﻿Sardellenbutter

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Sassafrasholz

giens beobachtet worden. — Ein großer Teil
der Fische wird frisch verkauft und genossen,
für den weiteren Handel werden sie aber
entweder eingesalzen und in Fässer verpackt
oder in Öl eingelegt (Ölsardinen). Für
letztere Zwecke werden die Fische sofort
nach dem Fang am Lande von Kopf und
Eingeweiden befreit, in Salz gelegt und vor
dem Verpacken zur Entfernung des Fettes
gepreßt oder in Fässer mit Salz geschichtet,
nach einigen Stunden auf Drahtgerüste ge-
legt und mit diesen eine halbe Minute in
siedendes Öl getaucht. Dann werden sie etwa
2—3 Stunden der Luft ausgesetzt oder bei
Regenwetter über gelindem Feuer getrocknet,
in die Blechbüchsen gelegt und mit frischem
Olivenöl übergossen, worauf die Verlötung
sofort stattfindet. Nach demVerlöten kommen
die Büchsen kurze Zeit in siedendes Wasser,
dann zur Abkühlung und schließlich zu
100 Stück in Kisten zur Verpackung (Sar-
dines ä l’huile). — Die eingesalzenen
S. sollen weiß, fest im Fleisch, mittelgroß
und frisch gefangen zubereitet sein. Man
rechnet 5000 Stück auf ein Faß (Anker); von
den kleinen, welche auch zum Ausfüllen ver-
wendet werden, bis 10000 Stück; von großen
nur bis 3000 und selbst 2000 Stück. Die
mittelgroßen werden am besten bezahlt. Man
.bezeichnet auf den Fässern den Jahrgang und
bevorzugt den zweiten. Obwohl sie sich bis
5 Jahre lang halten, verlieren sie doch nach
3 Jahren an Wert, werden weicher, tranig, gelb
und zerbrechlich. — Zoll: S. Tarif Nr. 117.

Sardellenbutter bildet neuerdings einen
Artikel des Delikatessenhandels, während sie
früher meist in den Haushaltungen für den
augenblicklichen Gebrauch hergestellt wurde.
Zur fabrikmäßigen Darstellung werden die
gewaschenen und entgräteten Sardellen fein
gewiegt, mit Butter vermischt und dann in
Zinntuben oder kleine runde Blechdosen ein-
geschlossen. Die Menge des zugesetzten
Butterfettes schwankt innerhalb ziemlich wei-
ter Grenzen zwischen 10 und 25°/o, und zwar
enthält die käufliche Handelsware meist we-
niger Fett, so daß sie für den Gebrauch
noch mit etwas Butter vermischt werden kann.
Verfälschungen mit Margarine sind nicht be-
sonders lohnend und daher selten, hingegen
soll der Ersatz der Sardellen durch gering-
wertigere Fische: Anchovis, Sardinen, He-
ringe in ziemlich großem Umfange betrieben
werden. Der Nachweis dieser Verfälschung
erfolgt nach dem Verfahren von Butten-
berg durch Bestimmung der Refraktion, der
Reichert-Meiselschen Zahl und der Jodzahl
des Petroläther-Auszuges. — Zoll: S. Tarif
Nr. 216.

Sardonyx (frz. Sardoine) nennt man zu-
weilen den aus abwechselnden blutroten und
weißen Schichten von Karneol (Kiesel-
säure) bestehenden Karneolonyx, während
der eigentliche Onyx abwechselnd weiße und
schwarze oder braune Schichten zeigt. Der
S. gehört zu den Halbedelsteinen und wird
zu Ringsteinen und Kameen verarbeitet. —
Zoll: S. Edelsteine (Halbedelsteine).

Sarrazinwurzel (lat Radix sarraceniae pur-
pureae, frz. Racine de sarracinia, engl. Sar-
racinia root), eine gegen Blattern und andere
ansteckende Krankheiten empfohlene Droge,
stammt von Sarracenia purpurea, einer
zu den Nepentheen gehörigen, in den
Sümpfen Neu-Schottlands und Neu-Jerseys
wachsenden Pflanze. Die Ware besteht aus
einem bis 18 cm langen, 3—15 mm dicken,
walzenförmigen, etwas gekrümmten Wurzel-
stock, der mit einzelnen braunroten Wurzel-
fasern und oben mit den Blattstielresten be-
setzt ist. Die Farbe ist außen braunrot bis
dunkelbraun, innen weißlich, der Geruch an-
genehm, der Geschmack bitter. Die Blätter
(lat. Folia sarraceniae, frz. Feuilles de sar-
racenia, engl. Sarracenia leaves), die eben-
falls im Handel Vorkommen, sollen dieselbe
Wirkung besitzen. — Zollfrei.

Sarsenets ist eine Bezeichnung für lein-
wandartig dicht gewebte, im Stück gefärbte
und stark geglättete Baumwollzeuge, welche
hauptsächlich als Futterkattune verkauft
werden. — Zoll: S. Tarif, Anmerkung 2
zu 405.

Sassafrasholz (Fenchelholz, lat. Lignum
Sassafras, frz. Bois de sassafras, engl. Sassa-
fras root), richtiger Sassafraswurzel, be-
steht aus der Wurzel eines in den Ver-
einigten Staaten Nordamerikas heimischen
Baumes vom Geschlecht der Lorbeerbäume
(Sassafras officinale). Das Wurzelholz
kommt in Form langer, verschieden dicker,
knorriger, hin und her gebogener Stücke
oder auch in Späne geraspelt in den Handel.
Die Wurzel ist mit einer korkigen, äußerlich
grauen, innen rotbraunen Rinde bedeckt, der
Holzkörper der Wurzel ist feinporig, ziemlich
leicht, gelbbräunlich oder rötlich gefärbt und
zeigt auf dem Querschnitt viele zarte Jahres-
ringe und diese durchschneidende, vom Kern,
nach dem Umfange strahlig verlaufende
dunkle Markstrahlen. Das Holz hat einen
angenehm aromatischen, fenchelähnlichen Ge-
ruch und Geschmack und enthält neben
ätherischem öl einen kristallinischen Gerb-
stoff (Sassafrid). Das Stammholz, das vom
Wurzelholz leicht zu unterscheiden ist, ist
ganz arm an diesen Bestandteilen und hat
nur schwachen Geruch, dient aber häufig
zur Verfälschung der geraspelten Ware. Ver-
wendung findet das Holz als blutreinigendes
Mittel gegen Skrofeln und Hautkrankheiten,
sowie als Bestandteil von Holztee (Species
lignorum). Inländische Handelshäuser, welche
das PIolz durch Zerkleinern gebrauchsfähig
machen, geben ihm die bei derartigen Waren
beliebte Form kleiner Würfelchen. — Als
besonderes Präparat findet sich das aus der
Wurzel mit Wasserdampf abdestillierte Sassa-
frasöl (lat. Oleum sassafras, frz. Essence de
sassafras, engl. Oil of sassafras) im Handel,
das fertig von Nordamerika kommt. Es be-
steht aus Safrol, Sassafraskampfer,
Eugenol, Pinen und Phellandren und
dient besonders zur Herstellung parfümierter
Seifen. Das schwere, anfangs farblose, später
gelb werdende öl, das den Geschmack und