﻿Photographische Papiere

Photographische Papiere

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Trocknen erst die lichtempfindliche Schicht
aufzutragen. ■— Lichtpauspapier wird
fabrikmäßig, in Rollen mit lichtempfindlichen
Lösungen überzogen, hergestellt und kann
längere Zeit, vor Licht geschützt, gebrauchs-
fertig aufbewahrt werden. Man unterscheidet
negatives und positives Eisenblaupapier, Se-
piapapier, Negropapier usw. Bei längerer
Aufbewahrung zersetzen sich die lichtemp-
findlichen Schichten auch ohne Einwirkung
des Lichtes und geben dann keine klaren
kräftigen Pausen, weshalb frischen Präpa-
rationen stets der Vorzug zu geben ist. Zu-
weilen wird der Weg eingeschlagen vom
Original zunächst eine negative Pause auf
Sepiapapier zu machen, um von dieser
wieder die gewünschte Anzahl von positiven
Pausen auf dem leichter zu behandelnden
Blaupapier herzustellen. — Platinpapier
wird das für die Herstellung von Platino-
typien erforderliche, mit einem Gemisch von
Eisenoxyd- und Platinsalzen überzogene Papier
genannt. Man unterscheidet drei verschiedene
Arten von Platinpapier: 1. das direkt ko-
pierende, 2. das zum Entwickeln bestimmte,
3. das gleiche wie 2., jedoch mit sehr wenig
Platin, wobei dem später anzuwendenden Ent-
wickler Platin zuzusetzen ist. — Bei dem
direkt kopierenden Platinpapier sind
alle Bestandteile gleich aufgetragen. Um die
direkte Schwärzung beim Kopieren zu erzielen,
muß ein bestimmter Grad von Feuchtigkeit
vorhanden sein, damit eine innige Verbin-
dung des Kalisalzes mit dem sich bildenden
Eisenoxydul stattfinden kann. Das Entwick-
lungspapier ist nur mit Eisenoxyd und Platin-
chlorür überzogen, kopiert bis zu einem ge-
wissen Grade an und wird durch Eintauchen
in eine Lösung von oxalsaurem Kali ent-
wickelt. Die Kraft des Bildes wird jedoch
lediglich von der Dauer der Lichtwirkung
bestimmt, so daß dem Entwicklungsprozeß
nur die Aufgabe zukommt, die Schwärzung
nach Maßgabe der stattgefundenen Belich-
tung durchzuführen. — Bei dem Entwick-
lungspapier mit Platin im Entwickler ist
der Präparation nur ein Teil des notwendigen
Platins zugefügt, während die Hauptmenge
im Entwickler enthalten ist. ln diesem Falle
wird das Papier nicht im Entwickler ge-
badet, sondern dieser mit der Platinlösung
auf das ankopierte Bild aufgestrichen. Das
präparierte Platinpapier muß unter Abschluß
von Licht und Luft, am besten in Chlor-
kalziumbüchsen aufbewahrt werden, um früh-
zeitiges Verderben zu verhüten. — Sepia-
eisenpapier (Kallitypie) ist mit Blaupapier
nahe verwandt. Auch hier bietet das Eisen-
oxyd die Grundlage, jedoch mit dem Unter-
schied, daß es nach der Umwandlung des
Oxydes zu Oxydul nicht mit Blutlaugensalz
in Blau, sondern mit Silbernitrat in Braun
überführt wird. Die käuflichen Papiere ent-
halten beide Salze, sowie auch weitere, den
Prozeß günstig beeinflussende Substanzen,
wie Säure, Gelatine usw. Die Kopie ist ledig-
lich in Wasser zu entwickeln. Bei der Be-
lichtung färbt sich die blaßgelbe Schicht

dunkel, bleicht aber bei verlängerter Belich-
tung wieder aus. Die eigentliche Kraft des
Bildes resultiert erst im Wasserbade. Durch
Änderung der Bestandteile der Präparations-
mischung, besonders durch Zusatz von neu-
tralem Kaliumoxalat, lassen sich verschiedene
Tonnuancen erzielen, wobei man dem Wasser
zum Entwickeln Borax und Kaliumnatrium-
tartrat zusetzt. Auf diese Weise entstehen käl-
tere, mehr violette Töne. Zur Erzielung von
größeren Kontrasten findet Kaliumbichromat
Anwendung. Die entwickelten Drucke werden
in lprozentigem Ammoniak- oder Natrium-
thiosulfatbade fixiert, hierauf gewässert und
getrocknet. — Sepiaplatinpapier be-
zeichnet eine Spezialpräparation des Platin-
papiers, bei dem Quecksilbersalze zur An-
wendung kommen, um eine sepiafarbene
Reduktion des Platinbildes herbeizuführen.
Diese Modifikation wird besonders bei Ent-
wicklungspapieren mit warmer Entwicklung
angewendet. Die auf Sepiaplatinpapier erzeug-
ten Kopien werden meist zur Erzielung einer
höheren Brillanz mit einem Lacküberzug ver-
sehen. — 3. Hochempfindliche Papiere.
— Bromsilberpigmentpapier ist ein licht-
empfindliches Bromsilberpapier, das gleich-
zeitig einen Erdfarbstoff in der Schicht ent-
hält. Die Verarbeitung erfolgt in der Weise,
daß man zunächst eine Belichtung unter dem
Negativ oder durch den Vergrößerungsapparat
vornimmt und darauf den Lichteindruck im
Entwickler zur Reduktion des Bromsilbers
heranzieht. Durch weitere Behandlung im
Chromatbade gelingt es, die Pigmentgelatine-
schicht an den im Entwickler geschwärzten
Stellen unlöslich zu machen, so daß bei
darauffolgendem Einlegen des Bildes in heißes
Wasser die Farbgelatineschicht überall da ab-
schwimmt, wo nicht vorher reduzierte Silber-
partikel vorhanden waren. Auf diese Weise
resultiert ein Farbenbild, das gleichzeitig ein
schwarzes Silberbild einschließt. Das letztere
kann evt. in der Schicht verbleiben und somit
zur Bildwirkung herangezogen werden, oder es
kann durch Behandlung des Bildes imFarmer-
schen Abschwächer entfernt werden, so daß
nur noch das reine Farbenbild, in Gelatine
gebettet, übrig bleibt. Das Papier muß vor
der Chromatbehandlung bei gelbem, rotem
oder grünem Lichte verarbeitet werden. Die
darauffolgenden Prozeduren können bei Tages-
licht erfolgen. — Bromsilberpapier ist ein
mit lichtempfindlicher Bromsilbergelatine-
Emulsion überzogenes Papier, das sowohl zur
Herstellung von photographischen Kontakt-
kopien als auch zu Vergrößerungen benützt
wird. Das Auskopieren des Bildes bis zur
gewünschten Kraft ist nicht möglich. Es wird
nur kurz belichtet, und das latente Bild durch
Einwirkung von reduzierenden Lösungen in
der Dunkelkammer entwickelt und im Na-
triumthiosulfatbade fixiert. Zur Erzielung
einer angenehmen Mattierung und dadurch
ermöglichten leichten Bemalbarkeit setzt man
der Emulsion auch Stärke zu. Wird die
Emulsion auf besonders vorbereitetes Papier
aufgetragen, so lassen sich auch Bilder mit