﻿Pflaumenkernöl

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Phosphate

hin mehr oder weniger mit braunroten und
violettroten Adern und Flammen geziert. Es
wird von Tischlern und Drechslern verarbeitet
und mit Vorliebe zu Faßhähnen und den
billigeren Holzblasinstrumenten verarbeitet.

— Zoll: S. Tarif Nr. 74ff. 615 ff.

Pflaumenkernöl (frz. Huile d'amandes de
prune, engl. Plumpern-Oil), das aus den
Pflaumenkernen gepreßte fette Öl, ist
blaßgelb, geruchlos, von mandelölähnlichem
Geschmack, hat ein spez. Gew. von 0,915 bei
15° C und erstarrt bei — 8,5° C. — Zoll:

S. Tarif Nr. 166/7.

Pflaumenmus (frz. Marmelade de prune,
Prunelöe, engl. Paste of plums) besteht aus
dem von Kernen und Schalen befreiten
Fruchtfleisch der Pflaumen, welches
längere Zeit, bis die nötige Konsistenz er-
reicht ist, in kupfernen Kesseln gekocht wird.
Nach dem Kochen muß man das P. noch
warm aus dem Kessel schaffen, da beim
Erkalten und längeren Stehen im Kessel
leicht etwas Kupfer aufgelöst wird (s. Marme-
laden). — Zoll: S. Tarif Nr. 49.

Pharaoschlangen, ein bekannter Scherz-
artikel, bestehen aus einer Mischung von
Gummischleim mit Rhodanquecksilber. Sie
sind sehr giftig und daher vorsichtig auf-
zubewahren. Ein ungiftiger Ersatz enthält j
Kaliumdichromat, Kaliumnitrat, Zucker, Peru- j
balsam und Traganthschleim.

Phenazetin (Phenedin, Phenin, lat.
Phenacetinum, frz. Acetphenötidine, engl. ■
Phenacetine) ist in chemischer Hinsicht Azet- j
paraphenetidin und wird dementsprechend i
durch Kochen von Phenetidin (Paraamido- j
phenol) mit Eisessig gewonnen. Es bildet
weiße glänzende, geruch- und geschmacklose
Kristallblättchen, die in Wasser schwer, in
Alkohol leicht löslich sind und bei 13 5°
schmelzen. Ph. wird vielfach als Antipyre-
tikum, gegen Kopfschmerzen und Migräne
verordnet, da es die guten Eigenschaften
des Antipyrins und Antifebrins vereinigt, ohne
deren nachteilige Folgen zu zeigen. — Zollfrei.

Phenanthrenrot, ein seit 1886 im Handel
vorkommender Teerfarbstoff, besteht aus
dem Natronsalze des Alphanaphtylsulfosäure-
osazonphenanthrenchinons. Das braunrote
Pulver gibt mit heißemWasser eine kirschrote,
mit konzentrierter Schwefelsäure eine blaue
Lösung, aus welcher beim Verdünnen ein
gelbbrauner Niederschlag ausfällt. Wolle
wird in sauerem Bade rot gefärbt. -— Zollfrei.

Phenokoll (lat. Phenocollum), eindemPhen-
azetin verwandtes Phenetidinderivat (Glyko-
kollparaphenetidin, Amidophenazetin), bildet
farblose Kristallnadeln vom Schmelzpunkte
95°, welche in kaltem Wasser, Äther, Benzol
und Chloroform schwer, in heißem Wasser
und Alkohol leicht löslich sind. Die Salze,
besonders das salzsaure, essigsaure und
kohlensaure P. werden wie Phenazetin gegen
Fieber und Rheumatismus angewandt. —
Zollfrei.

PhenolphtaleTn (Dioxydiphenylphta-
lid, D iparaoxypht al olphenon) wird
durch Erhitzen eines Gemisches von Phthal-

säureanhydrid, Phenol und Zinnchlorid (oder
auch Schwefelsäure) auf 115—120°, Aus-
kochen des Reaktionsproduktes mit Wasser,
Lösen in Natronlauge und übersättigen mit
Essigsäure dargestellt. Das durch Umkristalli-
sieren aus Alkohol gereinigte P. dient als
Indikator in der Titrieranalyse, z. B. bei
Essigprüfungen, weil seine alkoholische oder
verdünnte wässerige Lösung durch den ge-
ringsten Überschuß von Alkali intensiv pur-
purrot, durch Zusatz von überschüssiger Säure
aber wieder farblos wird. — Zollfrei.

Phenolquecksilber (lat. Hydrargyrum car-
bolicum oxydatum, Hydrargyrum phenolicum),
ein Mittel gegen Syphilis, entsteht durch
Fällen einer konzentrierten Lösung von Phe-
nolkalium mit alkoholischem Quecksilber-
chlorid als ein farbloses Kristallpulver. —
Zollfrei.

Phenosafranin (Safranin B extra), ein
durch Oxydation eines Gemisches von Para-
phenylendiamin und Anilin dargestellter Teer-
farbstoff, ist seiner chemischen Zusammen-
setzung nach Paraamidophenylparaamidophen-
azoniumchlorid. Es bildet grüne glänzende
Kristalle, die in Wasser leicht mit roter Farbe
löslich sind. Konzentrierte Schwefelsäure gibt
eine grüne Lösung, die beim Verdünnen mit
Wasser erst blau, dann violett und schließlich
rot wird. Mit Tannin und Brechweinstein ge-
beizte Baumwolle wird rot gefärbt. — Zollfrei.

Phenylurethan (Euphorine), ein neueres
viel gerühmtes Mittel gegen Gelenkrheuma-
tismus, entsteht durch Behandlung von Chlor-
ameisensäuremethylester mit Anilin und ist
demnach als Phenylkarbaminsäureäthylester
anzusprechen. Es bildet weiße, bei 49°
schmelzende Kristalle, von nelkenähnlichem
Geschmacke, welche sich leicht in Alkohol
und Äther, hingegen nicht in Wasser lösen.
— Zollfrei.

Phloridzin nennt man ein kristallisierbares
Glukosid, welches durch Ausziehen der Rinde
von Apfel-, Birnen-, Pflaumen- oder Kirsch-
bäumen mit 60proz. Alkohol in Form zarter
glänzender Nadeln erhalten wird. Es zerfällt
beim Kochen mit verd. Säuren in Phloretin
und Zucker und findet an Stelle des Chinins
als Fiebermittel Anwendung. — Zollfrei.

Phloxin ist der Name mehrerer Teerfarb-
stoffe, von denen folgende die gebräuchlich-
sten sind: Phloxin P, wird erhalten durch
Einwirkung von Brom auf Dichlorfluoreszein
und besteht aus dem Natronsalze des Tetra-
bromdichlorfluoreszems. Das braungelbe Pul-
ver gibt mit Wasser eine kirschrote, grüngelb
fluoreszierende Lösung, welche Wolle bläu-
lichrot färbt. Phlox in PA, wird durch Ein-
wirkung von Brom auf Tetrachlorfluoreszein
in alkoholischer Lösung erhalten und besteht
aus dem Natronsalze des Tetrabromtetrachlor-
fluoreszelns. Das ziegelrote Pulver ist in
Wasser leicht löslich mit blauroter Farbe
und schwacher dunkelgrüner Fluoreszenz. —
Zollfrei.

Phosphate. Im allgemeinen bedeutet dieser
Name soviel wie phosphorsaure Salze, z. B.
Natriumphosphat, Eisenphosphat, im Plandel