen bezeichnet man
Kopien von alten, künstlerisch geschnittenen
Steinen, in farbigem Glas oder in feinen,
nach der Formung gebrannten Tonmassen
und anderen geeigneten Stoffen. Zur Dar-

stellung der Glaspasten wird mit dem Original
ein Abdruck in feinem, angefeuchtetem
Tripelpulver gemacht, das in einen kleinen
Tiegel eingesetzt ist. Nach dem Trocknen
bringt man diese Tiegel mit einem aufgelegten
Stückchen Glas in Windöfen, erhitzt sie so
weit, daß die Glasmasse flüssig zu werden
anfängt, und drückt sie sogleich mit einem
Eisen in die Vertiefung der Form ein. Der-
artige P. dienen zur Ergänzung von Samm-
lungen, wie auch als Schmucksachen, nament-
lich in Ringe gefaßt als Siegelsteine. —
Zoll: S. unter Glas.

Pasteten (frz. Patös, engl. Pastry, Pie),
mannigfaltige Erzeugnisse der Kochkunst und
Bäckerei, die zum Teil in den Delikatessen-
handel kommen, bestehen aus gekochter, ge-
bratener oder gedämpfter, fein zerkleinerter
Fleischmasse in dicker, fast fester Teigform,
und werden in Büchsen oder Terrinen ver-
sendet. Neben dem Hauptvertreter, der
Straßburger Gänseleberpastete mit und ohne
Trüffeln, hat man in verschiedenen französi-
schen Städten Spezialitäten, so in Perigueux
Rebhühnerpasteten mit Trüffeln, in Toulouse
Entenleberpasteten, in Montreuil Schnepfen-
leberpasteten, in Rouen Hühnerpasteten, in
Montölimar Krammetsvögelpasteten, in Char-
tres und Nogent-le-Rotrou Wachtel-, Reb-
hühner- und Hasenpasteten. — Zoll: S. Tarif
Nr. 216.

Pastillen (Plätzchen, Zeltchen oder
Täfelchen zum Einnehmen, lat. Pastillae,
Trochisci, Tablettes, frz. Pastilles, engl. Lo-
zenges, Troches), bestehen aus einem Gemisch
von Stärke mit oder ohne Zuckerzusatz und
einem Bindemittel, gewöhnlich Tragant-
schleim, welchen Arzneistoffe in bestimmter
Menge einverleibt sind. Sie werden in der
Weise hergestellt, daß man die Ingredienzien
zu einem Teige formt, diesen in Blätter
ausrollt und die Scheibchen mit Stecheisen
aussticht. Für Schokoladenplätzchen wird
der weiche Teig in eine Spritze gefüllt und
in kleinen Partien herausgedrückt. Einzelne
Arten von P. bilden bedeutende Handels-
artikel, wie die Mineralwasserpastillen von
Bilin, Vichy, Ems und Soden, welche die Salze
der dortigen Heilquellen enthalten. Die Pa-
stillen dienen zur bequemen Darreichung
schlecht schmeckender Medikamente und wer-
den von Kindern gern genommen (Wurm-
pastillen, Santoninzeltchen). — Zoll:
S. Tarif Nr. 388. Schokoladepastillen: Nr. 204.

Pastinak (Pastinakwurzel) ist die Wur-
zel von Pastinaca sativa (frz. Panais, engl.
Parsnip), einer zweijährigen ausdauernden
Umbellifere, welche in Europa und Nord-
amerika, der aromatisch riechenden, süßlichen
und wohlschmeckenden Wurzeln wegen, kulti-
viert wird. Von den zahlreichen Sorten sind
die lange P., die runde Zucker- oder Königs-
und Jerseypastinak die beliebtesten, ln Eng-
land und Holland werden P. für sich als Ge-
müse genossen, bei uns mehr mit Möhren
zusammen gekocht oder nur als Wurzelwerk
zu Fleischbrühen benutzt. Im nordwestlichen
Frankreich, wo die P. in großer Menge an-