﻿Perlweiß

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Petersilie

einer Unzahl anderer kleinerer Gebrauchs-
und Galanterieartikel. Eine schwarze oder
vielmehr schwarz- oder rauchgraue P., die
dabei aber doch ihren eigentümlichen Schim-
mer zeigt und besonders zu Rockknöpfen
verwendet wird, kommt aus Chile, wird aber
neuerdings durch Färben gelblicher und
farbenunreiner Stücke mit ammoniakalischer
Silberlösung künstlich nachgeahmt. — Die
rohen Perlmutterschalen werden in Fässern
oder Kisten, oder auch lose im Schiffsunter-
raum liegend verschifft und in letzterer Art
manchmal frachtfrei mitgenommen. — Zoll:
Perlmutter und Nachahmungen davon, sowie
Waren ganz oder teilweise daraus s. Tarif
Nr. 605/6.

Perlweiß. Diesen Namen führt außer
Bl ei weiß, dem man durch Zusatz von etwas
Berlinerblau einen bläulichen Schein gegeben
hat, auch das Wismutoxychlorid oder
sogenannte Spanische Weiß. — Zollfrei.

Permanentweiß (Barytweiß, Blanc
fixe), die aus künstlich gefälltem Baryum-
sulfat bestehende schöne Malerfarbe, wird
entweder aus Schwerspat oder Witherit her-
gestellt. Der fein pulverisierte Schwerspat
wird durch Glühen mit Kohle in Baryum-
sulfid übergeführt, letzteres in Wasser oder
Salzsäure gelöst und mit verdünnter Schwefel-
säure oder Glaubersalzlösung gefällt. Der
Witherit kann direkt in Salzsäure gelöst und
mit Schwefelsäure gefällt werden. Der ent-
standene Niederschlag wird mit Wasser gut
ausgewaschen, dann zum Abtropfen auf Filter
gebracht und gelangt oft in noch feuchtem,
breiförmigem Zustande in den Handel, da
Trocknen die Deckkraft verringert. P. hat
vor allen weißen Farben den Vorzug großer
Beständigkeit, läßt sich mit anderen Farben
gut mischen und ist ungiftig. Es wird außer
als Malerfarbe als Füllmaterial für Papier
und zum Färben von Tapeten und Glacepapier
benutzt, da es durch Bürsten einen schönen
Glanz annimmt. — Zoll: S. Tarif Nr. 325.

Persennige (Persening) nennt man alle
wasserdicht gemachten Gewebe aus Leinen-,
Hanf- oder Jutegarn, die zu Wagenplanen,
Kahndecken usw. verwendet werden. Die
Eigenschaft der Undurchlässigkeit erhalten
sie durch Überzüge aus Mischungen von
Kasein mit Mehl und Kalk, oder besser noch
durch Leim mit einer Lösung von doppelt-
chromsaurem Kali und nachfolgendes Belich-
ten an der Sonne. Ursprünglich führte diesen
Namen nur geteertes Segeltuch. — Zoll:
S. Tarif Nr. 504/6.

Persiko, ein beliebter Likör, wird durch
Abziehen von bitteren Mandeln oder Pfirsich-
kernen mit Spiritus erhalten. Unter den
zusammengesetzten Ölen des Handels, welche
zur Herstellung bestimmter Likörsorten oder
vielmehr deren Nachahmung dienen, findet
sich als das teuerste auch Persikoliköröl.
— Zoll: Persikolikör s. Tarif Nr. 178/9.
Persikoliköröl: 30 M.

Perubalsam (Salvadorbalsam, lat. Bal-
samum peruvianum, frz. Baume de Perou,

engl. Balsam of Peru) wird nicht in Peru,
sondern ausschließlich auf der sog. Balsam-
küste im westlichen Mittelamerika von den
Häfen Acajutla bis Libertad in San Salvador
gewonnen. Den Namen P. erhielt er ledig-
lich, weil er über Peru in den Handel kam.
Der P. stammt von der baumartigen Papi-
lionacee Toluifera Pereira (früher My-
roxylon sonsonatense genannt), welche erst
vom 25. Jahre an Erträge liefert, aber
mehrere hundert Jahre alt wird. Zur Gewin-
nung des Balsams löst man die durch Klopfen
gelockerte Rinde an vier Stellen, so daß
zur Verhinderung des Absterbens dazwischen
unverletzte Rindenstreifen stehen bleiben, und
befestigt an den entblößten Stellen Zeug-
lappen, welche den ausfließenden Balsam auf-
saugen. Nach zweimaligem Anlegen solcher
Lappen, welche jedesmal acht Tage liegen
bleiben, schwelt man die verwundeten Stellen
mit Hachones, Fackeln aus einem harzreichen
Schilfrohr, an und fängt den jetzt reichlicher
ausfließenden Balsam wieder mit Lappen auf.
Die letzteren werden mit Wasser ausgekocht,
wobei sich nach dem Erkalten der Balsam
unten abscheidet und auf Kürbisflaschen ge-
füllt wird. Der Versand nach Europa erfolgt
in Blechgefäßen von 10—50 kg. Die Bäume
geben das ganze Jahr hindurch, besonders'
in der trockenen Jahreszeit, Balsam, und
zwar durchschnittlich je 2—3 kg. Der P. hat
eine dunkelrötlichbraune Farbe, sirupartige
Konsistenz und ist in dünnen Schichten durch-
sichtig. Er ist nicht klebrig, sondern fühlt
sich zwischen den Fingern ölig an. Sein
Geruch ist angenehm vanilleartig, der Ge-
schmack anfangs milde, später bitterlich-
kratzend. Das spez. Gew. beträgt 1,100—1,150.
P. löst sich in Alkohol, Chloroform und
Essigäther. Er besteht aus einem flüssigen
und einem festeii Anteile, von dem der
erstere, das Zinnamein, als ein Gemisch
von Benzoesäurebenzylester und Zimt-
säurebenzylester mit geringen Mengen
Zimtsäure und Vanillin anzusprechen ist. Der
feste Anteil ist ein esterartiges Harz, aus
welchem Zimtsäure, Benzoesäure und Peru-
resitannol abgeschieden werden kann.
Seines hohen Preises wegen ist er häufigen
Verfälschungen, besonders durch Kopaiva-
balsam und fette Öle, unterworfen. P. findet
mannigfache V erwendung gegen Krätze, zu
Einreibungen gegen wunde Hautstellen, als
Mittel gegen Tuberkulose, übelriechende
Nasenausflüsse und gegen Haarkrankheiten.
Weiter wird er zum Überziehen von Schoko-
lade und als aromatischer Bestandteil von
kosmetischen Mitteln und Räucherpulvern be-
nutzt. — Zollfrei.

Petersilie (frz. Persil, engl. Parsley). Von
dieser in allen Küchengärten vorkommenden,
in Südeuropa einheimischen, zweijährigen
Doldenpflanze (Petroselinum sativum)
werden sowohl die Blätter, als auch die Samen
und die rübenartige Wurzel benutzt. — Das
Petersilienkraut ist, frisch gepflückt, ein
vielbegehrter Artikel des lokalen Gemüse-
handels und wird auch im getrockneten Zu-