﻿Reisstroh

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Resorbin

reifen R., unbegrannten R. und klebri-
gen R. als Hauptsorten. Der Anbau bietet
große Schwierigkeiten, da der R., mit Aus-
nahme des Bergreises, nur im Sumpfboden
gedeiht und in das Wasser eingesäet werden
muß. Man braucht 60 kg Saatgut pro ha,
läßt das Wasser auf den Feldern stehen, bis
die Pflanzen über dem Wasserspiegel er-
scheinen, und sorgt dann erst für Abfluß.
Nach fünf bis acht Tage langem Abtrocknen
reinigt man den R. von Unkraut, verpflanzt
und füllt Lücken aus und wiederholt dieses
Verfahren, mit jedesmaligem Ab- und Zulassen
von Wasser, bis vier Wochen vor der Ernte
(Oktober). Der R. ist eine ziemlich sichere
Pflanze, welche weniger als andere von Fein-
den zu leiden hat. Am gefährlichsten sind die
Reisquecke und mehrere Pilze. Auch Vögel
stellen ihm stark nach. Man erntet etwa 12 bis

15	dz, welche 47—50 °/o geschälte Ware, 12 bis

16	o/o Bruchreis und 35—40 °/o Spelzen geben.
Jetzt ist der Versand mit den Hülsen gebräuch-
licher, da in Europa die Herstellung der
Marktware auf Plämmer- oder Stempelwerken
erfolgt. Der R. hat Blüten in aufrechter, zu-
letzt überhängende Rispe, traubig angeordnete
Äste und einblütige Ährchen, kleine, spitze,
häutige, unbegrannte Hüllspelzen, doppelt so
lange, begrannte und unbegrannte Knöspchen
und weißen Samen, welcher sich durch seinen
hohen Stärkemehlgehalt (84—88°/o), bei nur
geringem Gehalte an Eiweißstoffen aus-
zeichnet. — Geschälter R. enthält 7—8°/o
Protein, 78°/o Stärkemehl, 0,5—l°/o Dextrin
und Zucker, 0,3—0,5°/o Fett, 12°/o Wasser und
0,35—0,85°/o Asche. Die stickstoffhaltigen
Substanzen, der Kleber, liegen meist nach
der Schale zu und gehen größtenteils mit in
die Kleie, welche zur Fütterung sehr gesucht
ist. — Reisfuttermehl ist das Abfallpro-
dukt bei dem Schälen des Reises und wird
wie die geringwertigeren Reissoiten zur Fütte-
rung benutzt. Der Reis selbst findet mannig-
fache Verwendung im Haushalt und in der
Technik, zur Stärke- und zur Bierbereitung,
sowie zur Herstellung von Arrak und ähn-
lichen Getränken. — Guter R. muß gleich
große, ungebrochene, weiße, trockene und
feste Körner enthalten, frei von Staub und
Sand sein, beim Kochen gut aufquellen und
nicht säuerlich schmecken. Grauer R. ist
immer ordinäre Ware oder havariert. — Der
italienische R. hat derbe, runde, weiße
Körner; der Bengalreis große, etwas röt-
liche, grobe und dickhülsige; der Patna-
reis kleine, langgestreckte, weiße; der Ka-
rolinareis (Amerika) lange, eckige, matt-
weiße und durchscheinende Körner. Arra-
kanreis ist eine geringere, Rangoon- oder
Rangunreis eine mittlere, Javareis eine
gute, kleine, weiße Qualität, während Tafel-
reis die beste Sorte darstellt. — Zoll: S.
Tarif Nr. 10. 163. 165. Reisabfälle zollfrei.

Reisstroh, Reiswurzeln. Außer dem
Reis werden auch das Stroh und die Wur-
zeln vielfach verwendet. Das Reisstroh
dient den Ostasiaten zur Herstellung von
Gebrauchsgegenständen, z. B. Sandalen, Be-

sen und Matten, ferner auch zur Fabrikation
des Papiers und geschnitten, gleich Häcksel,
als Viehfutter. — Die Reiswurzeln sind
ein geschätztes Material für Bürsten, Besen
usw. Die Rispen verschiedener Hirsearten,
namentlich aus der Familie Sorghum vul-
gare, Mohr- oder Sorgho-Hirse, werden
ähnlich der Reiswurzel, verwendet. — Zoll:
Reisstroh s. Tarif Nr. 27. Reiswurzeln Nr. 68.
Waren aus solchen Stoffen: Nr. 516.

Reseda (Reseda odorata) ist eine der
feinsten Duftpflanzen, welche bei der Dar-
stellung von Parfümerien (s. d.) Verwendung
finden. Ihr Gehalt an ätherischem Öl ist
aber so gering, daß es nicht durch Destilla-
tion, sondern nur durch Mazeration mit
fetten Ölen oder festen Fetten gewonnen
werden kann. Das käufliche Resadaöl (lat.
Oleum resedae pingue, frz. Huile parfumd
resede, engl. Oil of reseda) ist ein solches
fettes, sehr angenehm riechendes Öl und
wird als Zusatz zu Haarölen verwendet. Ein
mit festem Fett hergestelltes Produkt heißt
Pomade de Resede, während Extrait
de Resede durch Behandeln der Pomade
mit feinstem Sprit erhalten wird. — Zoll:
Frische R.: S. Tarif Nr. 38. 41. R.-Öl und
-Pomade: Nr. 355. R.-Extrait: Nr. 356.

Resina ist die lateinische Bezeichnung für
Harz; R. alba, weißes Fichtenharz; R. am-
moniaci, Ammoniakharz oder Gummiharz; R.
anime, Animeharz; R. benzoe, Benzoeharz;
R. draconis, Drachenblut; R. elastica, Kaut-
schuk; R. elemi, Elemiharz; R. guajaci,
Guaajkharz; R. jalapae, Jalapenharz; R.
mastiche, Mastix; R. pini, Fichtenharz; R.
sandaraca, Sandarak; R. scammonii, Skam-
moniumharz. S. d. betreffenden Artikel. —
Harze sind zollfrei.

Resol ist ein zur Desinfektion von Abort-
gruben empfohlenes Gemisch von Holzteer,
Holzgeist und Ätzkali. — Zollfrei.

Resonanzhölzer. Diesen Namen führen
im Holzhandel aus Tannen- und Fichten-
stämmen gefertigte dünne Holzplatten,
welche bei der Fabrikation musikalischer In-
strumente Verwendung finden und namentlich
im Böhmerwald, Oberbayern und dem west-
lichen Teile des sächsischen Erzgebirges in
großer Menge gewonnen werden. Zu ihrer
Herstellung eignet sich nur ganz gesundes,
astfreies Holz, mit feinen und gleich starken
Jahresringen und ohne Harzgallen. Früher
wurde alles Resonanzholz gespalten, während
man jetzt auch Sägen hierzu eingerichtet hat.
Je nach der Größe und Güte unterscheidet
man Resonanzbodenholz für Klaviere, Geigen-
deckelholz, Gitarrenholz, Baßdeckelholz usw.
— Zoll: S. Tarif Nr. 74ff. 615 ff.

Resorbin, eine neuere Salbenmasse, wird
durch Emulgieren von Wachs und Mandelöl
mit Gelatine und Seifenlauge hergestellt. Sie
bildet unter anderem die Grundlage des Re-
sorbin-Quecksitbers (Unguentum Hy-
drargyri cum Resorbino paratum) aus 1 Teil
Quecksilber und 2 Teilen Resorbin.