﻿Pyrodin

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Quark

lose, ölige, in Wasser und in Alkohol lösliche
Flüssigkeit von starkem, betäubenden Geruch
und großer Giftigkeit. Die hauptsächlichsten
Bestandteile sind außer dem eigentlichen P.
das Pikolin, Lutidin, Kollidin und Par-
volin, sämtlich starke, stickstoffhaltige, aber
sauerstofffreie Basen, die mit den Säuren
kristallisierbare Salze bilden. Die vier letz-
teren finden sich wieder in mehreren isomeren
Formen, die man als Alphakollidin usw.
unterscheidet. Das eigentliche P. ist eine
farblose Flüssigkeit vom spez. Gew. 0,980
und dem Siedepunkt 116,7°. Mit Zinn und
Salzsäure behandelt, geht es in Piperidin
über. — Zollfrei.

Pyrodin. Diesen Namen führt in der Phar-
mazie das Azetylphenylhydrazin. Es soll
bei akutem Gelenkrheumatismus gute Dienste
leisten, wird aber wegen seiner hohen Giftig-
keit nicht mehr verordnet. — Zollfrei.

Pyrogallussäure (Brenzgallussäure,
Dioxyphenylsäure, Pyrogallol, lat. Aci-
dum pyrogallicum, frz. Acide pyrogallique,
engl. Pyrogallic acid), ein dreibasisches Phe-
nol, entsteht beim trocknen Erhitzen der
Gerbsäure oder besser der Gallussäure auf
210—215° und folgendem Sublimieren mit
Kohlensäure, als weiße, lockere, blätterige
Kristallaggregate, die bei 131° schmelzen und
bei 210° destillieren. P. löst sich leicht in
Wasser, Alkohol und Äther. Die Lösungen
röten Lackmus nicht. Bringt man sie mit
Alkali zusammen, so absorbieren sie aus der
Luft rasch Sauerstoff und färben sich da-
durch tief dunkelbraun. Gold- und Silber-
salze werden durch P. leicht reduziert, welche
daher in der Photographie ausgedehnte An-
wendung findet. Auch benutzt man sie zum
Braunfärben der Haare. In den Magen ge-
bracht, wirkt sie stark giftig. — Zollfrei.

Pyrosin ist der Name einiger Teerfarb-
stoffe, vondenenPyrosin B dem Erythrosin
sehr nahe stehen soll und Pyrosin J dem
Erythrosin G. Das Pyrosin J besteht aus
dem Natronsalze des Dijodfluoresze'ins. Beide
sind braune, in Wasser mit roter Farbe lös-
liche Pulver. Die Lösung fluoresziert nicht.
— Zollfrei.

Pyrotechnische Waren. Mit diesem Namen
belegt man Feuerwerk oder Feuer-
werkskörper, gewisse leicht entzündliche
oder explodierbare Mischungen, welche in
Papier- oder Papphülsen gefüllt und teils
für die Zwecke der Kriegführung (grobe
oder Kriegsfeuerwerkerei), teils zur Be-
lustigung (Lustfeuerwerkerei) angebrannt
werden. Die Hauptmaterialien zu fast allen
Feuerwerkskörpern sind: Schwefel, Salpeter

Quäker-Oats (Haferflocken) bestehen
aus geschälten und zerquetschten Hafer-
körnern und enthalten neben 14,4°/o Protein
gegen 7°/o Fett. — Zoll: S. Tarif Nr. 164.

und Kohle, also die Bestandteile des Schieß-
pulvers, in verschiedenen Mengenverhält-
nissen, sowie gekörntes Schießpulver selbst,
und Mehl; für gewisse Zwecke ferner: Harz,
Kolophonium, Schellack, Lykopodium, Feil-
späne von Eisen, Stahl, Zink und Kupfer,
Magnesium, chlorsaures Kalium und chlor-
saures Baryum. Außerdem setzt man für Bunt-
feuer und Leuchtkugeln gewisse Substanzen
hinzu, welche der Flamme besondere Fär-
bungen erteilen, so salpetersaures Strontium,
salpetersaures Kupferoxydammoniak, salpeter-
saures Baryum, Grünspan, salpetersaures
Natron usw. Die bekanntesten Feuerwerks-
körper sind: Frösche, Raketen, Schwärmer,
Krakers, Leuchtkugeln, Girandolen, Feuer-
regen, Kanonenschläge, Feuerräder und ben-
galische Flammen. Bei der Aufbewahrung
und dem Abbrennqn von Feuerwerkskörpern
ist die größte Vorsicht zu beobachten. Für
den Transport auf Eisenbahnen besteht die
Bestimmung, daß seitens eines vereidigten
Chemikers auf dem Frachtbrief die Ungefähr-
lichkeit bestätigt wird, oder daß die betreffende
Fabrik eine diesbezügliche Verpflichtung ein-
gegangen ist, worauf sie bei der Versendung
hinweist. — Die einzelnen Feuerwerkskörper
müssen jeder für sich in mit festem Papier
umhüllte Kartons oder in Pappe oder starkes
Packpapier verpackt, und die Zündstellen jedes
einzelnen Körpers mit Papier oder Kattun
überklebt sein. Die zur Verpackung dienen-
den Kisten müssen vollständig ausgefüllt, und
etwaige Lücken mit Stroh, Heu, Werg, Papier-
spänen oder dergleichen so ausgestopft sein,
daß eine Bewegung der Pakete auch bei
Erschütterungen ausgeschlossen ist. Äußer-
lich sind die Kisten mit der deutlichen Auf-
schrift „Feuerwerkskörper aus Mehlpulver“
und dem Namen des Absenders zu versehen.

—	Die Feuerwerkskörper kamen zuerst in
China und Ostindien auf und bildeten von
dort lange Zeit einen Ausfuhrartikel; berühmt
hinsichtlich der Anfertigung sind zurzeit
namentlich Rom und Paris, doch liefert man
in Deutschland jetzt ebenso schöne Artikel
dieser Art. — Zoll: 30 M.

Pyrotin, ein im Jahre 1884 aufgekommener
Azofarbstoff, besteht aus dem Natronsalze
der Betanaphtylaminsulfosäureazoalphanaph-
tholmonosulfosäure. Es bildet ein braunrotes,
in Wasser mit gelbroter Farbe lösliches Pul-
ver und färbt Wolle im sauren Bade rot. —
Zollfrei.

Pyrozon nennt man eine Auflösung von
50°/o Wasserstoffsuperoxyd in Äther, die zur
Entfernung von Leberflecken benutzt wird.

—	Zoll: S. Tarif Nr. 389.

Quark (Quarg, Zwark, Matz, Bruch,
Matten) heißt die frisch gefällte geronnene
Käsemasse der Milch (s. d. und Kasein),
welche in manchen Gegenden auf Wochen-