﻿Samaderarinde

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Sandarak

von diesen ähnlichen Körpern und nur höch-
stens bis 3°/o nicht keimfähiger Körner vor-
handen sein. Die Gärtner mit ausgedehnter
S.-Zucht verschicken ihre Kataloge und
Waren direkt und kaufen auch S. von den
Einsammlern, um sie, besser sortiert und ver-
packt, wieder zu verkaufen. Der Handel
ihrerseits ist Engros- und Detailhandel. Von
soliden Firmen kann man sicher sein, reell
bedient zu werden. Die Leiter der Kontroll-
stationen, von denen sich in jedem Bundes-
staate, bzw. jeder Provinz mindestens eine,
über 50 in Deutschland befinden, übernehmen
die Prüfung und geben weitere Anleitungen.
— Alle S. müssen vollkommen trocken, kühl,
aber auch frostfrei aufbewahrt und in guter,
vor Nässe schützender Verpackung versendet
werden. Vergl. die Spezialartikel. — Zoll:
S. bei den betreffenden Artikeln.

Samaderarinde, die Rinde eines in Kotschin-
china und Travancore wachsenden Baumes,
Samadera indica, wird in ihrer Heimat
als fiebervertreibendes Mittel verwendet. Aus
den Samen gewinnt man ein fettes Öl, welches
gegen Rheumatismus helfen soll, und benutzt
die Blätter äußerlich gegen Erysipel. Rinde
und Samen sollen ein Alkaloid und ein Giu-
kosid enthalten. — Zollfrei.

Samenkörner zu Schnitzarbeiten, z. B.
Steinnuß, bilden einen bedeutenden Han-
delsartikel. Sie stammen von mehreren Arten
der Elfenbeinpalme, Phytelephas ma-
crocarpa, die in Peru und Kolumbia hei-
misch ist, aber auch in anderen heißen Län-
dern vorkommt. Die Nüsse sind zu 80—120
in der Frucht, ähnlich der Kokosnuß, ein-
geschlossen. Die Samen haben eine eiförmige
Gestalt, ca. 2—5 cm Länge und flachgedrückte
Form. Sie sind im frischen Zustande inner-
lich weich, nehmen aber nach dem Abernten
eine derartige Härte an, daß sie sich ähnlich
anderen Drechslermaterialien auf der Dreh-
bank bearbeiten lassen. Hauptsächlich fin-
den sie Verwendung in der Knopffabrikation,
zu Elfenbeinnachahmungen usw. Auch
die Schalen der Kokosnüsse werden zu
Drechslerarbeiten verwendet, doch sind sie
hierzu nicht besonders geeignet, da der Auf-
bau der Kokosnuß nicht so gleichmäßig ist
wie derjenige der Steinnuß. — Zoll: S. Tarif
Nr. 70. 646.

Samt (Sammt, Sammet, frz. Velours,
engl. Velvet). Dieses bekannte Gewebe, für
welches die weiche, aus kurzen, aufrecht-
stehenden Härchen bestehende Decke, der
Pol oder Flor, auf glattem oder geköpertem
Grunde (glatter und geköperter S.) cha-
rakteristisch ist, wurde ursprünglich nur aus
Seide gewebt. Jetzt besteht bei dem eigent-
lichen echten S. (frz. Velours, engl. Velvet)
meist nur der Flor aus Seide, der Grund
aus Baumwolle oder bei den teuersten Sorten
aus geringwertiger Seide, doch kommen auch
völlige Nachahmungen in Wolle und Baum-
wolle in den Verkehr. Je nachdem die Schlei-
fen der Polfäden, die sog. Noppen, zer-
schnitten werden oder verbunden bleiben,
unterscheidet man gerissenen (geschnit-

tenen) und gezogenen (ungeschnitte-
nen) S. Daneben gibt es noch halbge-
schnittenen und gemusterten (fassonierten)
S. Bei dem halbgeschnittenen wechselt
gerissener und gezogener Samt, während das
Muster entweder durch verschiedene Farben
des Pols oder durch Pressen erzeugt wird.
— Plüsch (frz. Peluche, engl. Plush, Shay)
und Felbel oder Velpel (frz. Panne, engl.
Long poil) unterscheiden sich vom S. durch
längere Behaarung, und zwar steht das Haar
bei Plüsch noch aufrecht, während es bei
Felbel so lang ist, daß es sich umlegt und
nach dem Strich gebürstet werden muß. Der
Plüsch besitzt entweder seidenen oder wol-
lenen Flor; der echte Felbel dagegen stets
seidenen Flor und seidenen Grund. Bei dem
halbseidenen Felbel besteht der Grund aus
Baumwollgarn. — Nach Art der Seidensamte
gewebte Baumwollsamte sind sehr selten,
denn der im Handel unter dem Namen
Manchester (frz. Manchester velours coton,
engl. Fustian, Velvet, Velveret, Velveteen,
Cord) auftretende Baumwollsamt entsteht auf
ganz andere Weise. — Zoll: Baumwollener S.
s. Tarif Nr. 446/48; Seidensamt und halb-
seidener Nr. 404; wollener Nr. 431; Plüsch'
und Felbel werden wie S. verzollt, s. auch
Nr. 491.

Sanatogen, ein neueres, lösliches Eiweiß
enthaftendes Nährpräparat, wird durch
Mischen von Kasein mit 5°/o glyzerinphos-
phorsaurem Natrium hergestellt und erscheint
als ein schneeweißes Pulver, welches beim
Verrühren mit wenig kaltem Wasser stark
aufquillt und sich beim Erwärmen zu einer
milchigen Flüssigkeit völlig auflöst. Es ent-
hält 8,340/0 Wasser, 5,37°/o Asche, 2,49»/•
Phosphorsäure und 82,75% Stickstoffsubstanz.

Sand, gefärbter, Streusand. Unter
dieser Bezeichnung kommt bunt gefärbter,
feingesiebter, weißer S. in den Handel. Man
wäscht den S. nach dem Sieben aus und
färbt, meist mit Anilinfarben, auf. Ferner
kommen Abfälle von der Bronzefabrikation
als Streugold und Streusilber in den
Handel, sowie auch gemahlener Glimmer,
der ebenfalls des öfteren aufgefärbt ist. Alle
diese Artikel werden namentlich bei der fei-
neren Kartenfabrikation, z. B. von Glück-
wunschkarten usw., in großen Mengen ver-
braucht. Früher wurde der Streusand auch
zum Trockenmachen der Schriftzüge verwandt.
— Zoll: S. Tarif Nr. 222.

Sandarak (Sandarach, lat. Resina sanda-
raca, frz. Sandaraque, engl. Sandarac) ist
das Harz eines zu den Nadelbäumen ge-
hörigen Strauch- und baumartigen Gewächses,
Callitris quadrivalvis, aus dessen Rinde
es freiwillig ausschwitzt. Die in Nordafrika
heimische und auf dem Atlas ganze Wälder
bildende Pflanze gleicht im Aussehen dem
nahe verwandten Lebensbaum (Thuja). Das
dem Mastix ähnliche Harz kommt von Moga-
dor an der marokkanischen Westküste, meist
über Frankreich, doch auch über Triest und
Venedig, in zwei Sorten, ordinär und fein,
oder naturell (in sortis) und auserlesen (electa)