﻿Raffmose

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Raps

ponariae, Seifenwurzel; R. sarsaparillae, Sassa-
parillwurzel; R. senegae, Senegawurzel; R.
taraxaci, Löwenzahnwurzel; Rhiz. tormentillae,
Tormentill wurzel; R. valerianae, Baldrian-
Wurzel; Rhiz. veratri albi, weiße Nieswurzel;
Rhiz. zedoariae, Zitwerwurzel; Rhiz. zingi-
beris, Ingwerwurzel u. a. — Zoll siehe unter
den betreffenden Artikeln.

Raffinose (Melitose, Melitriose, Gos-
sypose) ist eine eigentümliche Zuckerart,
die zwar keinen Handelsartikel bildet, aber
insofern ein besonderes Interesse darbietet,
als sie in der Rübenmelasse und in kleinen
Mengen zuweilen auch in dem Rübenzucker
vorkommt und dessen Drehungsvermögen für
das polarisierte Licht bedeutend vergrößert
(sogenannter Pluszucker der Zuckerfabri-
ken). Es hat sich herausgestellt, daß die R.
mit dem Zucker der Baumwollensamen,
Gossypose, identisch ist, daß sie ferner den
Hauptbestandteil der australischen Manna
(von Eucalyptus viminalis) bildet, den
man früher Melitose nannte, und daß sie in
den Rüben selbst schon fertig gebildet vor-
kommt. Da die R. leichter in Wasser lös-
lich ist, als die Saccharose (Rohr- und Rüben-
zucker), so sammelt sie sich bei der Zucker-
fabrikation in der Melasse an und findet
sich daher namentlich denjenigen Zucker-
sorten beigemengt, die aus Melasse durch das
Elutions-, Osmose- oder Bistrontiumverfahren
gewonnen wurden. Diese Zuckerarten zeigen
einen eigentümlichen Kristallhabitus, der sie
leicht als solche verrät, und der dem Fabri-
kanten höchst unerwünscht ist, weil er trotz
der höheren Polarisation die Ware schwer
verkäuflich macht und den Preis um 1—2 M.
für den Zentner erniedrigt.

Rainfarn (Wurmkraut, Wanzenkraut,
lat. Herba tanaceti, frz. Tanaisie, engl. Tansy)
ist die zur Familie der Kompositen ge-
hörige, bei uns an Rainen, Wegrändern und
Flußufern wachsende Pflanze, Tanacetum
vulgare, die aus der ausdauernden Wurzel
1—IV2 m hohe Stengel mit doppelt fieder-
teiligen, drüsig getüpfelten Blättern und
gipfelständigen, schirmförmigen Blütenstän-
den treibt. Die einzelnen Blütenköpfchen sind
goldgelb, halbkugelig und ohne Strahlblüm-
chen. Blätter und Blüten, namentlich die
letzteren, riechen stark gewürzhaft, kampfer-
artig und schmecken bitter. Man sammelt
entweder die vollkommen ausgebildeten Blü-
ten allein oder mit dem Kraute und benutzt
sie getrocknet teils in Pulverform, teils in
Abkochung als Wurmmittel. Das mit Wasser
abdestillierte ätherische öl, das Rainfarnöl
(lat. Oleum tanaceti, frz. Essence de tanaisie,
engl. Oil of tansy), ist eine gelbliche oder
grünliche, sehr flüchtige Flüssigkeit von
durchdringend kampferartigem Geruch und
bitterem Geschmack. Es hat ein spez. Gew.
von 0,925—0,950 und enthält einen aldehyd-
artigen Körper, Tanazeton (Thujon), fer-
ner eine Kampferart Borneol und einen
Kohlenwasserstoff (Terpen). — Zoll: Rainfarn
ist zollfrei. R.-Öl: 30 M.

Rak (Rack), soviel wie Arrak, ist eine
Benennung, welche in Ostindien gebrannten
Getränken jeder Art gegeben wird. Viel-
leicht hängt damit der Name Raki zusam-
men, der in der Türkei und überhaupt bei den
Mohammedanern ebenfalls alle Arten Brannt-
weine und Liköre bezeichnet und auch in
Slavonien und Illyrien für Pflaumenbrannt-
wein gebräuchlich ist. — Zoll: Siehe Tarif
Nr. 178/9.

Ramaß-Eisen (frz. Fer de ramasse, engl.
Scrap iron, Pagotted iron) ist ein Stabeisen,
welches aus altem Schweißeisen und Ab-
fällen, selbst alten Nägeln, Drehspänen und
Lochputzen hergestellt wird. Man ordnet die
Stücke in Pakete, welche mit Draht und
Bandeisen umbunden werden, bringt diese in
den Schweißofen und streckt sie unter dem
Dampfhammer und unter Walzen aus. R.
zeichnet sich meist durch größere Zähigkeit
aus und wird deshalb gern zu Radreifen,
Hemmschuhen und Ackerwerkzeugen ver-
wendet. — Verzollung: Tarif Nr. 785.

Ramid (Ramü, Rameh), eine dem China-
gras ähnliche Grasfaser, stammt von
Boehmeria tenacissima Gaud. Die Hei-
mat ist Ostasien, namentlich Indien, China
und der indische Archipel, doch bauen auch
die Südstaaten Nordamerikas R. an. Die R.
ist ein bis 3 m hoch werdender Strauch, der
sich perennierend ziemlich weit durch zahl-
reiche Schößlinge verbreitet. Geerntet wird
die Faser 3—4 mal im Jahre, die Verarbeitung
ist der des Chinagrases ähnlich (s. d.). —
Zoll: S. Tarif Nr. 28. 470. Gespinstwaren
aus R. s. Tarif Nr. 472ff.

Rangoonöl (Rangunöl, Ranguhnteer,
Ragoonöl), eine Sorte Erdharz oder Erd-
öl aus Britisch-Birma, wird bei Yenan-Gyoung
und bei Payan in Ober-Birma gefunden und
hat die Konsistenz von Gänsefett, eine grün-
lichbraune Farbe, einen bituminösen, nicht
unangenehmen Geruch und ein spez. Gew.
von 0,885—0,890. Es enthält über 50°/o Pa-
raffin, ferner asphaltartige Stoffe, leichte und
schwere Kohlenwasserstoffe, darunter etwas
Benzol, Toluol und Xylol, sowie auch Naph-
thalin. — Zoll: S. Zolltarif Nr. 239.

Rapontika (Stabwurzel, Gartenrapun-
zel), eine Pflanzengattung aus der Familie
der Oenotheren oder Nachtkerzen, von
denen nur Oenothera biennis wegen der
als Salat, zu Gemüse und Suppen verwendeten
Wurzeln kultiviert wird, hat nur lokale Be-
deutung und gehört zu den Gewächsen der
Handelsgärtnerei. — Rapontikawurzel s.
unter Rhabarber. — Zoll: R. als Küchen-
gewächs s. Tarif Nr. 33 ff.

Rapunzel (Rabinschen, Feldsalat), der
bei uns vielfach angebaute, zur Gattung
Valerianella gehörende kleine, grünblätt-
rige Feldsalat, gehört zu den Gewächsen der
Handelsgärtner und wird vielfach in Treib-
häusern getrieben, um schon im zeitigen Früh-
jahr auf den Markt zu kommen. — Zollsatz:
S. Zolltarif Nr. 33.

Raps, Rübsen (Kohlraps, Reps, Lewat,
Kohlsaat, Colza, Ölraps), mit den