﻿Schwarzkümmelsamen

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Schwefel

meist am Grunde eine stark braunrote Fär-
bung zeigen. Seit einigen Jahren werden
auch an den Küsten von Kuba S. gefischt.
Die Mittelmeerschwämme kommen meist über
Triest, Venedig, Livorno, Marseille, Genua
und Tripolis in den Handel, teils in Kisten,
teils in Ballen gepackt, die kleineren Sorten
an Schnüren aufgereiht. Für die Bahama-
oder amerikanischen S. sind Hamburg und
Bremen die hauptsächlichsten Einfuhrplätze.
Die Importeure sortieren die S., nachdem sie
gebleicht und in handliche Formen geschnit-
ten sind, und bringen sie je nach der Qualität
unter den Namen: Graß, Velvets, Reefs usw.
in den Handel. — Die Schwammfischerei wird
meist von Tauchern betrieben. Da, wo es
möglich ist, wie z. B. bei Nauplia, löst man
die S. mittels eines an langer Stange be-
festigten Eisens los. Die heraufgebrachten
S. werden sofort durch Auswaschen mit
Wasser von dem Schleim, der Sarkode, be-
freit, gereinigt und dann getrocknet. Be-
trügerischerweise werden sie häufig noch zur
Beschwerung mit feinem Sand eingerieben.
S. dürfen nicht zu feucht, aber auch nicht
zu trocken aufbewahrt werden, weil sie im
letzteren Falle sehr an Gewicht verlieren,
andernfalls aber leicht übelriechend und
rotfleckig werden. Ihrer Qualität und Form
nach unterscheidet man 1. Champignons,
die feinsten, kleinporigen, hellfarbigen, sehr
elastischen S. 2. Damen- oder Toilette-
schwämme, sehr feinporige weiche S.
Diese beiden Sorten bezeichnet man als
„Levantiner“. 3. Gewöhnliche S., von
denen man unangereihte, auf Venetianer Art
angereihte und auf Triester Art aufgeschnürte
unterscheidet. 4. Zimoccaschwämme oder
Zemoccaschwämme, feinporige, aber
festere und härtere, und infolgedessen sehr
haltbare S. 5. Pferdeschwämme, die größ-
ten, und im Gegensatz zu den vorhergehen-
den, großporigen Sorten. Sämtliche S. werden
außerdem noch in verschiedene Qualitäts-
und Größennummern sortiert, und der Abfall
oder Ausschuß unter dem Namen Kropf-
schwamm verkauft. Man bringt auch ge-
bleichte und gefärbte S. in den Handel.
Das Bleichen geschieht mit Wasserstoffsuper-
oxyd oder durch Eintauchen in Kalium-
permanganatlösung und nachfolgendes Ent-
färben in einer Natriumhyposulfitlösung unter
Zusatz von einigen Prozenten Salzsäure. Die
Anwendung der S. ist bekannt, erwähnt mag
nur noch werden, daß man mit geschmolzenem
Wachs getränkte und gepreßte Schwamm-
schnitte unter dem Namen Preßschwamm
(Spongia cerata) führt. Früher wurde auch
aus den Schwammabfällen (Kropfschwamm)
durch Verglühen eine Kohle hergestellt,
Carbo spongiae, die ihres geringen Jod-
gehaltes wegen als Mittel gegen den Kropf
Anwendung fand. — Zoll: S. Tarif Nr. 159.

Schwarzkümmelsamen (lat. Semen nigel-
lae, frz. Semence de nigelle, engl. Nigelle
seeds), ein Artikel des Drogenhandels, der
in der tierärztlichen Praxis und als Gewürz
Verwendung findet, stammt von mehreren

Arten der den Ranunculaceen angehören-
den Gattung Ni ge 11a. In Südeuropa und
Deutschland baut man .den gemeinen
Schwarzkümmel, NigellasativaL., auch
römischer oder schwarzer Koriander,
Katharinenblume, Kapuziner- und Nar-
denkraut, Nardensamen usw. genannt,
eine 25—30 cm hohe Pflanze, während im
Orient der Damaszener Schwarzkümmel
von Nigella Damascena L. angebaut
wird. Die Früchte des letzteren sind etwas
kleiner, riechen gewürzhafter und geben
beim Reiben einen erdbeerartigen Geruch
ab. — S. enthält ca. 35°/o fettes Öl und ca.
y2°/o ätherisches öl. In der ersteren Sorte ist
außerdem ein Bitterstoff, Melianthin,
enthalten, während der Damaszener S. ein
Alkaloid, das Damaszenin, besitzt, welches
im äther. öl blau fluoresziert. — Zoll: S.
s. Tarif Nr. 22. S.-Öl, fettes, Nr. 166/7.
Äther. Öl: 30 M.

Schwarzwurzel (lat. Radix consolidae seu
symphyti, frz. Racine de symphyte, engl.
Symphyti root), die Wurzel von Symphy-
tum officinale, einer zu der Gattung der
Boragineen gehörenden Pflanze, wird
medizinisch als schleimlösendes Mittel be-
nutzt und enthält Schleim, Gerbstoff, Aspa-
ragin usw. -— Mit demselben Namen bezeichnet
man auch eine beliebte Gemüsepflanze, Scor-
zonera hispanica, deren Wurzeln wie
Spargel zubereitet werden und geröstet als
Kaffeesurrogat Verwendung finden. Die
Pflanze wird 0,6—1,3 m hoch, ist zwei- und
mehrjährig, besitzt gelbe, wie Vanille riechende
Blüten und große lange Blätter und wächst
auf Kalkboden auch wild. Der Anbau ver-
langt tief gelockerten Boden in offen zugiger
Lage, dünne Saat im März oder April in
Reihen und gute, aber nicht frische Düngung.
Oft erlangen die Wurzeln schon im ersten
Jahre die zum Gebrauch erforderliche Größe
und Stärke, gute Fingerdicke, meist aber erst
im zweiten Herbst. Zum Gebrauch werden
sie in frostfreien Räumen eingeschlagen und
bleiben so lange zart und brauchbar, als beim
Zerbrechen noch der Milchsaft ausfließt. Ver-
kauft werden die Wurzeln in Bündeln auf
Wochenmärkten. In Deutschland zeichnet
sich besonders Bamberg durch den Anbau
aus. — Zoll: S. frisch, als Gemüsewurzel, s.
Tarif Nr. 33. S. getrocknet, als Heilpflanze,
ist zollfrei.

Schwefel (lat. Sulfur seu Sulphur, frz. Soufre,
engl. Sulphur). Der Schwefel ist schon seit den
ältesten Zeiten bekannt. Die Alchimisten be-
trachteten ihn als das Prinzip der Verbrenn-
lichkeit, sowie als den Träger der Verschieden-
artigkeit der Metalle in Farbe und sonstigen
Eigenschaften. Sein Vorkommen in freiem
Zustande als sog. gediegener S. knüpft
sich vorzugsweise an Gegenden, wo vul-
kanische Kräfte tätig sind oder einst waren.
Er findet sich in der Romagna, in Sizilien,
Spanien und Griechenland, auf Island, bei
Bahara Saphinqua am Roten Meere, in Kali-
fornien, Mexiko und Südamerika, entweder
in Form von Körnern, Kristallen oder Knollen,