﻿Rosolsäure

410

Rotholz

2.	Dichte. — Die Dichte des Rosmarin-
öles soll bei 15 Grad zwischen 0,895 und

0,920 liegen.

3.	Löslichkeit in Branntwein. — 10 ccm

Rosmarinöl sollen sich bei 20° in 100 ccm

Branntwein von 73,5 Gewichtsprozenten

klar lösen.

Diese Öle sind von den amtlich bestellten
Chemikern daraufhin zu prüfen, ob sie den
vorstehenden Anforderungen entsprechen. —
Zoll: 30 M.

Rosolsäure, ein mit Korallin und Paeonin
identischer roter Farbstoff, entsteht durch
Einwirkung von salpetriger Säure auf Ros-
anilin und Zersetzung der hierbei entstehen-
den Diazoverbindung durch Wasser. — Zoll-
frei.

Roßhaare (Pferdehaare). Die Schweif-
und Mähnenhaare der Pferde bilden einen
bedeutenden Handelsartikel, der für die ge-
werbliche Verwendung zunächst gereinigt und
sortiert werden muß. Die Haare werden mit
Wasser ausgezogen, darauf durch Hecheln
in lange und kurze getrennt, und die langen
Schwanzhaare oder Schweifhaare nach
Länge und Farbe sortiert. Sie müssen wenig-
stens 6 dm messen, doch kommen aus Ruß-
land zuweilen bis zu 8 dm lange in den Handel.
Die besten weißen Haare dienen zu Violin-
bogen, andere zu Web-und Flechtwaren, sowie
zu Haarbüschen für Soldatenhelme. Die Web-
stoffe bestehen entweder ganz aus Haaren, wie
Siebböden, Beuteltuch, Möbelüberzüge, oder
aus Mischgeweben in Verbindung mit baum-
wollener Kette, Manilahanf usw., wie Hüte
und Mützen, bauschende Unterfutter, Hals-
binden, Bänder, Schnuren und andere Posa-
mentierarbeiten. Nicht selten werden die
Haare auch gefärbt. ■— Die kurzen R.,
von der Mähne der Pferde, kommen ent-
weder roh, oder öfter schon gesotten und
gesponnen, d. h. in Zöpfe zusammengedreht,
zum Verkauf. Durch das Sieden oder Be-
handeln mit heißen Wasserdämpfen werden
sie sowohl gereinigt, als zum Kräuseln ge-
neigt gemacht und heißen daher Krull-
haare. Sie sind entweder noch in Zöpfen
oder wieder aufgedreht und auseinander-
gezupft und bilden das beste Polstermaterial
für Möbel, Sättel, Kissen und Matratzen,
dem allerdings bei seiner Kostspieligkeit
häufig wohlfeilere Surrogate untergeschoben
werden. Gute R. sind sehr hart und elastisch,
schon gebrauchte erhalten ihre Elastizität
wieder, wenn man sie auskocht und zum
Trocknen auf Stöcke wickelt. Die Krullhaare
dienen ferner zum Drehen von Haarschnuren
zu Seilen, zu Haardecken, Preßtüchern,
Haarsohlen u. dgl. Die kürzesten Haare,
welche die allgemeine Hautdecke des Pferdes
bilden und in Gerbereien abfallen, haben
keinen besonderen Wert und werden mit
Kuh- und Kälberhaaren gemengt als Material
für geringe Polsterungen, sowie als Zusatz zu
Filz, Mauerputz und zur Fabrikation von Blut-
laugensalz verwendet. — Zoll: Roßhaare s.
Tarif Nr. 146. 515 ff. Waren aus R., Hüte:

S. Tarif Nr. 533/6. 541. Roßhaarbüsche s.
Tarif Nr. 597. Gespinstwaren s. Tarif Nr. 427 ff.

Roßkastanienholz, das Holz von Aescu-
lus Hippocastanum, ist gelblichweiß bis
rötlichgelb und grobfaserig, besitzt aber feinen
Spiegel. Da es ziemlich weich ist und leicht
fault, ist es zu Bauholz nicht geeignet. —
Zoll: S. Tarif Nr. 74 ff. 615 ff.

Roßschwefel (lat. Sulfur caballinum, s. gri-
seum, frz. Soufre caballin, engl. Horse sul-
phur), der beim Reinigen des Rohschwefels
durch Sublimation in den Apparaten ver-
bleibende Rückstand, besitzt eine graue Farbe,
enthält noch Schwefel und wird in der Tier-
heilkunde benutzt. — Zollfrei.

Rotbuchenholz. Die Rotbuche, Fagus
silvatica, liefert ein ausgezeichnet hartes
Holz von rötlicher Farbe und großem, glän-
zenden, dunkelbraun gefärbtem Spiegel. Es
hat nächst dem Eichenholze die breitesten
Markstrahlen, läßt sich gut spalten und glatt
bearbeiten und bekommt keine Risse, ist aber
sehr dem Werfen unterworfen. Das R. wird
zur Herstellung von landwirtschaftlichen Ge-
räten, Mühlwellen und Mühlrädern, sowie in
der Stellmacherei verarbeitet und ist außer-
dem ein ganz vorzügliches, aber teueres
Brennmaterial. Für die Kreosotdarstellung
fertigt man daraus den Buchenholzteer
(s. d.). — Zoll: S. Tarif Nr. 74 ff. 615 ff.

Rote Kreide (Rötel, Rotstein, Haus-
rot) nennt man ein bräunlichrotes, abfärben-
des Mineral, einen tonigen Roteisenstein, d. i.
ein Gemenge von Ton und Eisenoxyd, welches
da, wo es sich in größeren Mengen findet,
als Eisenerz verwendet wird. Das bräunlichrot
abfärbende Mineral kommt aus der Gegend
von Saalfeld, Nürnberg, aus Tirol, Schlesien
und Böhmen in den Handel und findet sich
teils in derben Massen, teils in spaltbaren
Stücken (s. d. Artikel Blutstein). Die ersteren
werden von Zimmerleuten, Steinmetzen u. a.
zum Vorzeichnen gebraucht, während die
anderen, in längere Griffel geschnitten und
in Holz oder Rohr gefaßt, zum Verkauf
kommen. Zur Herstellung der auf Papier
gebrauchten dünneren Rotstifte wird die
Masse erst gepulvert, geschlämmt und, mit
einem Bindemittel zu steifem Teig angemacht,
in Stengel geformt. Feinere Sorten von
feurigem Rot erhalten einen Zusatz von Zinn-
ober. — Zoll: Rötel ist zollfrei. R. als Zeichen-
stift s. Tarif Nr. 340.

Rotholz. Unter diesem Namen kommen
verschiedene, einen roten Farbstoff enthal-
tende Holzarten in den Handel, die von
Bäumen aus der nur in den Tropen heimi-
schen Familie der Cäsalpineen abstammen.
Andere rote Stammhölzer, wie z. B. Blau-
holz, Sandelholz, Kaliaturholz, rechnet man
hingegen nicht zu den Rothölzern, sondern
führt sie unter ihren speziellen Namen in den
Preislisten auf. Zu dem nach der Herkunft in
südamerikanisches, westindisches und
ostindisches unterschiedenen R. gehören
folgende Handelssorten: Pernambukrot-
holz (Fernambukholz, Brasilienholz,
lat. Lignum fernambuci, frz. Bois de Brösil ou