﻿Pimentöl

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Pinsel

Eine künstliche Färbung durch Eisenoxyd
muß deklariert werden. P. ist ein beliebtes
Küchengewürz. — Zoll: S. Tarif Nr. 67.

Pimentöl (Nelkenpfefferöl, lat. Oleum
amomi, frz. Essence de piment, engl. Oil of
pimento), das aus dem Piment durch Destil-
lation mit Wasserdampf gewonnene ätherische
Öl, ist gelb, dickflüssig, vom spez. Gew.
1,030—1,050 und riecht stark gewürzhaft.
Es besteht hauptsächlich aus Eugenol (s. d.)
und wird bei der Fabrikation gewürzbafter
und bitterer Liköre verwendet. Die Ausbeute
beträgt 3,5%. — Zoll: 30 M.

Pimpinellwurzel (Bibernellwurzel, lat.
Radix pimpinellae, frz. Racine de saxifrage,
engl. Pimperneil root) stammt von den zwei
bei uns häufig wild wachsenden Arten der
Umbelliferen, Pimpinella magna, der
großen, und Pimpinella Saxifraga, der
gemeinen P. oder Bibern eil. Die erste
dieser Doldenpflanzen wächst häufig auf
Wiesen, unter Gebüsch, an Rändern und lich-
ten Stellen der Wälder, die andere auf
trockenem, sandigem Boden, Triften, Hügeln
und Wegrändern. Die Wurzeln sind im Früh-
jahr von älteren Pflanzen zu graben und
enthalten Pimpinellin und ätherisches
Öl. Der Geruch ist stark, widerlich gewürz-
haft, der Geschmack scharf und brennend.
P. wird in Form vom Tinktur und Extrakt
gegen Heiserkeit, Husten und Magenkatarrh
angewandt, zum Hausgebrauch auch wohl mit
Branntwein angesetzt. — Zollfrei.

Pinchbeck, eine der zahlreichen goldähn-
lichen Kupfer-Zinklegierungen, ist dem Tom-
bak ähnlich zusammengesetzt. — Zoll: S.
Britanniametall.

Pincops heißen die von der Spinnmaschine
fertig gelieferten Kötzer von baumwollenem
Schußgarn, welche direkt in die Schütze des
mechanischen Webstuhls eingelegt werden.
— Zoll: S. Baumwolle.

Pingo-Pingowurzel (Pinco-Pinco), die
Wurzel von Ephedra andina, bildet ziem-
lich lange, etwas hin- und hergebogene Stücke
von etwa 5 mm Durchmesser. Die Rinde ist
hellbraun und blättrig, das Innere zeigt auf
dem Querschnitte eine zierliche, aus braunen
Und gelben Strahlen bestehende Zeichnung,
der Geschmack ist schwach bitter. Die aus
Peru und Chile eingeführte Wurzel soll als
Heilmittel gegen Stein- und Harnbeschwer-
den Verwendung finden. — Zollfrei.

Piniolen (Pineolen, Pignolen) sind die
Piniennüsse, besser -Kerne aus den Zap-
fen der Pinie (Pinus Pinea), eines schönen,
nur im Süden Europas, Italien, Spanien, Süd-
frankreich, gedeihenden Nadelbaums mit
schirmförmiger Krone. Die doppelt faust-
großen, eiförmigen, aufrechtstehenden und
nicht unter zwei Jahren reifenden Zapfen ber-
gen am Grunde ihrer Schuppen je zwei Sa-
men, die im Verhältnis zur Frucht auch größer
und inhaltreicher sind, als die in unseren
Nadelholzzapfen. Sie sind etwa 1 cm lang,
schmal und etwas gekrümmt, an beiden En-
den zugerundet und haben unter der rot-
braunen Oberhaut einen milchweißen, öligen

Kern, der den Nüssen und Mandeln ähnlich
aussieht und schmeckt, nur mit Beigabe eines
leisen, feinen Beigeschmacks nach Harz. Zum
Versand werden sie in geteerte Säcke ver-
packt und außer von Italien, besonders Si-
zilien, noch von der Levante, Marseille, Bar-
celona aus in den Handel gebracht. — Zoll:
S. Tarif Nr. 55.

Pink couleur (Nelkenfarbe, Mineral-
lack), ein feines, schweres Pulver von schön
rosenroter Farbe, bildet eine, hellem Krapp-
lack ähnliche, schöne, dauerhafte Farbe zum
Bemalen und Bedrucken von Porzellan und
Fayence, sowie zur Erzeugung farbiger Gla-
suren, von dunkelviolett bis rosa. Auch als
öl- und Wasserfarbe, sowie zur Bereitung
farbiger Papiere findet sie Verwendung. Der
Farbstoff ist seinem Wesen nach ein Glas
aus Zinnoxyd, Quarz und Kalk, das durch
chromsaures Zinnoxyd gefärbt ist, und wird
dureh Glühen von rotem chromsauren Kali,
Quarz- und Kreidepulver und Zinnoxyd dar-
gestellt. — Zollfrei.

Pinksalz (frz. Chloride d’ötain ammonia-
cale, engl. Pink-salt) besteht aus einer Verbin-
dung von Zinnchlorid (Zinntetrachlorid) mit
Salmiak und wird durch Vermischung heißer
konz. Lösungen beider Bestandteile herge-
stellt. Es bildet ein blendend weißes kristal-
linisches Pulver, das in Wasser leicht löslich
ist, oder bei Arbeiten mit verdünnteren Lö-
sungen größere wasserhelle glänzende Kri-
stalle. Man gebraucht die Lösungen dieses
Doppelsalzes besonders als Beize beim Hell-
rotfärben (Rosasalz). Seine Wirkung besteht
darin, daß sich beim Kochen von Stoffen mit
der Lösung Zinnoxyd festhaftend auf die
Faser niederschlägt und als Grund für Auf-
nahme der Farbe dient. — Zollfrei.

Pinsel (frz. Pinceaux, engl. Pencils). Man
unterscheidet Flaar- und Borstpinsel, von
denen die letzteren in ihrer Verwendbarkeit
und infolgedessen auch im Konsum die an-
deren bei weitem übertreffen. Die Borst-
pinsel sind dem Lackierer und Anstreicher,
wie dem Dekorationsmaler unentbehrliche
Hilfsmittel bei Ausübung ihres Gewerbes, und
zwar hauptsächlich die größeren Arten aus
weißer Borste in Holzkluppen, Eisenkapseln
oder Eisenringen, die unter der allgemein
üblichen Bezeichnung geschliffene Borst-
pinsel bekannt sind. Neben diesen, be-
sonders zum Lackieren dienenden P., werden
in der gleichen Art Pinsel aus falber
Borste hergestellt, die hauptsächlich beim
Aufträgen von Flüssigkeiten, wie Farbe, Fir-
nis, Leim, Teer usw. angewandt werden
und unter dem Fachausdruck Anstreich-
pinsel gehen. Andere Borstpinsel, die in
den verschiedensten Formen und in breite
Bleche gefaßt, fabriziert werden, sind dem
Fachmann unter den Namen Maserier-,
Zacken- oder Gabelpinsel, Modler,
Clairets, Ölfarbvertreiber usw. bekannt.
Eine Spezialität unter den breiten Pinseln,
die sog. Schläger aus extralanger kräftiger
russischer Borste (Schlägerborste), dienen
dem Lackierer zur Herstellung von Holz-