﻿Sodatabletten

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Soson

bonat enthalten und als Ersatz der aus den
Quellsalzen von Bilin, Vichy und Ems her-
gestellten Pastillen benutzt werden.

Sodatabletten (lat. Tabulettes natrii car-
bonici) werden nach Dieterich ohne jeden
Zusatz aus je 1 g Natriumkarbonat, nach
Salzmann unter Zusatz von 10% Talkum
gepreßt, so daß auch jede Tablette 1 g
Natriumkarbonat enthält.

Sodawasser (lat. Aqua sodae) nennt man
einen künstlichen Säuerling, der durch Ein-
pressen von Kohlensäure in wäßrige Soda-
lösung unter Druck hergestellt wird.

Sodener Salz. Zur Nachahmung der So-
dener Quellen empfiehlt Dieterich folgende
Mischungen: 1. Milchbrunnen: Je 15 g
Natriumbikarbonat und Natriumchlorid, 5,2 g
entwässertes Magnesiumsulfat, 2,5 g schweres
Kalziumkarbonat, 1,5 g Kaliumchlorid, je 0,2 g
Kaliumbikarbonat und Kaliumsulfat, 0,1 g ent-
wässertes Ferrosulfat. Man löst einen knap-
pen Kaffeelöffel voll in 10 1 .Wasser. 2. Sol-
quelle: 124 g Natriumchlorid, 23,5 g Na-
triumbikarbonat, 6,5 g Kaliumchlorid, 4,7 g
entwässertes Magnesiumsulfat, 4,0 g schweres
Kalziumkarbonat, 0,42 g entwässertes Ferro-
sulfat und 0,2 g Kaliumbikarbonat. Ein
knapper Eßlöffel voll auf 10 1 Wasser.

Solidgelb ist ein dem Säuregelb nahe ver-
wandter Teerfarbstoff. — Zollfrei.

Solidgrün. Diesen Namen führen verschie-
dene Teerfarbstoffe, so das Malachit-
grün, das Brillantgrün und Dinitroso-
resorzin (s. d.). — Zollfrei.

Solutol, ein neues Desinfektionsmittel, be-
steht aus einer wäßrigen Auflösung von Kre-
solnatrium und wird in zwei Sorten, als
Solutol purum und crudum von der Firma
Dr. v. Heyden, Radebeul, in den Handel
gebracht. Die ölige, gelbliche bis bräunliche
Flüssigkeit gibt mit Wasser, selbst hartem,
eine klare Lösung von stark alkalischer Re-
aktion und wird hauptsächlich zur Desinfek-
tion und Desodorisierung von Aborten und
Jauchegruben benutzt. — Zoll: S. Tarif
Nr. 254/6.

Solveol, eine Auflösung von Kresol in
kresotinsaurem Natrium, wird wegen
seiner neutralen Reaktion zur Wundbehand-
lung und zur Desinfektion chirurgischer In-
strumente benutzt. — Zoll: S. Tarif Nr. 254/6.

Somatose, ein von den Farbenfabriken
von Friedrich Bayer & Co. in Elberfeld in den
Handel gebrachtes Nährpräparat, besteht im
wesentlichen aus löslichen Stickstoffsubstanzen
und wird wahrscheinlich durch Behandlung
von Fleisch mit verdünntem Ammoniak und
Alkalien hergestellt. Das geruch- und ge-
schmacklose, gelbliche Pulver löst sich in
Wasser und enthält nach König: 10,91%
Wasser, 83% organische Stoffe, darin 76,59%
Albumosen, 2,79% Pepton, 1,49% andere
Stickstoffverbindungen, 2,13% Fett und Ex-
traktivstoffe und 6,09% Asche. Die S. wird
ebensogut wie Fleisch im Organismus verdaut
und findet, auch in Verbindung mit Kakao (So-
matose-Kakao) als Nähr- und Kräftigungs-

mittel für Kranke und schwächliche Personen
Verwendung. — Zollfrei.

Sombrerit (Sombreroguano), ein durch
überlagernden Guano teilweise umgewandelter,
neuer mariner Kalkstein von der Insel Som-
brero am nördlichen Ende der kleinen An-
tillen, wird als Düngemittel verkauft. —
Zollfrei.

Sonnenblumenöl (lat. Oleum helianthi, frz.
Huile de tournesol, engl. Sunflower oil). Das
aus den Samen der Sonnenblume kalt ge-
preßte Öl hat eine hellgelbe Farbe, ange-
nehmen Geruch und milden Geschmack. Es
besteht aus Linoleln, Olein, Palmitin und
vielleicht etwas Arachin. Das spez. Gew.
beträgt 0,924—0,926. Das S. gehört zu den
langsam trocknenden Ölen und findet als
schmackhaftes Speiseöl, das warm gepreßte
jedoch nur als Brennöl und zur Seifenfabri-
kation Verwendung. — Zoll: S. Tarif Nr. 166/7.

Sonnenblumensamen (lat. Semen helianthi,
frz. Semences de tournesol, engl. Sunflowers
seeds) stammen von der Sonnenblume oder
Sonnenrose, einer zur Familie der Korb-
blütler, Unterabteilung Corymbiferen
aus der Gattung Heliantheen, gehörenden,
ursprünglich in Peru heimischen Pflanze.
Von den verschiedenen Arten kommt haupt-
sächlich Helianthus annuus L. in Be-
tracht. Die Ölpflanze wird in kräftigem, nicht
zu losem Boden angebaut, im großen haupt-
sächlich in Rußland, in Gärten und zur Ein-
fassung von Feldern auch in Deutschland,
als Feldpflanze auch in Ungarn, Italien, Eng-
land und China. Die bis zu 2 m und höher
werdende, ein- oder mehrjährige, Pflanze hat
gesägte Blätter, aufrechte, ästige, starke
Stengel, scheibenförmige, bis 30 cm Durch-
messer große Blütenköpfe, gelbe Blumenkrone
und zahlreiche mattstahlgraue, große Samen,
bis zu 2000 auf einer Scheibe. Die Saat
erfolgt im April, in Abständen von 0,64 m,
der Saatbedarf beträgt 15 kg, der Ertrag
15—20 hl. Die Blätter dienen als Futter, die
Stengel als Brennstoff. Die Pflege besteht
in öfterem Behacken und Behäufeln, Aus-
brechen der Nebentriebe und Blütenscheiden
bis auf 4. Die Samen werden ausgeklopft und
im Oktober geerntet. Vögel, Rostpilze, Regen
und Wind beeinträchtigen den Ertrag. —
Zoll: S. Tarif Nr. 14.

Sonnengelb (frz. Jaune soleil), ein im Jahre
1883 aufgekommener Teerfarbstoff, der
auch die Namen Mais und Kurkumin S.
führt, besteht aus der Natronverbindung der
Azoxystilbendisulfosäure. Das braune, in Was-
ser mit braungelber Farbe lösliche Pulver wird
mit konzentrierter Schwefelsäure violett und
färbt Wolle und Seide im saueren Bade röt-
lichgelb. — Zollfrei.

Sonnengold, ein Teerfarbstoff, soll mit
dem Heliochrysin (s. d.) identisch sein.

Soson ist ein unlösliches stickstoffhaltiges
Nährpräparat, welches durch Entfetten von
Fleisch und Fleischabfällen mit heißem Al-
kohol und ev. Behandlung mit Ammoniak
oder schwefliger Säure hergestellt wird. Das
weiße Pulver enthält 9,18% Wasser, 0,61%