﻿Tabletten

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Talg

und Weichselblättern sind bei den geringeren
Sorten erlaubt. Schnupftabak wird bisweilen
durch Eisenvitriol, Bleichromat, Mennige und
andere mineralische Beschwerungsmittel ver-
fälscht. Bei Zigarren sind künstliche Deck-
blätter aus braunem Papier festgestellt worden.

■— Der T. bildet ein sehr beliebtes und ein-
trägliches Steuerobjekt. Die Steuer wird
entweder in Form einer Fabrikatsteuer (Ban-
derole) oder einer Flächensteuer erhoben.
Viele Staaten, wie Frankreich, Österreich-
Ungarn, Italien, Spanien haben Monopol.
— Zoll: Tabakblätter s. Tarif Nr. 29. 220;
Tabakfabrikate, -laugen, -mehl, -rippen, -staub,
-stengel s. Tarif Nr. 220; Tabaksamen s.
Tarif Nr. 21.

Tabletten (lat. Tabulettae, frz. Tablettes,
engl. Tabloids) nennt man durch Druck, oft
unter Zusatz von etwas Gummi arabikum oder
Tragant, hergestellte Täfelchen, ähnlich den
Pastillen. Sie dienen entweder direkt als
Träger des Arzneistoffes oder schließen
diesen mit ein und ermöglichen so das leich-
tere Einnehmen. Die Herstellung von T. ge-
schieht meist fabrikmäßig. Zu erwähnen sind
als freigegebene T. die Natrontabletten,
Brausepulvertabletten, Salmiaktabletten. —
Zoll: S. bei den betreffenden Artikeln und
unter Nr. 388 des Zolltarifs.

Tada paya werden auf Java die Samen
der Sterculia Balanghas L. genannt, die
geröstet als wohlschmeckende Speise dienen.
Sie haben die Größe und Form einer Bohne,
besitzen eine runzlige Schale und braune
Farbe. Aus dem Fruchtfleische, in welchem
diese Samen sitzen, bereitet man eine gegen
Diarrhöe wirksame Gallerte. — Zollfrei.

Takamahak (lat. Resina tacamahaca, frz.
und engl. Tacamahac) ist ein, dem Elemiharz
ähnliches, wohlriechendes Harz verschiedener
Herkunft von Bäumen aus den Familien der
Burseraceen und Guttiferen. Die Stein-
früchte dieser Bäume sind zum Teil stark
ölhaltig und enthalten außerdem Harzbestand-
teile. Man unterscheidet folgende Sorten:
1. Das westindische oder amerikanische
T. besteht aus großen, rundlichen, grau-
bräunlichen Stücken, die spröde und zerreib-
lich, außen bestäubt und auf dem Bruche
glänzend und durchscheinend sind. Dieses
Harz besitzt einen balsamischen, lavendel-
artigen Geruch, der namentlich beim Er-
wärmen deutlich hervortritt, und einen aro-
matischen bitteren Geschmack. Es stammt
von Elaphrium tomentosum (Jacq.), s.
Bursera tomentosa und Elaphrium ex-
celsum. 2. Das ostindische T., von Ca-
lophyllum Inophyllum (Lin.) erhält man
in gelbbraunen, weißlich bestäubten, schwach
fettglänzenden Stücken, welche schon in der
Handwärme erweichen und schwach lavendel-
artig riechen. 3. Das Bourbon Takama-
hak oder Madagaskar T„ auch Marien-
balsam genannt, bildet dunkelgrüne, un-
durchsichtige, nach Angelika riechende,
schwach bitter schmeckende Massen und
stammt von Calophyllum Tacamahaca.

Verwendet wird T. als Räuchermittel und in
der Volksmedizin. — Zollfrei.

Talg (Unschlitt, Inselt, lat. Sebum, frz.
Suif, engl. Tallow) nennt man die Fettmassen,
welche, umhüllt und durchzogen von Zell-
gewebshäuten, um die Nieren und das Netz
und zwischen größeren Muskeln der Wieder-
käuer liegen und um so reichlicher vor-
handen sind, in je besserem Ernährungs-
zustände sich die Tiere befinden. Die Talg-
arten sind bei gewöhnlicher Temperatur fest,
weil in ihnen das harte Stearin und Pal-
mitin über Olein mehr vorherrscht als bei
den flüssigen Fetten. In der Handwärme
wird der T. weich und schmilzt bei einer Tem-
peratur von etwa 40—50°. Als Handels-
artikel kommen nur Rinds- und Schaf-
talg (Schöpsentalg) in Betracht. Der letz-
tere ist etwas härter und spröder als jener
und von weißer Farbe, wird aber durch Luft-
einwirkung bald gelb und ranzig, während der
gelbliche, mehr weiche und schlüpfrige Rinds-
talg eine größere Haltbarkeit zeigt. Die Eigen-
schaften und die Gebrauchsfähigkeit der Talg-
sorten des Handels hängen mehr von der
größeren oder geringeren Sorgfalt, die beim
Ausschmelzen resp. Läutern verwendet wurde,
als von der Tierart ab. Für die beiden Haupt-
verwendungen des_ Talges, zu Kerzen und
Seife, ist es gleichgültig, welchen Ursprung
er hat, und die Handelsware besteht daher
häufig aus Gemischen von Rinder- und Schöps-
talg. In Rußland gewinnt man letzteren
massenhaft von den ungeheuren Schafherden,
welche in den südlichen und östlichen Flach-
ländern und Steppen gehalten werden. Die
von dort kommende Ware ist also ungemischt
und heißt im Handel weißer T., der Rinder-
talg gelber. Wichtiger indes ist die Unter-
scheidung nach der Verwendung, in Lichter-
talg und Seifentalg. Der erstere, die
Primasorte, umfaßt die reinere, hellere und
härtere Ware, während die unreineren und
weicheren Stoffe das Seifenmaterial abgeben.
Das Ausschmelzen des T. in ursprünglicher
Weise geschieht durch Erhitzen der zer-
kleinerten Rohmasse in Kesseln mit Wasser
über freiem Feuer, neuerdings besser mit
Dampf. Ein Zusatz von Schwefelsäure zum
Siedewasser fördert die Trennung von Fett
und Zellgewebe, welches schließlich als sog.
Griefen übrigbleibt. Beim Großbetriebe mit
Dampf werden doppelwandige, oben geschlos-
sene Kessel verwandt, aus welchen die übel-
riechenden Dämpfe durch einen hohen Schlot
abziehen, oder durch ein Rohr in die Feue-
rung geleitet werden. Das ausgeschmolzene
und von den Griefen abgeseihte Fett bildet
eine Handelsware, die aber in der Regel
zur Verwendung für Kerzen und Seifen noch
nicht rein genug ist. Zur weiteren Reinigung
unterwirft man es dem Läuterungsprozeß,
einem Wiedereinschmelzen und Absetzen-
lassen, wobei durch Zumischung verschiedener
Substanzen in wässeriger Lösung schleimige
und gallertartige Substanzen ausgefällt oder
in das Wasser überführt werden. — Die
Hauptmenge unserer inländischen Talgpro-