﻿Silberchlorid

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Sirup

fach einen solchen von 750. Zur Verarbeitung
auf Silberwaren wird das Metall in Stäbe oder
Zaine und Platten gegossen, aus denen Schüs-
seln, Teller, Löffel direkt durch kaltes Häm-
mern hergestellt werden, oder man formt
sie auch aus gewalztem Blech. Zum Löten
dient das Silberlot, eine Legierung von
S. mit Kupfer oder Messing. Häufig wird
das S. auch in dünner Schicht als Überzug
anderer Stoffe angebracht. Nur ausnahms-
weise geschieht diese Versilberung noch
im Feuer mit Hilfe des Quecksilbers, meist
aber auf galvanischem Wege durch Zer-
setzung von Silberlösungen. Als Silber-
bäder benutzt man Auflösungen von frisch
gefälltem Chlorsilber oder Silbersulfat in
Cyankalium. Kupfer, Bronze, Tombak, Mes-
sing, Neusilber, Roh- und Stabeisen lassen
sich direkt, Zinn, Zink und polierter Stahl
erst nach vorhergehender Verkupferung ver-
silbern. Derartig versilberte Waren aus Neu-
silber werden als China- oder Perusilber
bezeichnet. Zur Herstellung von Silber-
spiegeln benutzt man Mischungen von am-
moniakalischer Silbernitratlösung mit äthe-
rischen Ölen, Weinsäure, Traubenzucker oder
Milchzucker, die auf eine mit Rand versehene
Glasplatte aufgetragen werden und hier unter
dem Einfluß der Reduktionsmittel ein Häut-
chen von metallischem S. ausscheiden. —
Die Feststellung des Silbergehaltes von Le-
gierungen mit Hilfe des Probiersteins (s.
d.) gibt nur annähernde Resultate. Für ge-
nauere Bestimmungen bedient man sich der
sog. Kupellation oder des Probierens auf
der Kapelle. In einem kleinen Tiegel aus
gepulverter Knochenasche wird eine abge-
wogene Menge des Metalls mit einer be-
stimmten Menge reinen Bleis geschmolzen.
Das Blei löst die fremden Stoffe auf und wird
als Glätte abgetrieben, während das reine S.
zurückbleibt und gewogen werden kann. Die
ganz genaue Ermittelung erfolgt auf analy-
tischem Wege. Eine einfache Vorprüfung,
ob ein Gegenstand S., oder echt versilbert
ist, besteht darin, daß man ihn mit einer
Mischung von Kaliumbichromat und Salpeter-
säure betupft und dann abspült. Echtes S.
bekommt einen blutroten Fleck von chrom-
saurem S., während andere Metalle schwarz
oder braun werden oder unverändert bleiben.
— Zoll: Silbererze, Barren, Bruchmetall,
Münzen, Silberwaren s. Tarif Nr. 772 ff. Ver-
silberte Waren aus unedlem Metall Nr. 776.

Silberchlorid (Chlorsilber, lat. Argen-
tum chloratum, Argentum muriaticum, frz.
Chloride d’argent, engl. Chloride of silver)
findet sich in der Natur als Silberhornerz
(Hornsilber, Kerargyrit) und wird am
einfachsten durch Fällen einer Silberlösung
mit Salzsäure erhalten, als ein weißer, kä-
siger, am Lichte sich schnell schwärzender
Niederschlag, welcher bei gelindem Erhitzen
schmilzt und dann zu einer hornartigen Masse
erstarrt. S. wird zur Füllung galvanischer
Batterien, in der Porzellanmalerei, als Zusatz
zu Neusilberputzpulver, ferner zu photometri-
schen und photographischen Zwecken benutzt

und findet außerdem in der Medizin als Anti-
septikum Verwendung. — Zollfrei.

Silbergaze zur aseptischen Wundbehand-
lung wird nach einem patentierten Verfahren
in der Weise hergestellt, daß man metallisches
Silber auf der Faser niederschlägt. — Zoll:
S. Tarif Nr. 388.

Silbernitrat (Salpetersaures Silber, lat.
Argentum nitricum, frz. Nitrate d'argent, engl.
Nitrate of silver) wird durch Auflösen von
Silber in Salpetersäure, Eindampfen und Um-
kristallisieren in Form farbloser Tafeln (Ar-
gentum nitricum cryst.) erhalten, welche sich
in Wasser leicht lösen und bei 218° schmelzen.
Durch Ausgießen der geschmolzenen Masse
in federkielstarke Stängelchen erhält man das
geschmolzene Salz (Argentum nitricum fu-
sum), welches auf der Bruchfläche eine
strahlige Beschaffenheit zeigt. S. hat einen
scharf metallischen Geschmack, ist äußerst
ätzend und wirkt innerlich giftig. Es findet
ausgedehnte Anwendung in der Photographie,
als Haarfärbemittel, als Zeichentinte für
Wäsche und zur Herstellung der übrigen
Silbersalze. Die Medizin benutzt das Silber-
nitrat als Höllenstein (Lapis infernalis)
zu Ätzungen. Eine mildere Form (Argentum
nitricum mite) erhält man durch Zusammen-
schmelzen mit Kaliumnitrat. Dieses Präparat
hat keinen sternförmig strahligen, sondern
glatten Bruch. — Zollfrei.

Siibersalbe nach Credö (lat. Unguentum
argenti colloidalis) besteht aus einer Salben-
grundlage von 7,0 gelbem Wachs, 78,0
Schweineschmalz und 2,0 Benzoesäureäther
mit 15,0 kolloidalem Silber. — Zoll: S. Tarif
Nr. 388.

Simarubarinde (Ruhrrinde, lat. Cortex
radicis simarubae, frz. Ecorce de racine de
simarube, engl. Simaruba bark), die stark
bittere Wurzelrinde von Simaruba offi-
cinalis und S. medicinalis, hohen Wald-
bäumen des heißen Amerika und nahen Ver-
wandten der Quassiabäume. Die erstere:
Guyanarinde erscheint in der Länge nach
zusammengelegten, ca. 5 cm breiten Streifen,
ist leicht, schwammig, biegsam und zähe und
unzerbrechlich. Die stark höckerige Außen-
seite bedeckt eine schmutziggelbe, dünne,
glänzende Korkschicht, die stellenweise fehlt
und die braune feste Mittelrinde hervortreten
läßt. Die Innenseite bildet eine graugelb-
liche, grobfaserige, sehr zähe Bastlage. Die
Rinde von Jamaika ist auf der unteren Seite
glatter und heller, fast weiß und an der Ober-
seite mit kleineren Warzen dicht besetzt.
Die sonstige Beschaffenheit der Rinden ist
übereinstimmend. Ein besonderer Geruch
fehlt, der Geschmack ist intensiv bitter und
etwas schleimig, der bittere Stoff dem der
Quassia sehr ähnlich. Die Rinde wird in
Pulver oder Abkochung als ein sehr wirk-
sames Mittel gegen Ruhr und Kolik ver-
ordnet und namentlich in Indien vielfach
verwendet. — Zollfrei.

Sirup (Syrup, lat. Sirupus, frz. und engl.
Sirop) nennt man im allgemeinen gewisse,
aus reinem Zucker mit aromatischen oder