﻿Photographische Papiere

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Photographische Papiere

— Orppapier ist die Bezeichnung für ein,
früher Anker-Dorapapier genanntes, Zelloidin-
papier, das man zur Erzielung einer bläu-
lichen Photographie, nach dem Kopieren,
ohne auszuwaschen, in einem gewöhnlichen
Salzbade behandelt. Der Tonprozeß voll-
zieht sich darin in etwa 5 Minuten, worauf
im Natronbade zu fixieren ist. Das Mattpapier
der gleichen Präparation wird im Salzwasser
nur kurz angetont und im Platinbade weiter-
behandelt. — Protalbinpapier wird ver-
arbeitet wie Zelloidinpapier, unterscheidet sich
aber von diesem dadurch, daß die Emulsion
nicht aus Kollodium, sondern aus Pflanzen-
eiweiß besteht. Die Schicht ist im nassen, wie
trockenen Zustande bedeutend widerstands-
fähiger als Zelloidin. Die Tonskala der Bilder
ist eine umfangreichere, ähnlich der auf Al-
buminpapier. Das Tonen erfolgt am besten
im Rhodangoldbade. — Rembrandtpapier
ist die Phantasiebezeichnung für eine Spezial-
marke von photographischem Zelloidinpapier
mit besonders kontrastreichen Eigenschaften.
Es enthält als kontrastbewirkende Substanz
reichlich Silberchromat, was sich auch durch
eine auffallend dunkle Färbung der für ge-
wöhnlich stets weißen Schicht zu erkennen
gibt. Dieses Papier, das in verschiedenen
Kontrastgraden im Handel ist, kopiert sehr
langsam, erweist sich aber sehr brauchbar,
wenn es gilt, nach grauen Negativen brillante
Abzüge zu gewinnen. Die Verarbeitung des
Rembrandtpapiers weicht im übrigen von der
des Zelloidinpapiers nicht ab. — Salzpapier,
ein mit Chlorsalzlösung überzogenes Roh-
papier, wird benützt, um durch nachträg-
liches Behandeln mit einer Silberlösung eine
lichtempfindliche Chlorsilberschicht zu er-
zeugen. Auf solchem Papier können dann
photographische Abzüge bis zur vollen Kraft
auskopiert werden. Die weitere Behandlung
erfolgt wie bei Albuminpapier. Salzpapier
ist unbeschränkt haltbar. — Saturat-
papier wird ein photographisches Kopier-
papier genannt, dessen Rohstoff nicht ein-
seitig sensibilisiert ist, sondern durch die
ganze Papiermasse die lichtempfindliche
Schicht trägt. Die Präparation ist nicht
wie gewöhnlich durch Bestreichen oder
Schwimmenlassen, sondern durch Baden des
Papieres erzielt, und infolgedessen kann das
Bild auf einer beliebigen Seite hergestellt
werden. Die Verarbeitung ist die gleiche wie
die des Albumatpapiers. — Zelloidinpapier,
auch Chlorsilberkollodionpapier ge-
nannt, ist ein photographisches Kopierpapier,
bei dem das lichtempfindliche Chlorsilber in
Kollodium emulsioniert und auf Barytpapier
aufgetragen ist, wobei Matt- und Glanzbaryt
Anwendung findet. Die Emulsion wird mit
Hilfe von Gießmaschinen aufgetragen, und viele
Meter Papier zusammenhängend präpariert.
Die kopierten Bilder können im kombinierten
Tonfixierbade, oder auch im getrennten Ton-
und Fixierbade behandelt werden. Für mat-
tes Zelloidinpapier findet das Platinbad zur
Erzielung schwarzer Töne Anwendung. Das
lichtempfindliche Papier hält sich, vor Luft

und Licht geschützt, monatelang gut, später
bräunt es sich, tont langsam und ungleich-
mäßig. — Abziehbares Zelloidinpapier
unterscheidet sich vom gewöhnlichen Zelloi-
dinpapier dadurch, daß bei der Präparation
kein Barytpapier erforderlich ist, sondern
mit Gelatine vorpräpariertes Papier zur An-
wendung gelangt. Das auf solchem Papiere
hergestellte photographische Bild wird auf
eine mit unlöslich gemachter Gelatine über-
zogene Glas- oder Porzellanfläche aufge-
quetscht und in heißes Wasser gelegt. Hierin
löst sich die zwischen Papier und Zelloidin-
schicht eingelagerte Gelatine auf, das Papier
verliert somit seinen Halt, schwimmt ab bzw.
läßt sich abziehen, während das Bild auf der
neuen Unterlage haften bleibt. Das Papier
findet Anwendung zur Herstellung von Pro-
jektionsdiapositiven, sowie von Bildern auf
Porzellangegenständen usw. — 2. Gering-
empfindliche Papiere. — Blaudruck-
papier (Cyanotyppapier) ist ein mit Eisen-
salzen überzogenes Papier, das zur Her-
stellung von Lichtpausen benützt wird. Die
Präparation beruht auf der Eigenschaft der
Eisenoxydsalze, sich am Lichte in Eisenoxydul
zu verwandeln und in Verbindung mit Ferri-
cyankalium (rotem Blutlaugensalz) eine blaue
Färbung anzunehmen. Wird Papier mit der
Lösung eines Eisenoxydsalzes überstrichen,
hierauf unter einer Zeichnung dem Licht
ausgesetzt, so werden die belichteten Stellen,
bei der nachträglichen Behandlung mit Ferri-
cyankaliumlösung blau gefärbt, während die
nichtbelichteten weiß bleiben. Unter einer
Zeichnung, die schwarz auf weißem Grunde
steht, muß sonach der weiße Grund des
Originals blau erscheinen, während die schwar-
zen Linien weiß werden. Die Kopie erscheint
somit negativ. Bei dem käuflichen Blau-
druckpapier ist gewöhnlich eine Mischung
von Eisenoxyd und Ferricyankaliumlösung auf-
getragen. Der anfänglich hellgelbe Grund
wird am Lichte dunkler und nimmt schließ-
lich durch Eintauchen in Wasser an den be-
lichteten Stellen eine dunkelblaue Färbung
an, während sich an den nichtbelichteten
Stellen die aufgetragene Mischung löst und
den ursprünglichen weißen Papiergrund
zeigt. Wird an Stelle des roten Blut-
laugensalzes gelbes genommen, so resul-
tieren positive Kopien, doch ist das Ver-
fahren nicht so einfach und zuverlässig als
der Negativprozeß. — Eisengalluspapier,
für den schwarzen Lichtpausprozeß bestimmt,
ist wenig haltbar. Zur Präparation verwendet
man eine Mischung von Gelatine oder Gummi
arabikum, Weinsäure, Ferrosulfat und Ferro-
chlorid mit Wasser, belichtet, wobei die gelbe
Schicht, im Gegensatz zum Blaudruck, aus-
bleicht, und schwärzt hierauf durch Eintauchen
in Gallussäurelösung. Auch werden Papiere
in den Handel gebracht, die bereits mit
Gallussäure versetzt und zum Entwickeln
lediglich in Wasser zu legen sind. Zur Er-
zielung größerer Reinheit pflegt man das
Rohpapier bisweilen vor der Präparation mit
Gelatinelösung zu überziehen, um nach dem