﻿Tausendgüldenkraut

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Tee

0,0867 g, Brommagnesium 0,0003 g, Jodmag-
nesium 0,00001 g, Kaliumsulfat 0,0608 g, Na-
triumnitrat 0,0007 g, Kieselsäure 0,0161 g,
freie Kohlensäure 2,4148 g.

Tausendgüldenkraut (lat. Herba centaurii
minoris, frz. Petite Centauree, engl. Centaury
tops) besteht aus den getrockneten blühen-
den Stengeln und Blättern von Erythraea
Centaurium, einer offizinellen ein- oder
zweijährigen Pflanze aus der Familie der
Gentianeen, die in Europa, Nordafrika und
im Orient auf Wiesen und Triften, an Rainen
und im Gebüsch wild wächst. Sie wird 11/2
bis 41/2 dm hoch, hat einen vierkantigen,
nach' oben verästelten Stengel, gegenüber-
stehende, länglich-ovale Blätter und sehr
kleine, trichterförmige, dünnröhrige, fünf-
spaltige, rosenrote, seltener weiße Blüten, die
eine flache Trugdolde bilden. Das Kraut
wird blühend ohne die stärkeren Sterigelteile
gesammelt. Es ist geruchlos, schmeckt aber
intensiv und rein bitter und wird in Form
von Abkochungen und Extrakten zu bitteren
Magenmitteln wie Enzianwurzel gebraucht.
Außerdem verwendet man das Kraut zum
Bittermachen von Likören. — Zoll: T.-Kraut
ist zollfrei. T.-Extrakt s. Tarif Nr. 386.

Taxin, ein in den Blättern von Taxus
baccata (siehe Eibenbaumblätter) enthal-
tener Giftstoff, gehört zu den stickstoffhalti-
gen organischen Basen und bildet ein in
Alkohol und Äther lösliches, weißes, kristal-
linisches Pulver von bitterem Geschmack.
Man gewinnt es durch Extraktion der Taxus-
blätter mit Äther, Abdestillieren des letzteren,
Behandeln des Rückstandes mit angesäuertem
Wasser und Fällen mit Ammoniak. T. ist für
medizinische Zwecke empfohlen worden, —
Zollfrei.

Teakholz. Der Teakbaum, auch indische
Eiche genannt (Tectona grandis), ist ein
Bewohner der hoch und trocken liegenden
Wälder Ostindiens und einer der höchsten
Waldbäume, hochgeschätzt wegen seines
leichten, aber sehr festen und elastischen
Holzes, welches das vortrefflichste Material
zum Schiffsbau abgibt. Namentlich wird
das Holz für den Kriegsschiffbau, als Unter-
lage der Panzerplatten, verwendet. Da es sich
ausgezeichnet im Wasser hält und von Wür-
mern nicht angegangen wird, benutzt man
es überdies zu Wasserbauten jeder Art. Der
Baum wächst schnell und gerade und erreicht
in 100 Jahren seine volle Stärke. Das Holz
ist hellbraun, ölig, porös und gut zu be-
arbeiten. An Dauer soll es das Eichenholz
um das Dreifache übertreffen. Auf Malabar,
in Pegu, Tenasserim und Assam, auf Java und
Ceylon ist der geschätzte Baum noch am
meisten erhalten, in den zugänglicheren Ge-
genden hingegen sind die Bestände schon ziem-
lich gelichtet. Das aus Australien eingeführte
Teakholz von Endiandra glanea. R. Br.
ist gleichfalls sehr gesucht. Aus Afrika (Liberia)
kommt eine Sorte in den Handel, welche von
Oldfielda africana stammt. Um auch für
die Zukunft einen hinreichenden Vorrat dieses
wichtigen Holzes sicher zu stellen, sind neuer-

dings in verschiedenen Ländern Anpflanzun-
gen angelegt worden. Die Blüten und Blät-
ter des Teakbaumes werden in den Tropen
auch medizinisch, z. B. gegen Cholera und
Harnleiden, verwendet. — Zoll: S. Tarif
Nr. 79. 615 ff.

Tee (lat. Thea, frz. The, engl. Tea) besteht
aus den zusammengerollten und getrockneten
Blättern des zu den Ternströmiaceen ge-
hörigen Teestrauches, Thea chinensis,
eines immergrünen Strauches oder kleinen
Baumes, der, in China und Japan heimisch, nach
Java, Indien und Amerika verpflanzt worden
ist. Er ist wild wachsend bis zu 10 m, kulti-
viert aber höchstens 3 m hoch, trägt glän-
zend kahle, lederartige Blätter, weiße oder
rosenrote Blüten und 3 fächerige, 3 sämige
Kapseln mit kirschkerngroßen, glänzend brau-
nen Samen. Nach der Größe der Blätter
unterscheidet man den klein- und dick-
blättrigen T. (Thea chinensis micro-
phylla) in China und Japan, mit 4—7 cm
langen, 2—3 cm breiten Blättern, und den als
eigentliche Stammpflanze betrachteten groß-
und dünnblättrigen oder Assam-T. (Thea
chinensis assamica) in Ostindien und Cey-
lon mit 10—14 cm langen und 4—5 cm brei-
ten Blättern. Weniger wichtige Varietäten
sind T. viridis mit langen, breitlanzettlichen,
T. Bohea mit kurzen, verkehrt eiförmigen,
und T. stricta mit schmalen Blättern. Der
T. wächst in China zwischen 25 und 31° n. Br.,
geht aber bis zu 40° n. Br. hauptsächlich in
Berg- und Hügelland. Man baut ihn in voll-
kommenen Hainen oder in Reihen zwischen
Feldern und selbst auf Dämmen der Reisfelder
in leicht sandigem, aber gut gedüngtem Bo-
den. Die aus Samen gezogenen Pflänzlinge
werden in Abständen von 1,25 m gepflanzt
und im 3. Jahre auf etwa 60 cm gestutzt.
Man hält die Sträucher beständig unter dem
Schnitt in 1—3 m Höhe, lockert häufig die
Erde, beseitigt das Unkraut und düngt mäßig.
Nach 7 Jahren werden alle Schößlinge zu
neuem Stockausschlag abgeschnitten und trei-
ben dann sehr zarte Blätter. Die Ernte erfolgt
4—5 mal im Jahre. Im Februar und März
pflückt man die glänzenden, eben aus der
Knospe entfalteten Blättchen mit weißer Be-
haarung, die sog. Teeblüten (Pekko) und
danach in Abständen von IV2 Monaten bis
zum Oktober die später entwickelten Blätter,
von denen diejenigen der ersten Ernte die
besten sind. Zur weiteren Verarbeitung wer-
den zwei verschiedene Verfahren eingeschla-
gen, je nachdem man grünen oder schwar-
zen Tee zu erhalten wünscht. Zur Darstel-
lung des grünen T. werden die Blätter gleich
nach dem Pflücken schwach gedämpft, mit
den Händen gerollt und in Pfannen auf
freiem Feuer rasch geröstet. Sie behalten
dann ihre grüne Farbe. Der schwarze T.
entsteht dadurch, daß man die schwach er-
hitzten Blätter 2—3 Tage lang einem Gärungs-
prozeß, nach Art der Braunheubereitung,
überläßt, und dann trocknet. Durch die Ein-
wirkung von Enzymen (Oxydasen) wird bei
der Gärung ein charakteristisches Aroma ent-