﻿Saphir

427

Sardellen

welcher Zubereitung noch Zuschläge, sondern
erhärtet, einfach ins Wasser geschüttet, so-
gleich zu einer festen Steinmasse. — Zollfrei.

Saphir (frz. Saphir, engl. Sapphire), ein
Edelstein, der in den besten Sorten zu den
wertvollsten Schmucksteinen gehört, besteht
in chemischer Hinsicht lediglich aus kristal-
lisierter Tonerde (Aluminiumoxyd) und
unterscheidet sich vom Rubin nur durch die
Farbe, welche in verschiedenen Abstufungen
blau ist. Man unterscheidet als teuerste die
männlichen S. von tiefem und lebhaftem
Indigblau, dann die weiblichen, deren Fär-
bung heller ist, und als Wassersaphire
die hellsten nur noch schwach bläulichen.
Nur die orientalischen Steine haben wirk-
lichen Edelsteinwert. Sie finden sich in
Hinterindien, Ceylon und Siam im Sande
der Flüsse und im Schuttland und werden
nicht nur roh, sondern auch schon geschliffen
von Kalkutta und Bombay aus versendet, ln
Sachsen, Böhmen und Frankreich finden sich
an gewissen Örtlichkeiten, gewöhnlich in ba-
saltische Lava eingewachsen, ebenfalls zum
Teil sehr hübsch gefärbte Korunde, die ok-
zidentalischen S., die sich aber nie zu den
hohen Werten wie die indischen erheben.
Echte S. erkennt man an ihrer Härte (= 9)
und an ihrem spez. Gew. (= 4,0), wodurch
sie sich von den weicheren und spezifisch
leichteren Steinen, wie Cyanit, Euklas und
blauem Beryll, unterscheiden. Man schleift
die guten Steine in denselben Formen wie
die Diamanten. Zeigt sich aber ein Stein
als Sternsaphir, d. h. strahlt er aus seinem
Innern einen sternartigen sechsstrahligen
Schein aus, so wird er kappenförmig (en ca-
bochon) geschliffen. — Zoll: S. Edelsteine.

Saphirin, ein in Sibirien und auch in
Siebenbürgen vorkommender Chalzedon
von blauer Farbe, der einige Ähnlichkeit
mit Saphir hat, kann als Halbedelstein zu
ordinärem Schmuck Verwendung finden. —
Zoll: S. Edelsteine (Halbedelsteine).

Saponin ist ein im Pflanzenreiche außer-
ordentlich verbreiteter glukosidischer Körper,
der sich u. a. in der Seifenwurzel (Sa-
ponaria officinalis), in der Quillaya-
rinde, den Samen der Kornrade, in der
Monesiarinde, Guajakrinde, in Lych-
nis, Dianthus und zahlreichen anderen
Caryophyllaceen vorfindet. Zur Dar-
stellung des S. bedient man sich meist des
wäßrigen Auszuges von Quillayarinde, welcher
mit etwas Formaldehyd gekocht und dann
nach dem Abfiltrieren des entstehenden Nie-
derschlages zur Trockne verdampft wird. Aus
levantinischer Seifenwurzel erhält man das
S. durch Auskochen mit 40proz. Alkohol.
Das beim Erkalten ausfallende S. wird mit
Äther-Alkohol ausgewaschen, in Wasser ge-
löst und mit Baryumhydroxyd gefällt. Nach
Zerlegung der Baryumverbindung fällt man
das S. aus der Lösung mit Äther-Alkohol.
Andere Methoden der Reindarstellung be-
ruhen auf der Anwendung von Bleiessig. —
Das reine S. ist ein weißes amorphes, neu-
trales und geschmackloses Pulver, welches,

in absolutem Alkohol und in Äther unlöslich,
mit Wasser stark schäumende Lösungen bil-
det. Die Lösungen drehen die Ebene des
polarisierten Lichtes nach links und werden
durch Bleiessig und Barytwasser gefällt. Beim
Kochen mit verdünnten Säuren zerfällt S. in
Zucker und Sapogenin. Das Pulver, reizt
heftig zum Niesen und ist, mit Ausnahme
des aus Guajakrinde hergestellten S., stark
giftig. S. bildet den wirksamen Bestandteil
mehrerer Waschmittel und wird neuerdings
auch unter verschiedenen Namen wie Gom-
melin, Spumatolin benutzt, um künst-
lichen Brauselimonaden ein besseres
Aussehen zu verleihen. Wegen der Giftigkeit
des S. ist diese Verwendung als unzulässig zu
bezeichnen. — Zollfrei.

Sapotillholz (Bullyholz, Breiapfel-
holz, engl. Bullet wood), das Holz von
Achras Sapota, eines in Westindien und
dem nördlichen Teile von Südamerika wach-
senden Baumes, ist sehr dicht und hart, sowie
von braungrünlicher Farbe und gehört zu den
besten Zimmerhölzern. Die Früchte, die Sa-
po tili pflaum en, haben, wenn sie teigig
geworden, einen quittenähnlichen Geruch und
Geschmack und werden im Ursprungslande
genossen. Die bittere, zusammenziehend
schmeckende Rinde des Baumes, welche
früher bei uns als Cortex Sapotae in Apo-
theken geführt wurde, dient ebenso wie die
sehr bitteren Samenkerne (Sapotillkörner,
lat. Grana Sapotillae) in Amerika als
Fiebermittel. — Zoll: S. Holz Nr. 74 ff.

Saprol ist ein Gemisch von Mineralschmier-
ölen mit ungefähr 40°/o Rohkresol. Die
dunkelbraune ölige Flüssigkeit schwimmt auf
Wasser, welches sie mit einer gleichmäßigen
dünnen Schicht überzieht, und wird daher zur
Desinfektion von Aborten, Pissoirs und La-
trinen benutzt. — Zoll: S.Tarif Nr. 254/56.

Sardellen (frz. Sardines, engl. Sardinias,
Sardines), kleine Seefische, Encraulis
encrasicholus, die im Mittelmeer und an
den europäischen Küsten des Atlantischen
Ozeans von Südengland bis Spanien und
Afrika Vorkommen, werden bis 16 cm lang,
haben eine azurblaue, unten silberglänzende
Färbung, glatte Bauchkante, schmale, weit vor-
stehende Schnauze, tief gespaltenes Maul, sehr
spitze, kleine Zähne und große, dünne, durch-
sichtige Schuppen. — Die Sardine (Alausa
pilchardus) unterscheidet sich von der S. da-
durch, daß sie oberseits bläulichgrün, an der
Seite und am Bauche silberweiß gefleckt
und 23,5—28,5 cm lang ist, tief gespaltene
Zwischenkiefer, Bezahnung nur im Oberkiefer,
sägeartig gezähnte Bauchkante und goldig
schimmernde Kiemendeckel besitzt. — An-
chovis, Sardellen und Sardinen werden
vielfach miteinander verwechselt und im Han-
del häufig nur nach der Zubereitung unter-
schieden. Sie kommen innerhalb gewisser
Zeiten in großen Zügen vor und werden bei
Tag und Nacht gefangen, besonders an den
Küsten der Bretagne; doch ist neuerdings eine
bedeutende Abnahme der Fische dort und
an den Küsten der Niederlande und Bel-