﻿Skunks

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Soda

medikamentösen Zusätzen hergestellte, dick-
flüssige Lösungen, welche teils als Genuß-
mittel (Fruchtsirup, Himbeersirup), teils als
Heilmittel (Altheesirup) benutzt werden. _ —
Unter Sirup schlechthin ohne nähere Bezeich-
nung wird meist das Abfallprodukt der Rohr-
zuckerfabrikation, die Zuckerrohrmelasse
verstanden, eine dicke, gelblich- bis dunkel-
braune, zähklebrige Substanz von angenehm
süßem Geschmack. Sie wird entweder als
Versüßungsmittel und als Zusatz zu Pfeffer-
kuchen in den Handel gebracht, oder zur
Destillation von Rum benutzt. Die Rüben-
melasse kann wegen ihres hohen Gehaltes
an Salzen und sonstigen unangenehmen Ge-
schmacksstoffen erst nach umständlicher Rei-
nigung für Genußzwecke benutzt werden und
dient meist zur Darstellung von Spiritus. —
Zoll: S. Tarif Nr. 176.

Skunks (Stinktierfelle). Das Stink-
tier ist ein iltisgroßes Waldtier Nord-
amerikas von gefälligem Äußern, wird aber
wegen seines abscheulichen Geruchs außer-
ordentlich gefürchtet. Zu seiner Verteidigung
schleudert es einen, in einer Drüse befindlichen,
stinkenden Saft mittels seines langen grob-
haarigen Schweifes dem Feinde entgegen. Erst
nach vielen Versuchen hat man ein Mittel ge-
funden, die Felle zu entstänkern, so daß sie
einen noch verhältnismäßig neuen Markt-
artikel darstellen. Das Tier (Mephitis pu-
torius) lebt im Norden der Vereinigten
Staaten, besonders häufig in Ohio, außerdem
in Michigan, Illinois und Britisch-Amerika.
Die Felle sind 38 cm lang und 19 cm breit.
Das 4 cm lange dunkelbraune oder schwärz-
liche Haar gibt die allgemeine Färbung, die
jedoch durch zwei auffällige weiße, vom
Kopfe zu beiden Seiten des Rückens bis zum
Schwänze hinlaufende Streifen unterbrochen
wird. Diese, übrigens auch grobhaarigen,
hellen Partien schneidet man aus und be-
nutzt nur die dunkeln Teile, die zusammen-
gesetzt, ein angenehmes und beliebtes Pelz-
werk geben. Die Felle kommen jetzt in
wachsender Menge nach Europa und werden
zum Preise von 3—12 M., besonders in Ruß-
land und Polen gekauft. Das Fangen der
Tiere geschieht mit abgerichteten Hunden.
— Zoll: S. Tarif Nr. 155. 563ff.

Slibowitz (Slivowitz) ist der besonders
in Serbien und den anderen slavischen Balkan-
staaten verbrauchte Zwetschenbranntwein.
Zu seiner Herstellung werden die unzerstampf-
ten Früchte gleich nach der Ernte in Fässer
geschüttet, diese nach einigen Tagen fest ver-
spundet und 1—2 Monate sich selbst über-
lassen. Infolge der freiwillig eintretenden
Gärung entsteht ein stark nach Essigsäure
riechendes Produkt, welches der Destillation
unterworfen wird. Der S. enthält wechselnde
Mengen Extrakt, Fuselöle, Essigsäure, Fur-
furol, Aldehyde, Ester und Blausäure. Der
Alkoholgehalt beträgt 23—64°/o. — Zoll: S.
Tarif Nr. 178/79.

Smaragd (frz. Emöraude, engl. Emerald).
Dieser wegen seiner schönen grünen Farbe
sehr geschätzte Edelstein ist eine Varietät

des Berylls (s. d.) und besteht daher, wie
dieser, im wesentlichen aus kieselsaurer
Tonerde und kieselsaurer Beryllerde.
Die Färbung rührt von einer kleinen Menge
Chromoxyd her. Die besten Sorten dieses
schon im Altertum hochgeschätzten Edel-
steines stammen aus Ägypten, wo sie im
Glimmerschiefer liegen. Sehr schöne S. von
herrlicher, saftgrüner Färbung und zuweilen
in eigroßen Stücken werden im Ural, sowie
in Peru gefunden. Zuweilen findet der S.
sich auch lose im Sande der Flüsse, so in
der Gegend von Ava in Birma. Er wird
häufig als Schmuckstein verwendet, in den
gewöhnlichen Edelsteinformen geschliffen und
bei schöner satter Färbung ä jour gefaßt.
Fehlerfreie Exemplare sind teuer, und die
Preise wachsen mit der Größe, wie die der
Diamanten. — Zoll: S. Edelsteine.

Smaragdgrün. Diesen Namen führen im
Handel zwei Farben: 1. das Chromgrün
oder Chromoxyd und 2. ein Gemisch von
Safransurrogat (s.	d.) mit Indigo-

karmin, welches früher zum Grünfärben von
Likören und Bonbons verwendet wurde, dessen
Benutzung für diesen Zweck aber jetzt nicht
mehr statthaft ist.

Soda (Kohlensaures Natrium, Na-
triumkarbonat, lat. Natrium carbonicum,
Sal sodae, frz. Carbonate de soude, Sei de
soude, engl. Soda salt, Carbonate of sodium),
eines der wichtigsten Erzeugnisse der che-
mischen Großindustrie, findet sich, auf ge-
wisse Gegenden beschränkt, bereits fertig ge-
bildet in der Natur, und zwar besonders als
Rückstand eingetrockneter Landseen, sog.
Natronseen und als Auswitterungsprodukt des
Erdbodens. Durch Sammeln der Aus-
blühungen und Krusten, ferner durch Aus-
laugen des damit imprägnierten Erdreichs mit
Wasser und Abdampfen der erhaltenen Lö-
sungen kann diese S., allerdings durch Na-
triumchlorid oder -sulfat stark verunreinigt,
gewonnen werden. Die aus Ungarn stam-
mende sog. Debrecziner- oder Kehrsoda
enthält gegen 90«/o Natriumkarbonat. Die
ägyptische „Trona“ und die kolumbische
„Urao“ bestehen aus einem Gemisch von
Natriumkarbonat und -bikarbonat. Große
Mengen Soda werden auch in Nevada durch
direktes Eindampfen des Wassers vom Mono-
und vom Owensee dargestellt. In Europa be-
nutzte man bis zur großen französischen Re-
volution hauptsächlich die Asche gewisser
natronreicher Strand- und Seepflanzen (Sal-
sola, Salicornia, Chenopodium, Atriplex) zur
Sodagewinnung. Das beste derartige Produkt
mit ca. 30 o/o Soda war die von Salsola
stammende spanische Barilla. Südfrankreich
lieferte die 15%> S. enthaltende Salicor von
Narbonne und die sog. Blanquette mit
weniger als 8°/o S. von Frontignan. Noch
gehaltärmer war die Asche gewisser Seetange,
Kelp in Schottland und Irland, Varek in der
Normandie. Eine völlige Umwälzung trat ein
durch das im Jahre 1794 erfundene Ver-
fahren der Sodafabrikation von Le Blanc,
welches in seinen Grundzügen noch heute