﻿Sandelholz

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Sandpapier

in den Handel. Letztere Sorte bildet blaß,
gelbe, längliche, weiß bestäubte Körner und
Stengelchen, die auf dem Bruche durchsichtig
und glasglänzend erscheinen. Die andere be-
steht aus trüben und unreineren Stückchen,
vermischt mit kleinerem Grus, Sand, Erde
und Holzteilchen. Das Harz ist spröde und
leicht zerbrechlich, hat einen balsamisch-
harzigen Geruch und schwach bitteren Ge-
schmack und erweicht nicht beim Kauen wie
Mastix, sondern zerfällt in ein sandiges Pulver.
In Alkohol, Äther, Fuselöl und Azeton ist es
völlig, in Terpentinöl, Schwefelkohlenstoff,
Chloroform und Petroläther nur teilweise lös-
lich. S. besteht neben geringen Mengen äthe-
rischen Öls und Bitterstoffen hauptsächlich
aus Sandarakol- und Kallitrolsäure. Auf
Kohlen verbrannt gibt S. einen angenehmen
Geruch und dient daher als ein Bestandteil
von Räucherpulvern. Seine hauptsächliche
Verwendung findet es zu Weingeistfirnissen,
Polituren und Lacken. Für sich gibt es sehr
harte Überzüge, die aber zu spröde, dem Ab-
bröckeln unterworfen und auch nicht beson-
ders glänzend sind. Es wird daher immer in
Verbindung mit Elemi, venetianischem Ter-
pentin oder etwas Rizinusöl verwendet. Fein
gepulverter S. bildet das bekannte Radier-
pulver, mit dem man radierte Stellen auf
Papier wieder beschreibbar macht. — Eine
aus Australien in den Handel kommende
Sorte, in England Pine gum genannt, stammt
von Callitris Preisii, C. australis, ab und bildet
größere Stücke als die afrikanischen Sorten,
ist aber sonst in seiner Verwendbarkeit diesen
gleich. — Zoll: S. ist zollfrei.

Sandelholz (Santelholz, Santalholz,
lat. Lignum santalinum, Lignum santali, frz.
Bois de santal, engl. Sandal wood). Unter
diesem Namen kommen verschiedene Hölzer
in den Handel, von denen einige zu den
Farbhölzern gehören und hauptsächlich in
der Färberei Verwendung finden, während
die anderen teils als Möbelholz, teils zur
Darstellung des ätherischen Sandelholzöles
verwendet werden. Das rote Holz stammt
von einem mächtigen Baume mit Plülsen-
früchten, Pterocarpus santalinus, der in
den Gebirgen Ostindiens und Ceylons wächst.
Es kommt in Blöcken oder Scheiten von
1 Ztr. Gewicht und mehr nach Europa und
wird hier geraspelt und gemahlen, in feinen
wolligen Fasern oder in Pulverform in den
Handel gebracht. Ein besonders feines Pulver
wird Flugsandel genannt. Das schwere,
im Wasser untersinkende Holz hat grobe,
gewundene und gekreuzt verlaufende Fasern
Und ist mit harzglänzenden Kanälen durch-
zogen. Die Farbe frischer Spaltflächen ist
blutrot, wird aber an der Luft bräunlich.
Von anderen Rothölzern unterscheidet S. sich
dadurch, daß es weder an kaltes, noch an
siedendes Wasser seinen Farbstoff abgibt.
Hingegen kann letzterer aus dem zerkleiner-
ten Holz durch Weingeist mit blutroter Farbe,
oder durch alkalische Laugen und Sodalösung,
violett ausgezogen werden. Aus der alkalischen
Lösung läßt sich der Farbstoff durch Säuren

niederschlagen. Man kann also die Farbe
auf Zeuge fixieren, wenn man sie mit jener
Lösung tränkt und dann durch ein saures
Bad zieht, doch ist die Nuance so gefärbter
Wolle stets ins Violette gehend. Eine schöne
Farbe erhält man, wenn das feine Pulver
mit Wasser und Wolle gekocht wird. Sie
ist dann rein rot und wird durch Zusatz einer
Beize noch schöner. In Verbindung mit an-
deren Holzfarbstoffen verwendet man das
S. zu modegrünen, bronzenen und braunen
Nuancen auf Wollzeuge. Weingeistige Aus-
züge werden außerdem zum Rotfärben ver-
schiedener Tinkturen, Konditoreiwaren und
Liköre benutzt. Der Farbstoff des S. wird
als Santalin bezeichnet. — Die stärksten,
und schönsten Stücke des S. nennt man
Kaliaturholz. Sie bilden einen gesuchten
Artikel in der Kunsttischlerei, da dieses PIolz,
namentlich im polierten Zustande, prachtvolle
Farben zeigt. — Das weiße oder gelbe S.
kommt von Santalum album, einem Baume
aus der kleinen Familie der Santalaceen.
Er wächst auf Timor und einigen anderen ost-
indischen Inseln sowie an der Küste von Koro-
mandel und wird auch angepflanzt. Als gleich-
wertige Art wird Santalum Freysinetia-
num von den Südseeinseln angeführt, wäh-
rend das westindische S. von Amyris bal-
samifera stammt. Das zu uns kommende
Holz bildet gewöhnlich nur armdicke, 6 bis
9 dm lange, glatt geschälte Scheite, an denen
der Splint weißgelblich, der Kern gelb ist.
Es hat als Möbelholz den Vorzug, daß es
nicht von Würmern angegangen wird, dient
aber hauptsächlich zur Gewinnung des äthe-
rischen Öles, von dem es bei der Destillation
mit Wasserdampf 3—5°/o liefert. — Zollfrei.

Sandelholzöl (lat. Oleum santali, frz. Es-
sence de santal, engl. Oil of sandal wood), das
ätherische öl des weißen Sandelholzes,
ist eine gelblichweiße, sehr dickflüssige,
kratzend schmeckende Flüssigkeit von an-
haltendem aromatischen Gerüche. Das spez.
Gew. beträgt 0,975—0,980, die Linksdrehung
im 100 mm-Rohr —18°. Das Öl besteht zu
90% aus zwei isomeren Alkoholen a- und
/S-Santalol, ferner aus einem Kohlenwasser-
stoff Santen, einem Kohlenwasserstoff San-
talon und Santalsäure. Es löst sich in
5 Teilen 70proz. Alkohol. Das sog. west-
indische S. von Amyris balsamifera unter-
scheidet sich von dem echten oder ostindi-
schen durch seine Unlöslichkeit in Alkohol,
seine Rechtsdrehung und seinen Gehalt an
Amyrol und Kadinen. Das echte S. wird
als Parfüm, hauptsächlich aber in Gelatine-
kapseln (Santal Midy) gegen Tripper an-
gewandt. — Zoll: 30 M. Als Geheimmittel
500 M.

Sandpapier (Glaspapier, Flintpapier,
Schmirgelpapier, Schmirgelleinen).
Diese Produkte werden sämtlich hergestellt
aus gemahlenem Sand, Glas, Flintstein und
Schmirgel, die man auf Papier oder Leinen
mit einem Bindemittel aufträgt. Sie dienen
sämtlich zum Schleifen und Polieren von
Holz, Metall usw. Man bringt diese Papiere