﻿Phosphorsalz

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Photographische Apparate

welcher wieder zur Fabrikation von Jod-
methyl und Jodäthyl für die Teerfarben-
industrie verwendet wird. Die Hauptmenge
des roten P. aber dient zur Herstellung der
sogen, schwedischen Zündhölzer. — 3. Der
sogen, metallische oder rhomboedrische
P. wird erhalten, wenn man P. mit Blei in
zugeschmolzenen Röhren längere Zeit bis
nahe zur Rotglut erhitzt. Er stellt schwarze,
glänzende rhomboedrische Kristalle vom spez.
Gew. 2,340 dar und hat nur wissenschaft-
liches Interesse. — 4. Der sogen, hellrote P.
von Schenk, welcher beim Erhitzen von
weißem giftigen P. in Phosphortribromid ent-
steht, ist nicht reiner P., sondern ein Gemisch
von Bromphosphor mit elementarem P. Er
ist völlig ungiftig, hat vor dem amorphen,
roten P. den Vorzug, daß er sich an jeder
Reibfläche entzündet, und wird daher neuer-
dings, nach dem gesetzlichen Verbot des gif-
tigen P., zur Herstellung von Zündhölzchen
(s. d.) benutzt. — Zoll: S. Tarif Nr. 269.

Phosphorsalz. Diesen Namen führt das
phosphorsaure Natron-Ammoniak, ein
Doppelsalz, welches außer phosphorsaurem
Natron noch phosphorsaures Ammoniak ent-
hält. Es bildet kleine, weiße, an der Luft
leicht feucht werdende Kristalle und wird
in der Lötrohrchemie benutzt. — Zollfrei.

Phosphorsäure (lat. Acidum phosphoricum,
frz. Acide phosphorique, engl. Phosphoric
acid). Von den verschiedenen in der Chemie
als Phosphorsäure bezeichneten Verbindungen
besitzt die sog. Orthophosphorsäure die
größte Bedeutung. Sie findet sich in der
Natur in Form ihrer Salze, der Phosphate,
Weit verbreitet und setzt u. a. die Knochen,
Guano und Apatit zusammen. P. entsteht,
wenn man Phosphor im Sauerstoffstrome ver-
brennt und das in Form weißer Flocken
abgeschiedene Phosphorsäureanhydrid
(Phosphorpentoxyd) in heißem Wasser
löst, oder wenn man Phosphorpenta- oder
Oxychlorid mit kaltem Wasser behandelt.
Zur fabrikmäßigen Darstellung geht man ent-
weder von der Knochenasche oder vom Phos-
phor aus. Die im wesentlichen aus Trikalzium-
phosphat bestehende Knochenasche wird
durch Behandlung mit Schwefelsäure in freie
P. neben Kalzium- und Magnesiumsulfat zer-
legt, die von dem Gips abgegossene Lösung
eingedampft und nach Bedarf noch weiter ge-
reinigt. Diese, auch Acidum phosphori-
cum ex ossis genannte, P. ist meist etwas
kalkhaltig, für gewisse Zwecke in der Baum-
wollenfärberei und Kattundruckerei aber
direkt brauchbar. Eine reinere Säure (Aci-
dum phosphoricum e phosphoro) er-
hält man durch Erwärmen von Phosphor
mit Salpetersäure in Retorten, wobei nach
dem Verjagen der salpetrigen- und Salpeter-
säure die P. als mehr oder weniger dick-
flüssige, wasserhelle Flüssigkeit zurückbleibt.
Zur Beschleunigung der Oxydation wird meist
etwas Brom oder Jod hinzugegeben. Ein viel-
fach vorhandener geringer Arsengehalt läßt
sich durch Einleiten von Schwefelwasserstoff
leicht entfernen. Die reine Orthophosphor-

Merck’s Warenlexikon. 5. Aufl.

säure ist farblos und geruchlos und von
rein saurem Geschmack. Sie kommt in ver-
schiedenen Konzentrationen als 25proz. Säure
vom spez. Gew. 1,154, als 50proz. vom spez.
Gew. 1,350 und als 85proz. vom spez. Gew.
1,710 in den Handel. Die letztere, bereits
sirupöse, Säure scheidet bei weiterem Ein-
dampfen bis zum spez. Gew. 1,750 Kristalle
von wasserfreier P. ab, welche bei 38,6°
schmelzen und stark hygroskopisch sind. P.
bildet mit Basen drei Reihen von Salzen,
primäre, sekundäre und tertiäre (s. Kal-
ziumphosphat), welche mit Molybdänlösung
einen gelben, mit Magnesiamixtur einen
weißen Niederschlag geben. Durch Erhitzen
auf 250—260° geht die P. in Pyrophosphor-
säure über, während beim Erhitzen auf 300°
die Metaphosphorsäure entsteht, eine
weiche, glasige und klebrige Masse. Ein
Gemisch von Pyro- und Meta-P. mit ca. 15
bis 20°/o Natriummetaphosphat kommt in
Form glasharter, spröder Stängelchen als
Eis-P. (Acidum phosphoricum glaciale)
in den Handel und findet in der Färberei und
Zeugdruckerei, ferner in der Analyse zum
Trocknen von Gasen und in der Medizin be-
schränkte Anwendung. Die eigentliche Ortho-
phosphorsäure bildet als Ausgangsmaterial
für die Herstellung von Phosphaten eine der
wichtigsten Verbindungen. — Zollfrei.

Phosphorzinn, eine Verbindung von Zinn
mit Phosphor, wird zur Darstellung von Phos-
phorbronze (s. d.) benutzt. Das P. erscheint
als silberweißglänzende, blättrig-kristallinische
Masse, die auch bei höchstmöglichem Phos-
phorgehalt durch beliebig oft wiederholtes Um-
schmelzen keinen Phosphor verliert, so daß
beim Legieren von Kupfer mit diesem P.
keine anderen Vorsichtsmaßregeln zu beob-
achten sind, wie bei Anwendung von gewöhn-
licher Bronze. Das P. wird von den Grau-
pener Zinnwerken zu Mariaschein in Böhmen
geliefert und zwar gewöhnlich in zwei Sorten:
Nr. 0 mit 5°/o und Nr. 1 mit 2V2°/o Phosphor.
Der Schmelzpunkt der ersteren liegt bei 500°.
— Zoll: S. Tarif Nr. 860 ff.

Photographische Apparate und Geräte.
Die Photographie, „die Herstellung von Bil-
dern durch das Licht“, beruht auf der Schwär-
zung des vom Licht getroffenen Bromsilbers
durch reduzierende Chemikalien, die Ent-
wickler. Das Bild wird in einem lichtdichten
Behälter, der Kamera, durch Sammellinsen,
Objektive, entworfen. Je nach der Schärfe
und Lichtstärke ihrer Bilder, unterscheidet
man die Objektive als Landschafts-
linsen, Periskope, Aplanate, Anastig-
mate und je nach ihrem Bildwinkel und der
dadurch bedingten Perspektive als Weit-
winkel-, Universal-, Porträt-, Tele-
objektive. Es gibt sogenannte gekittete
und ungekittete Konstruktionen. Die Größe
des Abbildungsmaßstabes hängt außer von
der Entfernung nur noch von der Brenn-
weite ab. Das Bromsilber wird auf starrer
oder biegsamer Unterlage angewandt als
Platten resp. Films. Letztere werden rollen-
förmig (Rollfilms) oder als Einzelblätter über-

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