﻿Sumach

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frz. Soufre dord d’antimoine, engl. Golden
sulfide of antimony), ein pharmazeutisches
Präparat, wird dadurch erhalten, daß man
gepulvertes Grauspießglanzerz (Antimontrisul-
fid) mit Natronlauge und Schwefel kocht, die
Flüssigkeit vom Rückstand trennt und zur
Kristallisation bringt. Die erhaltenen gelben
Kristalle, Schlippesches Salz genannt,
werden dann wieder in Wasser gelöst. Diese,
das Schwefelantimonschwefelnatrium enthal-
tende Lösung versetzt man mit Salzsäure,
wodurch das S. ausgefällt wird. Es ist ein
orangerotes, in Wasser unlösliches Pulver,
welches früher sehr viel bei Erkrankungen
der Atmungsorgane medizinisch verwendet
wurde, jetzt aber nur noch selten Anwendung
findet. In der Technik findet Goldschwefel
bei der Kautschukherstellung zum Vulkani-
sieren, sowie bei der Streichholzfabrikation
Verwendung. — Zollfrei.

Sumach (Schmack, frz. Sumac, engl.
Shumac), ein Artikel des Drogen- und Farb-
warenhandels, besteht aus den getrockneten
und gemahlenen Blättern, Blattstielen,
Blüten und dünnen Zweigen von baum-
und strauchartigen Gewächsen der Pflanzen-
familie Rhus, die wegen ihres starken Ge-
haltes an Gerbstoff als Gerbemittel und zu
Farbenbeizen Verwendung finden. Am reich-
sten an Gerbstoff ist der Gerberbaum
(Rhus coriaria), der an seinen 5—7paarigen
Fliederblättern, grünlichgelben Blütenbüschen
und schön roten, aus gehäuften Früchtchen
bestehenden Kolben kenntlich ist. Der Ger-
berbaum ist in den Ländern am Mittelmeer
heimisch und wird daselbst auch angepflanzt.
Die beste und hauptsächlich im Handel be-
findliche Sorte, ein grünlichgraues, grobes
Pulver, der sizilianische S., wird nach
der gleichnamigen sizilianischen Stadt auch
Carini genannt. Eine geringere, nur zu
Gerbereizwecken geeignete Sorte, der un-
echte, venezianische, italienische oder
Tiroler-S., stammt von Rhus Cotinus,
dem Perrückenbaum, der auch das Fis et holz
liefert, in Südeuropa bis nach Ungarn und
Südösterreich wild wächst und bei uns als Zier-
strauch in Anlagen vorkommt. Die besseren
Sorten S. haben stets eine grüne Farbe,
während dumpfig riechender S. von grauer oder
schwärzlicher Farbe geringwertig ist. — Als
Gerbmittel dient der S., oder vielmehr die
Abkochung davon nur zur Herstellung von
dünnen Ledern, wie Saffian, welche, in den
heißen Brühen durchgearbeitet, schon in 2
bis 3 Stunden gar werden. In Zeugdruck
und Färberei wird er in Verbindung mit
Eisensalzen und Blauholz zum Schwarz- und
Graufärben, mit Zinnsalz und Rotholz zum
Rotfärben, sowie zum Nuancieren und Heben
anderer Farben, namentlich brauner, oliven-
grüner und grauer benutzt. Auch hat er
selbst die Wirkung einer Beize, indem er
die Pflanzenfaser befähigt, mit Farben festere
Verbindungen einzugehen. Die Amerikaner
bereiten für den Export auch ein trockenes
Sumachextrakt. — Zoll: S. s. Tarif Nr. 94.
S.-Extrakt Nr. 384.

Superphosphat

Sumbuiwurzel (Moschuswurzel, lat. Rar
dix sumbuli, frz. Racine de sumbule, engl.
Sumbuly root), eine stark nach Moschus
riechende, bitter schmeckende Wurzel,
stammt von einer im nördlichen China und
dem Amurgebiete wachsenden Dolden-
pflanze, Euryangium Sumbul. Man er-
hält sie in großen, 7—8 cm breiten und
3—5 cm dicken, mit Resten von Wurzel-
fasern besetzten, scheibenförmigen Stücken.
Ihr Inneres ist weißlichgrau und schwamm-
faserig, stellenweise bräunlich gefleckt. Die
Ware kommt über Rußland oder Ostindien
in den Handel, ist aber nicht immer zu
haben. Empfohlen wurde die S. medizinisch
als nervenanregendes Mittel, wird jetzt aber
nur noch in der Parfümerie und zur Likör-
fabrikation verwendet. — Zollfrei.

Summitates ist die im Drogenhandel ge-
bräuchliche Bezeichnung für Zweigspitzen mit
Blüten oder Blättern zu pharmazeutischem Ge-
brauch, z. B. Summitates juniperi, Wacholder-
spitzen, S. sabinae, Sadebaumtriebe u. a.

Sunnhanf (Sunn, ostindischer Hanf,
frz. Chanvre de sunn, engl. Sunn hemp) ist
eine der Jute ähnliche Spinnfaser, welche von
der ostindischen, zu den Hülsenfrüchtlern
gehörigen Pflanze, Crotalaria juncea, bin-
senähnliche Klapperhülse, gewonnen und auf
Java und Borneo auch kultiviert wird. Die
Faser ist blaßgelblich und zeigt einen leb-
haften, doch etwas schwächeren Glanz als
Jute. Sie wird etwa 500 mm lang und besitzt
geringere Festigkeit als Hanf, aber größere
als Jute. Verschiedene andere Namen, wie
Madras- oder Bombayhanf, beziehen sich
auf dieselbe Ware. Für unsere Industrie ist sie
kaum von Bedeutung, findet sich aber häufig
am Londoner Markt und wird in England
zu Seilerwaren, Packtuch u. dgl., sowie als
Material zu Papier verarbeitet. — Zoll: S.
Tarif Nr. 28. 470. Waren aus S.-Hanf Nr.
484 ff.

Superphosphat. Mit diesem Namen be-
legt man im allgemeinen saure phosphor-
saure Salze, in der Technik aber nur das
entsprechende Kalksalz. Wie im Artikel
Knochen angegeben, bereitet man das S.
durch Vermischung des Mehles von gebrann-
ten Knochen mit einer bestimmten Quantität
Schwefelsäure. Diese verdrängt eine entspre-
chende Menge Phosphorsäure, um mit dem
Kalk Gips zu bilden, während die verdrängte
Phosphorsäure mit der übrigen Knochenmasse
verbunden bleibt und sie in zweifach- oder
überphosphorsauren Kalk verwandelt. Das
neue Salz ist in Wasser löslich und somit
zur rascheren Aufnahme durch die Pflanzen-
wurzeln geeigneter, als die ursprüngliche, im
Boden nur sehr langsam zersetzliche Knochen-
masse. Dieselbe Operation kann auch auf
gebrauchte Knochenkohle angewandt werden,
in welchem Falle das Produkt schwarz bleibt.
Außerdem zieht man zur S.-Fabrikation na-
türliche Mineralphosphate, wie Apatit, Phos-
phorit, Koprolithen (s. die Art.) und die
verschiedenen Sorten von Guano heran. Der