﻿Sagapenum

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Salbei

Sagapenum (lat. Gummi sagepenum), ein
Gummiharz, stammt wie die ähnliche Asa
foetida von einer in Persien vorkommenden
Doldenpflanze aus der Gattung Ferula,
deren Artbestimmung aber nicht sicher ist. Der
Stoff hat einen knoblauchartigen, doch schwä-
cheren Geruch als die Asa foetida, der Ge-
schmack ist kratzend, scharf und bitter. Das
S. besteht aus Körnern oder zusammengebak-
kenen Massen von braungelber Farbe, ist
etwas durchscheinend und auf dem Bruche
hornartig. Die Ware ist auf levantischen
Plätzen, Alexandrien und Smyrna käuflich,
wird aber bei uns nicht mehr verwendet. —
Zollfrei.

Sago (frz. Sagou, engl. Sago) besteht aus
den teils unveränderten, teils verkleisterten
Stärkekörnchen, welche aus dem Stamm-
marke mehrerer Arten tropischer Palmen
abgeschieden werden und in Form verschie-
den großer und verschieden gestalteter Körner
in den Handel kommen. Anfänglich wurde
aller S. aus Ostindien und den umliegenden
Inseln nach Europa gebracht, jetzt wird auch
in Westindien, z. B. auf Guadeloupe, und in
anderen Tropengegenden S. gewonnen. Hin-
sichtlich ihrer chemischen Zusammensetzung
ist die S.-Stärke von derjenigen anderer Pflan-
zen nicht verschieden. Nur unter dem Mikro-
skope zeigen die Körnchen eine von den-
jenigen des Weizens, der Kartoffel usw. ab-
weichende Form. — Die am meisten zur Sago-
gewinnung benutzten Palmen sind Sagus
Rumphii (Willd.), Sagus laevis (Rumph.)
und Sagus farinifera (Lam.), die in Indien
und auf den Sundainseln nicht nur wild
wachsen, sondern auch vielfach angebaut wer-
den. Auch Borassus flabelliformis (L.)
und Arenga saccharifera (Lab.) liefern S.,
der jedoch für den europäischen Handel we-
niger Bedeutung hat. Zur Gewinnung der
Stärke werden die Stämme kurz vor dem
Treiben des Blütenschaftes gefällt und der
Länge nach aufgespalten. Das herausgenom-
mene Mark wird zerkleinert und auf Sieben
ausgewaschen. Die abgesetzte Stärke gelangt
meist noch in feuchtem Zustande in Zucker-
brotformen zum Versand. Die Bereitung von
Perlsago aus dieser rohen Sagostärke be-
steht lediglich in einem Körnen mittels sieb-
artiger Vorrichtungen und nachherigem
schnellen Trocknen in erwärmten Pfannen,
wodurch die Stärke teilweise verkleistert wird.
Die verschiedenen gelben und braunen
Töne werden durch Zusatz von Zuckercouleur
oder Bolus, rote Farben durch einen Farb-
stoff der Palme selbst erzeugt. Weißer Perl-
sago bleibt ungefärbt. — In neuerer Zeit wird
auch aus dem Kassawamehle S. gefertigt,
der unter dem Namen brasilianischer S.
in den Handel kommt und weiß und opak,
nicht hyalin wie der ostindische, erscheint.
Eine andere Sorte, die aber nicht in unseren
Handel kommt, der javanische S., besitzt
eine gelbliche Farbe und einen gewissen
Beigeschmack und besteht aus dem Stärke-
mehl von Arenga saccharifera. — In
Deutschland und Frankreich wird sehr viel

inländischer S. aus Kartoffelstärkemehl, sog.
Kartoffelsago, in folgender Weise herge-
stellt: Die angefeuchtete Stärke wird mittels
eines Bürstenwerkes durch ein Sieb getrieben;
die durchfallenden Klümpchen kommen in
ein Rollfaß, das etwa 25 Umgänge pro Minute
macht, und runden sich dadurch ab. Die
Masse wird dann in Blechkästen in einem
Trockenofen auf 70—80° C erhitzt und kurze
Zeit einem Dampfstrome ausgesetzt, der durch
oberflächliche Kleisterbildung die Körnchen
glasiert. Nach einer anderen Fabrikations-
methode wird die feuchte Stärke aus einem
Zylinder mit durchlöchertem Boden ähnlich
wie Fadennudeln gepreßt und sofort in kurzen
Enden abgestoßen. Die Stückchen werden
auf einem Tuche ohne Ende fortgeführt,
wobei sie schon etwas austrocknen, kommen
in das Rollfaß und schließlich in einen
eisernen, rotierenden Zylinder, in welchem
sie getrocknet und schließlich durch Dampf
geglättet werden. Guter S. darf keinen Staub
enthalten und nicht dumpfig riechen und beim
Kochen in Wasser oder Bouillon nur bis zur
doppelten Größe der Körner gallertartig auf-
quellen, ohne zu zerfallen. — Zoll: S. und
Sagosurrogate, ferner Sagomehl s. Tarif
Nr. 175.

Saibling (Saibling, Salmling, Gold-
und Rotforelle, Rötel, Ritter), ein Lachs-
fisch von 30—75 cm Länge und bis 10 kg
schwer, Salmo Salvenilus, findet sich in
den Alpenseen in großer Tiefe und kann
daher nur zur Laichzeit gefangen werden.
Der S. ist nach Alter, Geschlecht und Auf-
enthalt verschieden gefärbt und nur Gegen-
stand lokalen Handels und Verbrauches. —
Zoll: S. Lachs.

Sal ist die lateinische Bezeichnung für Salz.
S. acetosellae, Sauerkleesalz; S. amarum,
Bittersalz; S. ammoniacum, Salmiak; S. di-
gestivum, Chlorkalium; S. gemmae, Stein-
salz; S. marinum, Seesalz; S. mirabile Glau-
ben, Glaubersalz; S. nitri, Salpeter; S. stanni,
Zinnsalz; S. succini, Bernsteinsäure; S. tar-
tari, Weinsteinsalz, d. h. aus Weinstein be-
reitetes reines kohlensaures Kali; S. volatile
cornu cervi, flüchtiges Hirschhornsalz, kohlen-
saures Ammoniak. — S. die betreffenden
Artikel.

Salazetol, der Salizylsäureester des Azetols,
wird durch Erhitzen von Monochlorazeton
mit Natriumsalizylat dargestellt und bildet
farblose, schwach bitter schmeckende Nadeln,
die in Wasser schwer, hingegen leicht in
Alkohol, Mandelöl und Rizinusöl löslich sind
und gegen Gelenkrheumatismus verordnet
werden. — Zollfrei.

Salbei (lat. Folia salviae, frz. Sauge, engl.
Sage) ist eine artenreiche Pflanzengattung
aus der Familie der Lippenblütler. Im
Drogenhandel erscheinen nur die getrock-
neten Blätter von Salvia officinalis, einem
in Spanien und Italien heimischen Halb-
strauche, welcher vielfach kultiviert wird.
Die immergrüne, blau-violett blühende Pflanze
enthält in allen Teilen, hauptsächlich aber
in den runzligen, unterseits weißhaarigen