﻿Photographische Papiere	371	Photographische Papiere

und entwickelt, und diese Arbeit so oft fort-
gesetzt, bis eine genügende Dichte des Posi-
tivs erreicht ist. — Von den vorher genannten
Papiersorten sind folgende besonders zu er-
wähnen: 1. Auskopierpapiere. •— Albu-
in atpapier (Mattalbuminpapier) ist ein licht-
empfindliches Kopierpapier, das sich lange
Zeit gebrauchsfähig erhält und besonders zur
Herstellung vornehm wirkender, photographi-
scher Kopien benutzt wird. Es ist in ver-
schiedenen Stärken und Rauheiten des Roh-
stoffes erhältlich und hat eine stumpfe Ober-
fläche. Die lichtempfindliche Schicht ist durch
Einwirkung einer Silbernitratlösung auf die
vorher gesalzene Papierfläche erzeugt und be-
sitzt infolgedessen eine absolute Unverletz-
lichkeit. Kopien auf solchem Papier werden
bis zur vollen Kraft auskopiert, durchWasser
von allem löslichem Silbersalz befreit, imPlatin-
bade getont und hierauf in Natriumthiosulfat-
lösung fixiert. Es lassen sich bräunliche, bläu-
liche und schwarze Töne erzielen. Wird das
Platinbad ausgeschaltet, so resultieren beim
Fixieren rötliche Töne. Auch durch An-
wendung des Goldbades, sowie der Kombi-
nation des Gold- und Platinbades kann man
verschiedene Töne erzielen. Albumatpapier
ist ein Erzeugnis der „Vereinigten Fabriken
Photographischer Papiere“ in Dresden. —
Albuminpapier nennt man das, mit einer
gesalzenen Eiweißschicht überzogene Papier,
das durch Schwimmenlassen auf einem Silber-
bade lichtempfindlich zu machen ist. Im Han-
del erscheinen „einfach“ und „doppelt albu-
minierte“ Papiere. Erstere werden nach dem
Bade in der Eiweißlösung zum Trocknen auf-
gehängt und in den Handel gegeben, letztere
nach dem Trocknen nochmals albuminiert,
wobei die zuerst beim Trocknen oben befind-
liche Kante nunmehr nach unten genommen
wird. Durch diese Behandlung ist ein gleich-
mäßigeres Fabrikat gewährleistet. Albumin-
papier wird auch haltbar gesilbert in den
Handel gebracht. Die besten Resultate
werden erzielt, wenn das Papier am Tage des
Silberns gleich verarbeitet wird. Die Ver-
arbeitung erfolgt in der Weise, wie es bei
Chlorsilberpapieren allgemein üblich ist.
Die Schicht der im Handel befindlichen
Albuminpapiere ist meist etwas rosa oder
pensü angefärbt, um den zu erzielenden bläu-
lichen Ton zu unterstützen. Als Tonbad wird
fast ausschließlich Goldbad benützt. Der
Hauptsitz der Albuminpapierfabrikation ist
Dresden. — Aristopapier dient zur Her-
stellung von photographischen Abzügen, be-
sonders kleinerer Formate. Es ist ein Chlor-
silbergelatinepapier mit Silbernitratüberschuß
in der Emulsion, wodurch die Möglichkeit
geboten wird, das Bild am Licht unter dem
Negativ bis zur gewünschten Kraft auszu-
kopieren. Es kann hierauf sowohl im Ton-
fixierbade das gleichzeitige Tonen und
Fixieren erfolgen, oder getrennt getont und
fixiert werden. Wünscht man Hochglanz-
bilder, so quetscht man das fertige Bild auf
eine mit Talkum abpolierte Spiegelglasplatte,
läßt trocknen und zieht das Bild mit Hoch-

glanz ab. — Arrow-rootpapier dient dem
gleichen Zwecke wie Salzpapier. Neben Salz
ist das Papier mit einem Überzug von Arrow-
root versehen, um die Kraft und gleichzeitig
das stumpfe Aussehen der darauf zu kopieren-
den Abzüge zu erhöhen. — Aurentum-
papier nannte man ein photographisches
Gelatineauskopierpapier mit einer gold-
haltigen Chlorsilberemulsion, die es ermög-
lichte, durch einfaches Fixieren der Bilder in
Natriumthiosulfatlösung einen bläulichen Ton
zu erzielen. Das Papier wird heute nicht
mehr fabriziert, doch sind an dessen Stelle
ähnliche Präparate unter der Bezeichnung
„selbsttonende“ Papiere getreten. — Ba-
rytpapier ist ein mit einem Gemisch von
Barytweiß und Gelatine oder sonstigem Binde-
mittel überzogenes Papier, das zur Herstellung
von photographischen lichtempfindlichen Pa-
pieren dient. Das Aufträgen der Barytschicht
erfolgt mit Hilfe von Streichmaschinen, und
darauf das Glätten der rollenweise barytier-
ten Papiere durch den Kalander. Durch
die Barytschicht wird einerseits eine innigere
Verbindung der Emulsion mit dem Papier
herbeigeführt, anderseits die Mattierung oder
der Glanz der Emulsionsschicht bestimmt.
Alle Zelloidin-, Aristo-, Gaslicht-, Protalbin-
papiere usw. sind auf Barytpapier emulsio-
niert. Den Glanz barytschichten ist gewöhn-
lich ein rötlicher oder bläulicher Farbstoff
beigemengt, während das Mattbaryt nur in
rein weiß gefertigt wird. — Chlorsilber-
papier ist die Bezeichnung für die um-
fassende Gruppe jener photographischen
Papiere, bei denen das lichtempfindliche
Chlorsilber in irgend einer Form auf der
Papierfläche liegt. Sie lassen sich in zwei
Hauptgruppen einteilen: 1. Papiere, die zuerst
gesalzen und hierauf gesilbert werden.
2. Solche, die das Chlorsilber, mit irgend einer
kolloidalen Substanz verbunden, in Form
einer Emulsion aufgetragen erhalten. Zu den
Papieren unter 1. gehören Matt- (Albumat) und
Glanzalbumin, sowie die gesilberten, unter
verschiedenen Namen erscheinenden Salz-,
Alge'in- und Arrow-rootpapiere. Zur 2. Gruppe
zählen Zelloidin-, Gelatine- (Aristo-), Protalbin-
und Kasein-(Casoidin)papiere. Bei allen Chlor-
silberpapieren, welche das Bild bis zur nötigen
Kraft auskopieren lassen, ist Silbernitrat im
Überschuß vorhanden, und damit die Halt-
barkeit des Papiers eine begrenzte. — Harz-
emulsionspapier wird zur Herstellung sol-
cher photographischer Abzüge benutzt, die
eine stumpfe Oberfläche besitzen sollen. Es
ist nicht mit einer lichtempfindlichen „Emul-
sion“ bedeckt, wie die Bezeichnung vermuten
ließe, sondern das Rohpapier wird zur
Erzielung einer gewissen Stumpfheit der
Schicht mit einer Harzlösung überzogen, die
zudem die Papierfaser abschließt und das
Entstehen kräftiger Abzüge unterstützt. Das
mit der Harzlösung und Chlorsalzen vor-
bearbeitete Papier wird auf dem Silberbade
bzw. durch Überpinseln mit Silberlösung licht-
empfindlich gemacht und erfährt von da ab
die gleiche Behandlung wie Albumatpapier.