﻿Serradella	458	Sheabutter

sia mit 12—13°/o Wasser bestehendes und
durch Eisen und etwas Chromoxyd gefärbtes
Mineral, besitzt gewöhnlich schwarzgrüne oder
schwärzliche, zuweilen auch rotbraune Färbung
mit mannigfach wechselnden Flammen, ver-
schlängelten Adern und Flecken, die an die
Tigerung mancher Schlangenhäute erinnern.
Die Zeichnungen beruhen meistens auf den
zahlreichen Einschlüssen fremder Mineralien,
besonders von Asbest. S. findet sich ziemlich
häufig in Schichten zwischen anderem Ge-
stein, oder bildet für sich Hügel und kleine
Berge, ist aber in vielen Fällen sehr zer-
klüftet oder in einzelne Blöcke zerfallen.
Das Mineral wurde schon im Altertum zu
Säulen und anderen architektonischen Werken
benutzt und dient noch jetzt in England
zur Herstellung von Bauornamenten, Tauf-
steinen, großen Vasen, Obelisken und anderen
Luxusartikeln, in Italien, besonders zu Pisa,
namentlich auch zur Nachbildung antiker
Vasen. Der wichtigste Fundort in Deutsch-
land ist Zöblitz bei Marienberg in Sachsen.
Hier fertigte man früher nur Reibschalen
und Mörser für Apotheker, Leuchter, Urnen,
Vasen, Becher, Teller, Dosen, Schreibzeuge,
Briefbeschwerer, Würfel und Wärmsteine,
neuerdings aber auch Grabplatten und Kreuze,
Säulen, große Würfel zu Postamenten u. dgl.
Erst an fein geschliffenen und polierten
Stücken wird die Schönheit des Materials
recht ersichtlich, das durch die überall ein-
gesprengten Granaten noch an Interesse ge-
winnt. Der S. hat die Eigenschaft, frisch
aus der Erde genommen, sehr weich und
mit scharfen Instrumenten leicht bearbeitbar
zu sein, während er an der Luft mit der
Zeit sehr hart wird. — Zoll: Serpentinsteine,
Waren daraus s. Tarif Nr. 682/3. 685/7. 690/2.

Serradella (Vogelfuß, Krallenklee,
Sandvogelfuß, Klauenschote, frz. Orni-
thope, engl. Birds foot), eine für Sandboden
und anderen Boden, welcher die Kleearten nicht
sicher trägt, vortrefflich geeignete Futter- und
Weidepflanze, Ornithopus sativus, aus
der Familie der Schmetterlingsblütler,
mit großen, rosafarbigen Blüten, wird 30 bis
60 cm hoch, ist einjährig und in Spanien,
Portugal und Nordafrika heimisch. In der
nördlichen, gemäßigten Hälfte Europas wird
sie vielfach angebaut. Der Saatbedarf stellt
sich je nach der Art auf 15—40 kg, der
Ertrag auf 12—14 dz Heu oder auf 500 bis
800 kg Samen neben 10—12 Ztr. Stroh. 1 hl
Samen wiegt 45 kg. — Zollfrei.

Sesam (frz. Sösame, engl. Sesame) nennt man
dieSamen der Pflanzengattung Sesamum aus
der Familie der Pedoliaceen, von welcher
namentlich die Sorten Sesamum indicum
L. und S. orientale L. in den Tropen und
in gemäßigt warmen Klimaten von China und
Indien bis Algier und von Brasilien bis zu
den Südstaaten der Vereinigten Staaten Nord-
amerikas als Ölpflanze angebaut werden. Die
Pflanzen werden 1—2 m hoch, haben ovale,
drüsig-klebrig behaarte Blätter, meist weiße
und rötliche Blüten und vierkantige, abge-
rundete Kapseln mit zahlreichen Samen. Die

letzteren sind eiförmig und stark plattgedrückt
und besitzen einen angenehmen Geschmack.
Ihr Gewicht beträgt etwa 4 mg. Die Farbe
ist hellgelb bis bräunlich bei S. indicum,
braunviolett bis schwärzlich bei S. orientale.
Die Samen enthalten etwa 45—50°/o Öl, zu
dessen Herstellung sie hauptsächlich benutzt
werden. — Zoll: S. Tarif Nr. 14.

Sesamöl (lat. Oleum sesami, frz. Huile de
sösame, engl. Sesame oil) wird aus den öl-
reichen Samen von Sesamum indicum u.a.
durch anfangs kalte, dann warme Nachpresse
gewonnen. Das kalt gepreßte Öl ist schön
hell, blaßgelblich, während die warme Nach-
pressung noch eine geringere dunkle Sorte
ergibt. Das S. hat einen angenehmen Ge-
schmack, ein spez. Gew. von 0,920—0,924
und gehört zu den nicht trocknenden ölen.
Es besteht aus den Glyzeriden der
Stearinsäure, Palmitinsäure, Ülsäure
und Linolsäure und hat eine Jodzahl von
103—112. Wegen seiner charakteristischen
Reaktion, der mit Furfurol und Salzsäure,
sowie mit Zinnchlorür eintretenden Rotfär-
bung, bildet es den gesetzlich vorgeschrie-
benen Zusatz zu Margarine. Außerdem wird
es selbst als reines, billiges Speiseöl, ferner
zur Darstellung von Seifen, zur Enfleurage
von Parfüms und zur Verschneidung des
Olivenöls benutzt. — Zoll: S. Tarif Nr. 166/7.

Shampooing-Water (Shampooing-
Fluid) gehört nach E. Dieterich zu den
angenehmsten Kopfwaschwässern und besitzt
den Vorzug, die Kopfhaut zu reinigen und
geschmeidig zu erhalten, so daß jede Schup-
penbildung verhindert wird. Zu seiner Her-
stellung verquirlt man 3 frische Hühnereier
tüchtig, verdünnt mit 800 g Rosenwasser und
setzt dann noch eine Mischung folgender
Stoffe hinzu: 50,0 Seifenspiritus, 10,0 Kalium-
karbonat, 10,0 Ammoniakflüssigkeit (lOproz.),
0,5 Kumarinzucker, je 2 Tropfen Rosen- und
Bergamottöl und je 1 Tropfen französisches
Geraniumöl und ätherisches Bittermandelöl.
Die ziemlich geringe Haltbarkeit kann durch
Ersatz der Pottasche durch 20 g Borax erhöht
werden. — Zoll: S. Tarif Nr. 356.

Sheabutter (lat. Oleum galam seu Butyrum
shea, frz. Beurre de shee, engl. Shea butter),
eine der verschiedenen Arten von Bassia-
fett (s. d.), wird aus den nußartigen Frucht-
kernen eines im Innern von Westafrika
wachsenden Baumes, Bassia Parkii, ge-
wonnen, der den Eingeborenen als Fettspender
dasselbe leistet, wie den Küstenvölkern die
Ölpalme. Der strauchartig wachsende Baum
bedeckt ungeheure Strecken von Hügel- und
Flachland. Die im Mai oder Juni reifenden
Fruchtkerne ähneln in Gestalt und Farbe
der Roßkastanie, das Fleisch ist äußerst süß,
und wird gegessen. Die Nüsse werden vom
Fleisch befreit, grob gestoßen und mit Wasser
gekocht, und das dabei an die Oberfläche
tretende Fett in irdene Töpfe geschöpft, wo
es bald fest wird und die Farbe und Konsi-
stenz von tierischem Talg annimmt. Es ist
dann gebrauchsfertig, hat einen angenehmen
Geschmack und die Eigenschaft, beim Auf-