﻿Saccharose

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Saflor

und Glyzerin, leicht in Alkohol und schmeckt
200 mal so süß als Zucker. Seine Verwen-
dung unterliegt ebenfalls dem Süßstoffgesetz.

Saccharose ist der wissenschaftliche Name
für diejenige Zuckerart, welche aus Zucker-
rohr, Zuckerrüben, Zuckerahorn und Palmen-
saft gewonnen werden kann. Vergleiche
Zucker.

Saccharum ist Zucker, z. B. S. hordeatum,
Gerstenzucker; S. lactis, Milchzucker; S. sa-
turni, Bleizucker. — S. d. betreffenden Ar-
tikel, bez. Zucker.

Sadebaumkraut (Sevenbaumblätter.lat.
Herba seu Summitates sabinae, frz. Sabine,
engl. Savine, Savine tops). Unter diesem
Namen kommen die getrockneten Zweige
des Sadebaumes im Drogenhandel vor.
Der Sade- oder Sevenbaum (Juniperus
Sabina oder Sabina officinalis) ist
ein in Südeuropa heimischer, bei uns als
Ziergewächs gehaltener, immergrüner Strauch
oder kleiner Baum aus der Familie der
Wacholder, dessen kleine Blätter in vier
Reihen meist angedrückt um die schlanken
Zweige stehen und mit je einer Öldrüse
auf der Rückseite besetzt sind. Infolge des
ätherischen Öls haben die Blätter einen star-
ken, widrig balsamischen Geruch und einen
bitterharzigen und ekelerregenden Geschmack.
Die im Frühjahr zu sammelnden und rasch
zu trocknenden jüngeren Triebe mit den
Blättern sind offizineil und werden in kleinen
Gaben innerlich gegen Frauenkrankheiten be-
nutzt. Wegen ihrer bekannten Wirkung als
Abortivmittel dürfen sie im Kleinhandel
nicht verkauft werden und sollten ohne
ärztliches Rezept überhaupt nicht abgegeben
werden. Ebensowenig sollten sie in Anlagen,
wie dies oftmals unbegreiflicherweise der
Fall ist, angepflanzt werden. Die Gartenpflan-
zen finden sich daher mitunter auch ge-
plündert. Verwechselungen mit den Zwei-
gen von Juniperus virginiana sind leicht
zu vermeiden, wenn man auf die spitzeren
Blättchen, sowie darauf achtet, daß diese
nur an den jüngeren Zweigen vierzeilig, an
den älteren dreizeilig stehen. Überdies haben
diese Zweige einen angenehmeren Geruch
als die Sabinaspitze. — Das Sadebaumöl (lat.
Oleum sabinae, frz. Essence de sabine, engl.
Savine oil) ist blaßgelb, rektifiziert farblos
und riecht höchst durchdringend und wider-
lich. Es enthält neben Terpenen den Al-
kohol, Sabinol, löst sich in Alkohol und ist
rechtsdrehend. Das spez. Gew. beträgt 0,910
bis 0,940. — Zoll: S. ist zollfrei. S.-Öl: 30 M.

Säurebraun ist der Name zweier, durch
die Buchstaben G und R unterschiedener
Teerfarbstoffe, von denen der erstere aus
dem Natronsalze der Anilinmetadiamidobenzol-
parasulfosäure, der letztere aus dem Natron-
salze des Naphtionsäureazochrysoi'dins be-
steht. Beide Farbstoffe sind braune, in
W’asser mit brauner Farbe lösliche Pulver,
welche Wolle in sauerem Bade braun fär-
ben. — Zollfrei.

Säureester nennt man Verbindungen orga-
nischer Säuren mit Alkoholradikalen. In der

Praxis versteht man hierunter aber meist die-
jenigen Ester, welche aus Harzsäuren und
Alkoholradikalen unter Wasseraustritt ge-
wonnen und als Harzsäureester oder Lack-
ester bezeichnet werden. Sie bilden neuer-
dings die Grundstoffe für eine neue Sorte
Lacke, die man mit Esterlacke bezeichnet.
Die mit Estern hergestellten Lacke haben vor
den Kopal- und Bernsteinlacken den Vorzug,
völlig neutral zu sein. Man kann daher
Esterlacke mit den verschiedensten Farben
vermischen, ohne ein Verändern bzw. Nach-
dunkeln befürchten zu müssen. Man ver-
wendet Esterlacke namentlich zum Anstrich
von Metallgegenständen, besonders als Außen-
anstrich. U. a. wurde auch der Eiffelturm
in Paris mit farbigem Esterlack angestrichen.
Den Esterlacken steht jedenfalls eine große
Zukunft bevor, da der Anstrich schnell und
hart auftrocknet, und die Ausgiebigkeit im
Vergleich mit Kopallacken um die Hälfte
größer ist. Das bei Verwendung von an-
deren Lacken öfters auftretende blaue An-
laufen fällt bei den Esterlacken weg, nur ist
bei Innenanstrich der Nachteil zu verzeichnen,
daß die Feuergefährlichkeit der Esterlacke
durch die Lösungsmittel, wie Benzol, Benzin
und Terpentinöl, eine höhere als bei den an-
deren Lacken ist. Die mit Benzin her-
gestellten Esterlacke werden vielfach anstatt
der Spirituslacke verwendet, sie geben einen
glänzenden, biegsamen Überzug und haben
vor den Spirituslacken den Vorzug, durch
Alkohol nicht angegriffen zu werden. — Zoll
s. Tarif Nr. 342/43.

Säuregelb. Diesen Namen führt neben
den in besonderen Abschnitten besprochenen
Echtgelb und Naphtholgelb auch das
Diphenylaminorange oder SäuregelbD.
Der aus orangegelben Blättchen bestehende
Farbstoff ist das Natronsalz des Sulfanil-
säureazodiphenylamins und färbt Wolle im
sauren Bade orangegelb. — Zollfrei.

Säuregrün nennt man mehrere Arten von
Lichtgrün (s. d.) und von Helvetiagrün. —
Zollfrei.

Säureviolett (6 B), ein in Wasser löslicher
Teerfarbstoff, wird durch Oxydation der
Pentamenthylbenzylparaleukanilinmonosulfo-
säure und nachherige Neutralisation mit
Natron erhalten. Das dunkelviolette Pulver
färbt Seide und Wolle violett. — Zollfrei.

Saflor (lat. Flores carthami, frz. Carthame,
engl. Safflower) besteht aus den röhrenför-
migen Einzelblütchen der Färberdistel,
Carthamus tinctorius, einer einjährigen,
aus Ostindien stammenden Pflanze, die aber
schon seit alten Zeiten nach den Mittelmeer-
ländern verpflanzt und zum Färben und
Schminken benutzt wird. Die Pflanze wird
6—12 dm hoch, ist nach oben verästelt, hat
eilängliche, dornig gezähnte Blätter und
distelähnliche Blütenköpfe mit dünnen rüh-
rigen, fünfspaltigen Blütchen, die anfangs
goldgelb, dann safrangelb, zuletzt hochrot
gefärbt sind. In dem Schlunde der Blüten
stehen die zu einer Röhre verwachsenen