﻿Sassaparille

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Sassyrinde

Geruch des Holzes in hohem Grade besitzt,
hat ein spez. Gew. von 1,070—1,080, ist
rechtsdrehend und mit starkem Alkohol misch-
bar. Vergleiche ferner den Artikel: Safrol.
— Zoll: S.-Holz ist zollfrei. S.-Öl: 30 M.

Sassaparille (Sarsaparille, lat. Radix
sassaparillae, frz. Salsepareille, engl. Salsa-
pariglia). Diesen Namen führen im Drogen-
handel die Wurzeln verschiedener, in den
heißen Gegenden Amerikas heimischer Arten
der Gattung Smilax (Stechwinde), von
denen als Stammpflanzen namentlich Smilax
syphilitica, Smilax medica, Smilax sas-
saparilla und Smilax officinalis ange-
geben werden, doch ist nicht mit Sicherheit
bekannt, von welchen die einzelnen Handels-
sorten abstammen. Die Smilax-Arten sind
immergrüne rankende und stachlige Sträucher
mit knollig verdicktem Wurzelstock, von wel-
ch em zahlreiche, sehr lange, bis federkieldicke
Nebenwurzeln ausgehen. Je nach Lokal-
gebrauch werden entweder die ganzen Wurzel-
körper oder nur die abgelösten Nebenwurzeln
in den Handel gebracht. Die letzteren sind
bald mehr glattrund, bald längsrunzelig oder
kantig. Ihre äußere Farbe schwankt von gelb-
lich- oder rötlichbraun bis zum dunkleren
Braun. Auf dem Durchschnitt zeigt sich die
Rinde, je nach der Art, bald dünn, bald ver-
dickt, im letzteren Falle dicht mit Stärkemehl
erfüllt und daher weiß oder rötlichweiß. Der
Kern ist weiß oder gelblich, porös und zähe.
Manche Ware erscheint im Durchschnitt
nicht mehlig, sondern hornartig, weil sie über
Feuer getrocknet, und dadurch das Stärkemehl
verkleistert wurde. Die Wurzel ist geruchlos,
schmeckt beim Kauen bitterlich schleimig,
später kratzend scharf. Die einzelnen Sorten
werden nach den Erzeugungsländern oder
Ausfuhrhäfen benannt. Als Sassaparille
des Deutschen Arzneibuches gilt die
Honduras, die man aber nicht nur von Hon-
duras, sondern auch von dem benachbarten
Belice und Guatemala erhält. Sie kommt in
großen, an den Ecken abgerundeten Ballen
in den Handel, die entweder nur oben und
unten, oder auch ganz mit Tierhäuten über-
zogen sind und die Wurzeln in Form einzelner
Bündel enthalten. Je nach Art der Packung
kann man dreierlei Sorten unterscheiden:
1. Entweder liegen die Wurzelstöcke in der
Mitte, und die langen Wurzelfasern sind von
rechts nach links bogenförmig gegen die
Stengelreste hineingeschlagen, 2. oder die
Wurzelstöcke befinden sich noch in ihrer
natürlichen Lage, und die Fasern sind mehrere
Male gegen dieselbe eingeschlagen, so daß
in den Ballen sämtliche Wurzelstöcke nach
außen, die Wurzeln hingegen nach innen zu
liegen kommen, 3. oder die knollenförmigen
Wurzelstöcke sind ganz entfernt, die Wurzeln
der Länge nach zu armdicken Bündeln von
500—600 g Gewicht zusammengelegt, oben
und unten eingeschlagen und der ganzen
Länge nach dicht mit dünnen Wurzeln um-
wickelt, so daß nur an beiden Enden etwa
eine Hand breit freibleibt. Die Honduras-
S. hat äußerlich eine schön rotbraune Farbe

und nur wenig gefurchte, aber längsstreifige
Wurzeln. Die Rinde ist bald dünner, bald
dicker, das Mark mehlig und weiß, ohne Gefäß-
poren, ziemlich groß und deutlich vom holzigen
Teile abgegrenzt. Der Rindenteil erscheint
auf dem Querschnitte rötlich oder weißgrau,
die Epidermis sehr dünn. Als zweite Sorte,
die für den deutschen Handel in Betracht
kommt, ist die Veracruz-S. zu nennen.
Diese gelangt in mit Stricken umschnürten
Ballen (Seronen) von 75—150 kg über Vera-
cruz in den Handel. Die Wurzel ist außen
meist lehmig und stark eingeschrumpft,
die Rindensubstanz infolge der Räucherung
hornartig. Der Holzring ist, im Gegensatz
zur Hondurassorte, sehr stark, das Mark
schwach. Weitere gute Sorten sind: Cara-
cas, eine hellbraune, nicht häufig zu er-
langende Wurzel, sowie die gelbbraune bis
braune brasilianische Sassaparille,
welche auch Lissaboner, Para-, Maran-
haowurzel genannt wird. Diese Sorten wer-
den von einigen Pharmakopoen als allein zu-
lässig bezeichnet. Als geringere Ware kommt
viel mexikanische S. nach Europa, welche
zwar billig ist, aber durch Stengel, Fasern,
Knollen und Erde verunreinigt wird. Andere
geringere Sorten, die im deutschen Handel
wenig oder gar keine Bedeutung haben, sind
die von Granada, Manzanillo, Costa-
rica, St. Thomas und Jamaika. Die im
naturellen Zustande aus Amerika kommen-
den Wurzeln werden in den Drogenhäusern
größtenteils gesäubert, die vorhandenen, ganz
wertlosen Wurzelknollen entfernt, die dünnen
Wurzeln in Stücke von gleichmäßigen Län-
gen zerschnitten, auch wohl gespalten, und
in regelmäßige Päckchen gebündelt. An
charakteristischen Bestandteilen, welche in
der dicken Unterrinde ihren Sitz haben, sind
ein bitter und scharf schmeckendes Harz,
zwei eigentümliche kristallisierbare Saponine:
Smilacin und Parillin, sowie ein amorphes
Saponin Sarsaponin und ätherisches Öl
nachgewiesen worden. Die erstgenannten
Saponinkörper sollen bisweilen giftige Wir-
kungen hervorrufen. Die Wurzel gilt als
eines der kräftigsten schweiß- und harntrei-
benden Mittel, sowie als das beste vegetabi-
lische Mittel gegen Syphilis. Auch braucht
man sie gegen Skrofeln und Gicht, sowie in
anderen Fällen, in denen es auf eine erhöhte
Hauttätigkeit ankommt, sowohl in wässeriger
Abkochung als auch in Form von weingeistigem
Extrakt und Sirup. — Zoll: S. ist zollfrei.

Sassyrinde (lat. Cortex sassy, frz. Ecorce
de sassy, engl. Sassy bark), eine von England
aus als Mittel gegen Wechselfieber und
Dysenterie empfohlene Droge, kommt von
der Westküste Afrikas und stammt von Ery-
throphleum guineense, einem großen
Baume mit ausgebreiteten Ästen, doppelt ge-
fiederten Blättern, Blüten in ährenartigen
Trauben und Hülsenfrüchten. Das Pulver der
Rinde reizt zum Niesen und soll auch brechen-
erregend und purgierend wirken. Als Be-
standteile der S. sind ein Alkaloid, Erythro-
phloein sowie Erythrophloeinsäure iso-