﻿Rosenquarz

409

Rosmarinöl

Rosenblättern mit Olivenöl hergestellt und
zum Parfümieren von Haarölen benutzt wird.

•— Zoll: Rosenöl, ätherisches: 30 M. Rosenöl,
fettes s. Nr. 355. Rosenwasser s. Nr. 357.

Rosenquarz, eine Varietät des Quarzes
von rötlichweißer bis rosenroter Farbe, durch-
scheinend bis durchsichtig, wahrscheinlich
durch einen geringen Gehalt von Titanoxyd
gefärbt, findet sich hin und wieder in
schwachen Lagen im Granit und Gneis, in
vorzüglicher Beschaffenheit in Sibirien, wo man
ihn zu Dosen, Vasen und größeren Gegen-
ständen verarbeitet. In Deutschland findet
sich das Mineral in verarbeitbarem Zustande
nur zu Bodenmais in Oberbayern und Zwiesel
in Niederbayern. Die Rosafarbe ist öfter von
Natqr lehr licht, oder verblaßt auch nach-
träglich an der Luft, so daß die Ringsteine
gewöhnlich mit einer Folie unterlegt werden.
— Zoll: S. Edelsteine (Halbedelstein).

Rosinen. — Man unterscheidet zwei Sor-
ten: 1. Große R., Cibeben, Zibeben (lat.
Passulae majores, frz. Raisins secs, engl.
Raisins) sind die an der Sonne oder künst-
lich getrockneten Beeren des Weinstockes,
Vitis vinifera, und zwar nur der zucker-
reichen Sorten des Mittelmeergebietes. Trau-
benrosinen (Tafelrosinen) sind solche mit
Kämmen, Sultaninen oder Sultanin-R.,
von Natur kernlos, kleiner und hellgelb,
bilden eine stielfreie Extraware, Yerli oder
Elemö (Auslese) ist Primaware. Das klein-
asiatische Erzeugnis geht als Smyrnaer
R. nach Deutschland über Triest und Ham-
burg, während Samos, Kos und Kreta ge-
ringwertigere Sorten liefern. Sehr gut, in
Deutschland aber selten, sind die großen aus-
gekernten Damaszener. Italienische und
französische R., sog. Provencer, gehen am
meisten nach England, spanische R., haupt-
sächlich von Malaga, Valencia und Alicante,
viel nach Deutschland. Lexia nennt man
R., welche durch Eintauchen in Lauge und
Ölwasser einen besonderen Glanz erhalten,
verschickt in Töpfen auch Topfrosinen
genannt werden. Sehr bedeutend ist seit
einigen Jahren die Produktion und Ausfuhr
von Kalifornien. Die Verpackung der R.
geschieht in Kisten zu ca. 10—-30 kg und
auch in Säcken zu 50 kg. — 2. Kleine R.
(Korinthen, Korinten, lat. Passulae mi-
nores, frz. Raisins de corinthe, engl. Corinths)
heißen die getrockneten Beeren einer kern-
losen Varietät des Weinstockes, Vitis
corinthica, welche auf den Liparischen und
Ionischen Inseln gezogen wird. Sie sind
dunkelpurpurfarbig, ins Schwarze übergehend,
sehr süß und saftreich. Man hat tragende
Stöcke von 7 Jahren an bis 100 Jahre. Die
Beeren reifen im Juli, werden in 8—10 Tagen
gedörrt und in Fässern von 100—150 kg,
sowie auch in Säcken und Kisten versendet.
Die kleinen R. sollen trocken, durchscheinend,
glänzend, süß und fleischig, aber nicht modrig,
dürr oder mehlig sein. Auch dürfen sie
weder säuerlich riechen, noch zu viele Stiele
enthalten. R. müssen in trockenen, kühlen

Räumen gut verwahrt werden. — Zoll: S.
Tarif Nr. 52/3.

Rosmarinblätter (lat. Folia rosmarini s.
rorismarini, s. Folia anthos, frz. Feuilles de
Rosmarin, engl. Rosemary) stammen von
einem aromatischen Gewächs aus der Fa-
milie der Lippenblütler, Rosmarinus of-
ficinalis. Die R. sind lanzettförmig, unge-
stielt, stumpf und lederartig, oben dunkelgrün,
unten weißfilzig, die- Blüten blaßblau. Die
Pflanze wird bei uns in Gärten und Töpfen
gezogen, ihre Heimat ist im Süden, in den
Mittelmeerländem, wo sie auf felsigen, sonnigen
Abhängen, stellenweise in ungeheuerer Menge
wild wächst. Das Kraut besitzt einen stark
würzhaften Geruch, bitterlichen, kampfer- und
terpentinähnlichen Geschmack, der durch das
1 rocknen schwächer wird und auf der An-
wesenheit von ätherischem Öl beruht. Medi-
zinisch dient es nur äußerlich, als aromatisches;
Mittel zu stärkenden Bädern, zerteilenden
Umschlägen und Räucherspezies. — Zollfrei.

Rosmarinöl (lat. Oleum rosmarini seu roris-
marini, Oleum anthos, frz. Essence de Ros-
marin, engl. Rosemary oil), das aus den
Rosmarinblättern durch Destillation mit
Wasser oder Wasserdampf gewonnene äthe-
rische Öl, welches den Geruch der Blätter
im hohen Grade besitzt, gelangt aus Italien
und Südfrankreich in den Handel und wird
daher als italienisches und französisches
R. unterschieden. Letzteres ist teurer und
wird als Zusatz zu feinen Parfümerien ver-
wendet, während das italienische als Auf-
lösungsmittel für Kautschuk und harte Harze,
z. B. Kopal dient. Das R. ist eine farblose
oder schwach grünliche Flüssigkeit von
kampferartigem Geruch und bitter aromati-
schem Geschmack. Das spez. Gew. beträgt
0,900—0,920. Als wichtigste Bestandteile
sind Pinen, Camphen, Cineol, Kampfer
und Borneol isoliert worden. R. dreht die
Polarisationsebene nach rechts, während Zu-
sätze von Terpentinöl eine Linksdrehung ver-
ursachen. Zum Nachweis kleiner Zusätze von
Verfälschungsmitteln prüft man die einzelnen
Fraktionen im Polarimeter. — R. und Laven-
delöl dürfen dem mit Pyridin denaturierten
Spiritus zugesetzt werden, müssen dann aber
folgenden gesetzlichen Bestimmungen ent-
sprechen :

I.	Lavendelöl.

1.	Farbe und Geruch. — Die Farbe des
Lavendelöls soll die des Holzgeistes sein.
Das öl soll den charakteristischen Geruch
der Lavendelblüten haben.

2.	Dichte. — Die Dichte des Lavendelöles
soll bei 15 Grad zwischen 0,880 und 0,900
liegen.

3.	Löslichkeit in Branntwein. — 10 ccm
Lavendelöl sollen sich bei 20° C in 50 ccm
Branntwein von 63 Gewichtsprozent klar
lösen.

II.	Rosmarinöl.

1. Farbe und Geruch. — Die Farbe des
Rosmarinöls soll die des Holzgeistes, der
Geruch soll kampferartig sein.