﻿Suppendauerwaren

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Tabak

Wert aller Superphosphate richtet sich nach
der Menge der darin enthaltenen, in Wasser
löslichen Phosphorsäure. — Zollfrei.

Suppendauerwaren. Um die schnelle Her-
stellung von Suppen zu ermöglichen, werden
zahlreiche Präparate in den Verkehr gebracht,
welche wegen ihrer großen Haltbarkeit und
einfachen Handhabung besonders für die
Massenverpflegung und für die Ernährung von
Truppen im Felde geeignet erscheinen. Sie
bestehen nach König: 1. aus Gemischen
von Fleisch mit Mehl, Gemüsen und
Fett. Hierhin gehört z. B. die sog. Rum-
fordsuppe (13,5 o/o grobe Fleischstücke,
31,8 o/o Graupen, 44,7 % Mehl und 10 °/o
Kochsalz), ferner Fleischbiskuit, Fleisch-
zwieback usf., 2. aus Fleischextrakt,Mehl,
Fett und Gewürzen (Suppentafeln
von Knorr u. a.), 3. aus Mehl mit Fett
allein und Gewürzen (kondensierte Suppen-
tafeln, Erbswurst). — Zoll: S. Tarif Nr. 113.

Suppositorien (Stuhlzäpfchen) nennt
man kleine kegel-, Zylinder- oder spitzkugel-
förmige Gebilde von 3—4 cm Länge und
1—1,5 cm Durchmesser, welche zur Einfüh-
rung in den Mastdarm bestimmt sind, um
Darmentleerung zu verursachen oder einen

Reiz auszuüben. Abführende S. werden aus
Seife oder Talg hergestellt, reizend wirkende
bestehen aus Gemischen von Kakaobutter
mit medikamentösen Stoffen. — Zoll: S. Tarif
Nr. 388.

Syenit ist wie Granit und Porphyr eine
harte, gemengte Gebirgsart, die, abgesehen
von zahlreichen Varietäten, aus schwarzer
Hornblende, weißem und rotem Feld-
spat und Quarz in wechselnden Mengen be-
steht. Geebnete Flächen zeigen oft eine sehr
schöne Sprenkelung von hellen Flecken auf
dunklem Grunde. Das Gestein ist ebenso hart
und politurfähig wie seine obengenannten Ver-
wandten und dient wie diese nicht nur zu
Bauten, sondern auch zu Steinhauerarbeiten,
die durch Politur gehoben werden, wie Säulen,
Platten und Sockel. Viele Kunstwerke des
Altertums bestehen aus dieser Felsart, die
namentlich in Ägypten (am Sinai) sehr schön
gefunden wird und auch ihren Namen nach
der altägyptischen Stadt Syene erhalten hat.
In Deutschland findet sich der Syenit nament-
lich im Odenwald, Thüringer Wald, im
Plauenschen Grunde bei Dresden, ferner bei
Meißen, Altenberg und Aschaffenburg. —
Zoll: S. Granit.

T.

Tabak (frz. Nicotiane, Tabac, engl. To-
bacco, Snuff) ist die allgemein gebräuchliche
Bezeichnung für die getrockneten und fer-
mentierten Blätter der in Amerika heimischen,
jetzt aber überall kultivierten Tabakpflanze,
Nicotiana L., welche mit oder ohne Rippen
als Rohtabak oder in Form verschiedener
Fabrikate, Rauch-, Kau- und Schnupftabak,
Zigarren- und Zigarettentabak in den Handel
kommen. Das Rauchen von T. aus Röhren
und Pfeifen oder in Rollen fanden die Spanier
bei der Entdeckung Amerikas bereits als eine
indianische Sitte vor, welche später 1587
durch Sir W. Raleigh und seine Matrosen nach
Europa eingeführt wurde und sich hier trotz
anfänglicher Verbote und scharfer Strafbestim-
mungen rasch verbreitete. Nach dem franzö-
sischen Gesandten am portugiesischen Hofe,
J. Nicot, welcher 1560 den ersten Samen
nach Frankreich brachte, wurde die Pflanze
Nicotiana benannt. Der T. gehört zur Fa-
milie der Solanaceen und wird meist ein-
jährig aus Samen gezogen. Er gedeiht nur
in Ländern mit mindestens 8—10° mittlerer
Wärme, am feinsten zwischen dem 35° nörd-
licher und dem 35° südlicher Breite, doch
geht er auch noch bis zum 62° n. Br. Er
reift in 22—26 Wochen und kann auch bei
ungünstigem Klima noch dadurch zur Reife
gebracht werden, daß man ihn in besonderen
Treibkästen (Tabakkutschen) vorbaut und
dann im Juni und Juli in das Land verpflanzt.
Die Tabakpflanze wird 1—2 m hoch, hat
ästige und verästelte Stengel und massige,
durch Drüsenhaare klebrige, wechselstän-

Merck’s Warenlexikon. 5. Aufl.

dige Blätter mit ungezähntem Rand. Die
am Ende der Stengel und Äste in Rispen
stehenden Blüten besitzen trichterförmige,
fünflappige, gelbrote Blumenkronen mit ge-
faltetem Saum. Die Kelche sind glockig,
fünfspaltig und bleibend, die Früchte 2 bis
4 fächerige, halb vierklappige Kapseln, welche
bis zu 40000 winzige braune Samen pro
Pflanze zu liefern vermögen. Die Pfahlwurzel
geht ziemlich tief, treibt aber nur wenig
Nebenwurzeln. Die zahlreichen Arten und
Varietäten des T. werden jetzt meist in vier
Hauptgruppen eingeordnet: 1. Virginischer
T., Nicotiana Tabacum, mit sehr hohem
Stengel und dichten, überhängenden, dick-
rippigen und dickfleischigen Blättern. Die
Seiten bilden mit der Mittelrippe, und die
Blattstiele mit dem Stengel spitze Winkel.
Die zahlreichen, z. T. auch in Deutschland
gebauten Sorten liefern gute Deckblätter, so-
wie Karottengut. 2. Maryland oder groß-
blättriger T„ Nicotiana macrophylla,
mit breiten, dünnrippigen und dünnfleischigen
Blättern. Die am Grunde oft geöhrten Blätter
sitzen in ziemlich weiten Abständen am Sten-
gel, mit dem sie, ebenso wie die Seitenrippen
mit der Mittelrippe, einen rechten Winkel
bilden. Maryland wird als Pfeifengut und
für Deckblatt im Elsaß („Schaufeltabak“),
in der Pfalz („Futtertabak“), in Ungarn, der
Türkei, Ohio, Maryland, Havanna, Kuba und
Portoriko angebaut. 3. Brasil (Brdsil),
Bauern - oder Veilchentabak, N. rustica,
mit gestielten, runden und klebrigen Blättern.
Diese Sorte wird bis hoch im Norden in

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