﻿Patanaöl

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Pech

gebaut wird, benutzt man sie als Futter für
Rindvieh und Pferde und stellt auch Liköre
und eine Art von Wein daraus her. — Zoll:
S. Tarif Nr. 37.

Patanaöl (Batavaöl), ein fettes öl aus
den Früchten von Oenocarpus Batava,
einer am Orinoko, Rio Negro und Maranhon
wachsenden Palme, soll dem Olivenöl ähn-
lich sein. — Zoll: S. Tarif Nr. 166/7.

Paternosterkörner (Paternostererb-
sen, Abrusbohnen, Abrussamen, lat.
Semen abri s. jequirity, frz. Grains oder Pois
d’amdriques, engl. Red beans, Aggry beans),
die Samen der in Brasilien, Ostindien und
Arabien heimischen Abruspflanze, Abrus
precatorius, haben eine schön rote Farbe
mit einem schwarzen Fleck am Keimende.
Man benutzte • sie bei uns bisher nur als
Halsketten oder zu Rosenkränzen (daher der
Name), hat aber neuerdings gefunden, daß
sie einen äußerst giftigen Stoff, das Abrin
oder Jequiritin enthalten, welches, wie das
Rizin, zu den giftigen Eiweißkörpem und
zwar zur Gruppe der sog. ungeformten Fer-
mente gehört. Verwendet werden P. in der
Medizin bei verschiedenen Augenerkrankun-
gen und dienen in Ostindien als Aphrodi-
siakum, in Amerika auch als Mittel gegen
Lupus. Vorsichtig aufzubewahren 1 — Zollfrei.

Patschuli (Patchoulikraut, lat. Herba
patchouli, frz. und engl. Patchouly). Der
Träger des bekannten P.-Parfüms ist eine
rauhfilzige, lippenblütige, unserem Wiesen-
salbei ähnliche Pflanze, Pogostemon Pat-
chouli, welche als Unkraut in Ostindien und
den zugehörigen Inseln wild wächst, aber
auch vielfach angebaut wird. Die Blätter
des Krautes sind eiförmig in den langen Blatt-
stiel verschmälert, am Rande mit gezahnten
Ausbuchtungen versehen, fiedernervig und
beiderseits behaart. Eine neuerdings in den
Handel kommende, unechte Ware besitzt
fünf- bis siebenlappige Blätter mit herzförmi-
ger Basis, aus welcher sämtliche Hauptnerven
entspringen. Die Blätter dieser falschen Ware
sind getrocknet, wie man sie erhält, auf der
oberen Seite schwarzgrün, auf der unteren,
infolge der stärkeren Behaarung fast silber-
grau, während die echte Ware gelbbräunlich,
stellenweise gelbgrünlich erscheint. Das P.
wird als Mittel gegen Motten verwendet, da
diese durch den starken Geruch abgeschreckt
werden sollen. Hauptsächlich dient es aber
in der Parfümerie zur Gewinnung des äther.
Patchuliöles (s. d.), welches in der Pflanze
enthalten ist. — Zoll: P. Kraut ist zollfrei.
P.-Öl: 30 M.

Patschuliöl (Patchouliöl, lat. Oleum
patchuli, frz. Essence de patchouly, engl. Oil
of patchouly), das aus dem trockenen Pat-
schulikraute durch Destillation mit Wasser-
dampf erhaltene, äußerst stark moschusartig
riechende ätherische öl, ist bräunlichgelb und
linksdrehend, siedet zwischen 282 und 294° C,
und hat ein spez. Gew. von 0,970—0,995. —
Bei längerem Stehen in der Kälte scheiden
sich weiße Kristalle von Patschulikampfer
aus, die bei 54—55° C schmelzen und bei

296° C sieden. Außerdem enthält das Öl
noch ein Terpen, Kadinen genannt. Das
P. ist in Alkohol löslich und wird in der Par-
fümerie zur Herstellung des Patschuliparfüms
benutzt. — Zoll: P.-Öl: 30 M. P.-Parfüm:
300 M.

Pauchontöe heißt eine der Guttapercha
ähnliche, aus Ostindien kommende Masse,
welche, bei gewöhnlicher Temperatur hart und
brüchig ist, bei gelindem Erwärmen aber weich
und klebrig wird und erst nach mehreren
Tagen ihren ursprünglichen harten Zustand
wieder annimmt. Beim Kochen in Wasser
wird sie rötlichbraun und macht das Wasser
trübe und etwas schäumend. — Zollfrei.

Paulliniawurzelrinde stammt von der in
Brasilien und Westafrika heimischen Paul-
linia pinnata und wird in Brasilien im ge-
pulverten Zustande äußerlich als Arzneimittel
angewendet, da sie auf die Haut sehr reizend
wirkt. Sie bildet lange dicke Stücke von
gelblichgrauer Farbe und enthält ein Alkaloid,
Timbonin. — Zollfrei.

Päyar, eine ostindische Bastfaser, stammt
von Ürostygma pseudo-tjela. — Zollfrei.

Paytin, ein in der weißen Chinarinde
von Payta enthaltenes Alkaloid, kristalli-
siert in farblosen Prismen, deren Lösung
linksdrehend ist. — Zollfrei.

Pech (lat. Pix, frz. Poix, engl. Pitch) ist
ein Sammelname für verschieden zusammen-
gesetzte und in verschiedener Weise gewon-
nene feste, braune bis schwarze, harzige Pro-
dukte, von denen meist folgende Sorten unter-
schieden werden: 1. Das schwarze oder
Schiffspech, auch Schusterpech ge-
nannt, gewinnt man aus Holzteer, und zwar
aus dem zuletzt erhaltenen dicksten schwarzen
Teer, dem Schiffsteer, indem man ihn in
offenen Kesseln so lange erhitzt und seine
flüchtigen Bestandteile austreibt, bis eine her-
ausgenommene Probe beim Erkalten feste
Form annimmt. Man gießt die Masse noch
warm in die zum Versenden bestimmten klei-
nen Fässer oder Kübel, aus welchen sie dann
herauszuschlagen ist. Dieses P. stellt eine
dunkelschwarzbraune, auf frischem Bruche
stark glänzende Masse dar, die beim Darauf-
schlagen zerspringt, aber schon in der Wärme
der Hand weich und sehr klebrig wird und
auf warmem Wasser zerfließt. Es wird auf
Schiffen zum Kalfatern, Wasserdichtmachen
von Segel- und Tauwerk, ferner zu Kitten
und Pflastern, zu Pechfackeln, zum Pichen
des Schuhmacherdrahtes und zum Auspichen
geringerer Holzgefäße benutzt. 2. Das hellere,
meist gelbbräunliche Faß- oder Brauer-
pech wird aus Fichtenharz durch sorgfältiges
Ausschmelzen gewonnen und ist an Qualität
je nach der Herkunft und Bereitungsweise
ziemlich verschieden. Das beste Brauerpech
aus reinem Fichtenharz kommt aus den Staats-
forsten des sächsischen Vogtlandes, während:
die in Böhmen, Thüringen und Tirol er-
zeugte Ware den Anforderungen des Brauers-
viel weniger genügt. Das vogtländische Pro-
dukt ist aber sehr teuer, und sein Preis ent-
sprechend der Nachfrage gestiegen. Außer