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Rosenholz

Rose bengale

liegende Base und wird daher im Handel
auch Rosanilinbase genannt. Man erhält
das R., wenn man ein Rosanilinsalz, also
z. B. Anilinrot (Fuchsin) mit Ammoniak oder
Natronlauge zersetzt, als weiße Kristallnadeln,
die sich durch Spuren einer Säure, ja selbst
schon durch die Kohlensäure der Luft röten.
Durch Behandlung mit Säuren entsteht wie-
der Anilinrot. -— Die dem R. ähnliche Base,
das Pararosanilin, liefert mit Säuren Para-
fuchsin. — Zollfrei.

Rose bengale ist der Name einiger Teer-
farbstoffe, die Wolle bläulichrot färben, als
braune bis braunrote Pulver in den Handel
kommen und in Wasser mit roter Farbe, ohne
Fluoreszenz löslich sind. Rose bengale N
wird durch Einwirkung von Jod auf Dichlor-
fluoreszein erhalten und besteht aus Alkali-
salzen des Tetrajoddichlorfluoreszeins; Rose
bengale B wird durch Einwirkung von Jod
auf Tetrachlorfluoreszei'n dargestellt und be-
steht aus dem Kalisalze des Tetrajodtetra-
chlorfluoreszei'ns. — Zollfrei.

RoseYn. Diesen Namen führte eine Zeit-
lang das Fuchsin, ebenso auch das Mauvein.
— Zollfrei.

Rosenblätter (lat. Flores rosarum, frz. Pö-
tales de roses, engl. Roses flowers). Die
Blumenblätter’von Rosen, welche bei uns
kultiviert werden, sind ein nicht unbedeuten-
der Artikel des Drogenhandels. Sie werden
von drei Rosenarten genommen, von der
Zentifolie (Rosa centifolia), ferner der
roten oder Essigrose (R. gallica) und
von der dunkelroten Damaszenerrose
(Rosa damascena). Die Zentifolienblätter
(lat. Flores rosarum incarnatarum seu palli-
darum) werden nach der völligen Aufschlie-
ßung der Blüten ohne die Kelche abge-
nommen und entweder rasch in der Sonne
getrocknet oder frisch mit Salz eingelegt
(lat. Flores rosarum in sale). Durch das
Trocknen geht ein Teil des Duftes und die
reine rote Farbe verloren, der übrigbleibende
schwache Geruch ist aber sehr angenehm.
Die eingesalzenen Blätter behalten ihr Rot.
Die Blätter der roten und der Damaszener-
rosen (lat. Flores rosarum rubrarum seu da-
mascenarum) werden von den Knospen ge-
nommen, die eben im Aufbrechen begriffen
sind. Man pflückt sie bei sonnigem Wetter
und zwickt mit einer Schere den rotgefärb-
ten Teil ab, so daß die untere gelblich ge-
färbte verschmälerte Partie der Knospe, der
sog. Nagel, mit dem Kelche in Wegfall
kommt. Die Knospen werden, ohne sie auf-
zurollen, im Schatten getrocknet, verlieren
dabei ihre rote Farbe nicht, sondern behalten
sie, vor Luft und Licht geschützt, sehr lange.
Diese Blüten besitzen nur schwachen Ge-
ruch und dienen weniger zu Parfümerie-
zwecken, als ihrer Farbe wegen, hauptsäch-
lich zur Herstellung von Räucherpulvern,
Morsellen u. dgl. — Außerdem werden sie
zur Herstellung des Rosenhonigs verwendet
und im Handverkauf als schleimhaltiges, zu-
sammenziehendes Mittel, z. B. gegen Durch-
fälle abgegeben. Für letzteren Zweck werden

sie meist als Aufguß oder in Form von
Pulver benutzt. — Auch bereitet man aus
frischen Blättern eine Rosenkonserve, in-
dem man sie fein stampft und mit Zucker und
Rosenwasser als Zusatz zu Pillenmasse mischt.
Die roten R. kommen am schönsten aus
den Vierlanden bei Hamburg, in fast der
gleichen Güte aus Holland. — Der Rosen-
honig (lat. Mel rosae, frz. Mellite de rose
rouge, engl. Honey of rose) wird bereitet,
indem man die R. durch siedendes Wasser
auszieht und den abgeseihten Saft mit Zu-
satz von gereinigtem Honig zur Sirupsdicke
einkocht. Rosenhonig wird gegen Durchfall
und als beliebtes Mittel gegen die soge-
nannten Schwämmchen der kleinen Kinder
benutzt, im letzteren Falle aber meist noch'
mit etwas Borax versetzt. — Zu Rosen-
essig (lat. Acetum rosae, frz. Vinaigre de
rose, engl. Vinegar of rose) werden die Blät-
ter mit feinem Essig angesetzt und durch
längeres Stehenlassen extrahiert. — Das wich-
tigste Erzeugnis aus R. ist das Rosenwasser
(lat. Aqua rosarum, frz. Eau destillöe de
roses, engl. Roses water), das in Fabriken
ätherischer Öle durch Destillation frischer,
trockener oder gesalzener Blätter mit Wasser
dargestellt wird. Es findet Anwendung als
Augenwasser, ferner zu kosmetischen Mitteln
und zum Parfümieren von Konditoreiwaren.
Sein Geruch stammt von dem ätherischen
öl (siehe Rosenöl), das sich aber bei der
gewöhnlichen Destillationsweise nicht ab-
scheidet, sondern im Wasser aufgelöst bleibt.
Besonders in Südfrankreich, in den so viele
Parfümerien erzeugenden Distrikten von
Grasse, Cannes und Nizza, werden bedeu-
tende Mengen Rosen angebaut. Man rechnet
auf einen Acker etwa 10000 Rosenstöcke,
die im Jahre durchschnittlich 2500 kg Blüten-
blätter geben. Die französischen Rosen sind
viel duft- und ölreicher, aber das bei der
Destillation sich abscheidende öl bildet auch
hier nur ein sehr geringes Quantum. Die
wichtigsten Fabrikate dieser Gegend sind
Rosenwasser, fettes und ätherisches
Rosenöl (s. d.), Rosenpomade und das
aus letzterer durch Behandlung mit feinem
Sprit gewonnene, äußerst wohlriechende Ex-
trait de Rose. — Abgesehen von dem
Rosenwasser und den übrigen Präparaten ist
auch der Handel mit frischen Rosen-
blüten durch die neugeschaffenen Verkehrs-
wege zwischen Frankreich und Italien einer-
seits und dem nördlichen Europa anderseits,
ganz bedeutend geworden. Täglich kommen
viele Sendungen mit den verschiedenen
Alpenbahnen nach Deutschland und finden
hier, namentlich in den Wintermonaten,
schnell Absatz. — Zoll: Rosen, frische: S.
Tarif Nr. 38. 41. Rosenblätter trocken und
eingesalzen Nr. 71/2. Rosenkonserven, Rosen-
honig Nr. 213. Rosenessig, Extrait de Rose
Nr. 356. Rosenwasser Nr. 357. Rosenöl, äthe-
risches Nr. 353. Fettes Rosenöl und Rosen-
pomade Nr. 355.

Rosenholz (lat. Lignum rhodii, frz. Bois de
rose, engl. Rose wood). Unter diesem Namen

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