﻿Tonerde

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Topas

chlorid, Rhodansalzen, Bleisalzen, Zitronen-
säure, Natriumazetat, Fixiernatron usw. S.
den Artikel Photographische Papiere. — Zoll:
S. Tarif Nr. 386.

Tonerde (Aluminiumoxyd, Alaun-
erde, lat. Alumina, frz. Alumine, engl. AIu-
mina), die Sauerstoffverbindung des Alu-
miniums (Aluminiumsesquioxyd), findet
sich in der Natur als Korund, Rubin, Saphir
und Schmirgel und in Verbindung mit Kiesel-
säure als Bestandteil zahlreicher Mineralien
und Gesteine, wie Feldspate, Glimmer und
Granaten. Die wasserhaltige T., das Alu-
miniumhydroxyd (lat. Alumina hydrata)
bildet die natürlich vorkommenden Mineralien
Hydrargillit und Diaspor und, mit Eisen-
oxyd gemengt, den Beauxit. Aus letzterem
wird es technisch in großem Maßstabe durch
Erhitzen mit Soda, Auslaugen des entstan-
denen Natriumaluminates mit Wasser und
Einleiten von Kohlensäure dargestellt. Ein
anderes Verfahren ist unter Kryolith näher
beschrieben. Für pharmazeutische Zwecke
wird eine Alaunlösung mit Sodalösung ge-
fällt, der abfiltrierte Niederschlag in Salz-
säure gelöst, nochmals mit Ammoniak gefällt,
gewaschen und getrocknet. Die wasser-
haltige T. kommt als ein weißes, in Wasser
unlösliches Pulver in den Handel und bildet
das Ausgangsmaterial zur Darstellung der
Aluminiumsalze. Durch Behandlung mit Na-
tronlauge geht sie in das Natriumaluminat
(Tonerdenatron) über, welches an Stelle von
Alaun und anderen Aluminiumsalzen in der
Druckerei und Färberei, ferner als Füll-
material von Seifen, zur Herstellung von
Lackfarben und von Milchglas Verwendung
findet. Vor dem fluorhaltigen Kryolith hat
es den Vorzug, daß es die Glashäfen nicht
angreift. (S. auch Artikel: Aluminiumverbin-
dungen). ■— Zoll: Natürliche T. zollfrei; Ton-
verbindungen s. Tarif Nr. 298.

Tonkabohnen (lat. Fabae Tonca, frz. Föves
de Tonka, engl. Tonka beans) sind die Samen
von Dipteryx odorata, einem 18—20 m
hohen Waldbaum, der zu den Hülsen-
früchtlern gehört, und dessen holzige
Schoten nur einen einzelnen Samen enthalten.
Die letzteren sind einer Bohne nicht unähn-
lich, ziemlich schlank und etwas gekrümmt,
4—5 cm lang, 9—12 mm breit und mit einer
dünnen, schwarzen, fettglänzenden, netzähn-
lich gerunzelten Samenhaut überzogen, wäh-
rend das aus den beiden Samenlappen be-
stehende Innere hellbraun erscheint. Der Ge-
ruch ist sehr angenehm nach Kumarin. Neben
der gewöhnlichen, als holländische bezeich-
neten Handelssorte gibt es noch eine zweite,
die sog. englische, von Dipteryx oppositi-
folia, welche aus kleineren Bohnen besteht
und auf dem Bruche weiß, im übrigen aber
nicht wesentlich von den anderen verschieden
ist. In den Preislisten bildet Angostura
die Prima-, Para die Sekundasorte. Von
guter Ware wird verlangt, daß sie schwarz,
nicht braun aussieht und reich mit Kristall-
nadeln von Kumarin bedeckt ist. Die Bohnen
dienen zur Darstellung des Kumarins, von

dem sie 1,5% enthalten. Außerdem werden
sie aber in pulverisiertem Zustande zum Par-
fümieren von Schnupftabak und Riechkissen,
in Form alkoholischer Auszüge zu Tabak-
saucen, als Taschentuchparfüm, zum Tränken
von Pfeifenrohren aus Kirschholz, die als
Weichsel gelten sollen, und zu Maitrank-
essenz verwandt. — Zollfrei.

Tonwaren (Keramische Waren). Mit
diesem Namen im allgemeinen bezeichnet
man die Gesamtheit aller aus Ton her-
gestellten Waren, wie Schamotte-, Drain- und
andere Röhren, Fayence, Porzellan, Siderolith,
Steingut, Steinzeug, Töpferwaren, Ziegel usw.
Zu den Tonwaren im besonderen rechnet man
aber: Mauersteine, Backsteine, Klinker, Ton-
röhren, Öfen, Töpfergeschirr, Tabakpfeifen,
Schmelztiegel, Retorten, Bauzierrate, Boden-
platten, Wandbekleidungsplatten, Ziergefäße,
Figuren, porzellanartige Waren usw. Die
Tonwarenindustrie umfaßt also ein außer-
ordentlich großes Gebiet. Die Waren sind
teils roh, gebrannt, teils aber auch Luxus-
waren. Für solche T., die wie z. B.: Ofen-
teile und Schmelztiegel, eine größere Halt-
barkeit erfordern, werden die Waren gebrannt
und glasiert, und die Farben gleich mit
eingebrannt. Deutschland hat in diesen Arti-
keln eine ziemlich bedeutende Ausfuhr, der
aber eine ebenfalls beträchtliche Einfuhr
gegenübersteht. — Siehe auch den Artikel
Töpfergeschirr. — Zoll: S. Tarif Nr. 713 ff.

Topas (frz. Topaze, engl. Topaz), ein
Schmuckstein von nicht gerade seltenem Vor-
kommen, der aber wegen seines Glanzes und
seiner hohen Politurfähigkeit doch beliebt ist
und viel zu Ringsteinen, Ohr- und Armschmuck
verarbeitet wird, hat seinen Namen von einer
Insel im Roten Meer, welche im Altertum
Topazos hieß. Seine Bestandteile sind
Kieselsäure, Tonerde und Fluor, die
Härte ist = 8, das spez. Gew. 3,4—3,6. Am
Ural finden sich Topaskristalle von ausge-
zeichneter Schönheit in Graniten, am Schnek-
kenstein in Sachsen in einer besonderen
Felsart, dem Topasfels, einem Gemenge von
Quarz, Turmalin und Topas, in dessen zahl-
losen größeren und kleineren Höhlungen die
Topas- und Quarzkristalle an den Wänden
sitzen, doch ist der Abbau in Sachsen ein-
gestellt. Der T. bildet vier- oder achtflächige
Säulen des rhombischen Systems, von gelber,
roter, blauer und grüner Farbe. Brasilien lie-
fert aus verschiedenen Provinzen die schönsten
gelben, ferner blaue, rote und ganz farblose
Steine. In Sibirien finden sich grüne, blaue,
violette, gelbe und weiße Steine von großer
Reinheit und schönstem Feuer. Bei ihrem
Reichtum an Farben sind die Topase natür-
lich oft anderen Edelsteinen ähnlich und
werden dann leicht für solche, namentlich
für Saphire und Rubine, ausgegeben. Die
farblosen, die sogenannten Wassertropfen,
können im geschliffenen Zustande leicht für
Diamanten passieren, sind aber an ihrer ge-
ringeren Härte, am spez. Gew. und der
Doppelbrechung zu erkennen, indem man
durch die Schleifkanten hindurch betrachtete