﻿Pflanzentalge

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Pflaumenbaumholz

ba xwolle, Kapas, Kopak, Randoe,
Randoekopak, frz. Ouatte vögetale,
Duvet, Coton soyeux, engl. Silk cotton,
Simool cotton, Raw cotton). Diese haupt-
sächlich aus Java, Indien und Ceylon kom-
mende Wolle stammt von Eriodendron
anfractuosum DC. (Bombax pentandrum
L.) und besteht aus 0,5—2 cm langen, seiden-
artig glänzenden Fasern von gelblichweißer
bis brauner Farbe, welche kürzer, steifer und
elastischer als die der Baumwolle sind.
2. Ceibawolle (Paina limpa), angeblich
von Bombax heptaphyllum L. und von
Bombax Ceiba L., kommt aus Südamerika
und Westindien. Die Fasern sind 1—1,5 cm
lang, oft ziemlich weiß, häufiger aber hell-
braun. 3. Ochromawolle (frz. Edredon
vägötale, Patte de lifevre), von Ochroma
lagopus Sw., einer Bombacee, welche auf
Guadeloupe und Martinique angebaut wird,
ist gelbbraun gefärbt und 0,5—1,5 cm lang.
— Verwendung finden diese Pflanzenwollen
fast nur als Polstermaterial und zur Her-
stellung von Watte, hingegen sind sie zum
Verspinnen wenig geeignet. Nur die 2 bis
3 cm lange Wolle von Bombax heptaphyl-
lum soll zuweilen mit Baumwolle gemengt
versponnen werden. Namentlich die Kapok-
sorte bildet das beste pflanzliche Stopf- und
Polstermaterial und steht den echten Dunen
an Elastizität und Leichtigkeit nicht viel nach.
—- Zusätze von Baumwollenabfällen (Cotton
fly) und Pulufaser sind als Verfälschungen
zu beurteilen, da besonders die letztere schon
nach kurzem Gebrauche infolge ihrer Brüchig-
keit in Stückchen und Pulver zerfällt. — Zoll:
S. Tarif Nr. 28. 470.

Pflanzentalge. Mit diesem Namen be-
zeichnet man einige besonders harte Fette
vegetabilischen Ursprungs, welche wegen
ihrer äußeren Beschaffenheit vielfach auch
die falsche Bezeichnung Pflanzenwachs
führen. Zu ihnen gehört neben dem unter J.
besprochnen Japanwachs (s. d.) besonders
Myrika- oder Myrtenwachs, welches
durch Auskochen der Beeren mehrerer ame-
rikanischer Myrtaceen (Myrica carolini-
ensis, cerifera u. a.) gewonnen wird. Je
6—7 kg Beeren liefern 1 kg dieses sog.
Wachses, als eine durch Chlorophyll grün
gefärbte harte Masse vom Schmelzpunkt 40
bis 45°. Es besteht aus Triglyzeriden der
Palmitin-, Myrizin- und Stearinsäure und ist
sonach kein Wachs, sondern ein echtes Fett.
Die Verseifungszahl beträgt 206—212. My-
tikawachs dient zur Fabrikation von Kerzen.
Außerdem zählt man zu den P. den Mala-
bartalg (s. d.), den Mafurahtalg aus den
Samen von Mafureira oleifera und den
Chinesischen Talg aus den Samen von
Stillingia sebifera. Hingegen ist das Chi-
nesische Wachs als Produkt einer Schild-
laus anzusehen und unter Wachs besprochen
Worden. — Zoll: S. Tarif Nr. 73. 247.

Pflanzenwachse, Substanzen, welche an
Fruchten, Blättern und Rinden tropischer
Gewächse ausgeschieden werden, zeigen eine
dem Bienenwachs ähnliche chemische Zu-

sammensetzung, ohne doch mit ihm völlig
identisch zu sein, und können dieses für
gewisse Zwecke, besonders zur Kerzenfabri-
kation ersetzen. Das wichtigste P. ist unter
seinem Namen Carnaubawachs besprochen
worden. Eine andere Sorte soll von der in
den Anden heimischen Wachspalme (Cero-
xylon andicola) am ganzen Umfange des
Stammes als dichte harzig-wachsartige Rinde
ausgeschwitzt werden, ist aber noch nicht
näher untersucht worden. — Zoll: S. Tarif
Nr. 73. 247.

Pflaster (Emplastrum, frz. Emplätres,
engl. Piasters) nennt man in der Chemie
Verbindungen von Blei mit Fettsäuren. In
der Pharmazie versteht man darunter alle
zum Ankleben auf die Flaut bestimmten Arz-
neizubereitungen, welche entweder auf Stoff
gestrichen oder in Stangenform vorrätig ge-
halten werden und aus einer knetbaren,
wachsartigen Mischung von Fetten, Harz oder
Wachs mit anderen Stoffen bestehen. Nach
ihrer Grundmasse unterscheidet man ge-
kochte oder Bleipflaster (Emplastrum
Lithargyri), aus Olivenöl, Bleiglätte und
Schweinefett gekocht; geschmolzene oder
Harzpfiaster (Gummipflaster, E. ad-
haesivum, E. Lithargyri compositum)
aus Bleipflaster, Wachs, Harzen und Gummi-
harzen; Kautschukpflaster (Collempla-
strum), welche gelösten Kautschuk ent-
halten. Die medikamentösen P. zerfallen
in Spanischfliegen- und Zugpflaster (E.
Cantharidum ordinarium und perpetu-
um), Quecksilberpflaster (E. Hydrar-
gyri), Seifenpflaster (E. saponatum)
u. a. Im weiteren Sinne rechnet man zu
den P. auch den Klebtaffet und Klebe-
papier. Mit Ausnahme des englischen Pfla-
sters, Heftpflasters, Pechpflasters und der
Hühneraugenmittel dürfen P. als Heilmittel
nur in Apotheken verkauft werden. — Zoll:
S. Tarif Nr. 388.

Pflaumen (frz. Prunes, engl. Plums), die ein
beliebtes Obst bildenden Steinfrüchte, fin-
den sich in zahlreichen Arten, die sämtlich
der Gattung Prunus L. (frz. Prunier, engl.
Plum tree) angehören, besonders als Zwet-
schen, Hain-, Kirsch-, aprikosenähn-,
liehe, Damaszener- und Eierpflaumen,
Mirabellen und Reineclauden. Der Name
P. bezeichnet im Osten und Norden fast nur
die blaubereiften länglichen Zwetschen, im
Süden und Westen dagegen die runden und
rundlichen Früchte von gelber, gelblicher
und roter Farbe. Die P. bilden einen sehr be-
deutenden Handelsartikel, besonders als Back-
obst, zur Herstellung von Branntwein, Mus,
Sirup und zu Essig, sowie im frischen Zu-
stande. Als feinste Sorten gelten die Katha-
rinenpflaumen, Imperial (Sur choix, Rame
supörieure), sowie türkische und böhmi-
sche P. — Zoll: S. Tarif Nr. 47/8.

Pflaumenbaumholz (Zwetschenbaum-
holz), das Holz von Prunus domestica,
ist sehr dicht, von feinem Korn und dunkel-
rötlichbrauner Farbe und gegen den Kern