﻿Trane

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Trane

förmige Massen, von Griechenland und Kreta,
syrischen oder Aleppotragant aus den
syrischen Gebirgen, von Astragalus gummi-
ferus und anderen Arten, in verschiedenen
flachen, zapfenartigen, gedrehten und ande-
ren Formen und den persischen Kugel-
tragant, eine ordinäre Sorte. Unter Smyrna-
und Moreaware gibt es Stücke von milch-
weißer oder nur schwach gelblicher Farbe,
die ausgesucht den elegierten T. bilden. Die
gelblichen, bräunlichen und unreinen Stücke
liefern die Mittel- und ordinären Sorten. Sy-
rische und persische Ware ist durchweg gelb-
lich oder bräunlich bis braun. Das unter dem
Namen Traganton in den Handel kom-
mende Produkt stellt dunkelfarbige, unregel-
mäßige Klumpen dar. — Der T. ist eine horn-
artig feste und starre, mehr zähe wie spröde
Masse, die sich erst nach vorhergegangener
Erwärmung pulverisieren läßt. Er enthält
wenig eigentliches, in Wasser lösliches Gummi,
vielmehr hauptsächlich Bassorin, einen Stoff,
der in Wasser nur zu einer großen Menge
Schleim aufquillt, eingetrocknet aber wieder
die unveränderte Tragantmasse darstellt. Der
Schleim gibt ein gutes Bindemittel ab und
findet vielseitige Anwendung zu Pastillen und
Konditoreiwaren, zum Verdicken von Druck-
farben und zur Anfertigung von Tuschfarben
für Wassermalerei, zur Bereitung bildsamer
Massen für Abdrücke und zum Appretieren
von Zeugen. Teige aus Tragantschleim und
Kreide oder Bleiweiß können zu zahlreichen
Zwecken der Bildnerei gebraucht werden und
bilden nach dem Trocknen außerordentlich
harte Massen. Um aus Tragantpulver schnell
Tragantschleim herstellen zu können, durch-
feuchtet man das Pulver mit einigen Prozenten
Alkohol und schüttelt dann rasch mit der
nötigen Menge Wasser (1 : 50-—1 : 100) durch.
— Zoll: Tragant s. Tarif Nr. 97. Tragant-
stoff Nr. 174. Tragantwaren Nr. 202. 647.

Trane (lat. Oleum jecoris s. Oleum ceti s.
Oleum piscium, frz. Huile de baieine, Huile
de poisson, engl. Train-oil, Fish-oil). Unter
diesem Namen faßt man alle aus Fischen
und Walen gewonnenen flüssigen Fette
zusammen, welche je nach der Abstammung
als Fischöle, Leberöle und eigentliche
Trane unterschieden werden. Die Leberöle
sind in einem besonderen Abschnitt: Leber-
tran besprochen worden. Die T. bestehen
im allgemeinen aus flüssigen Fettsäureglyzeri-
den und haben in frischem Zustande eine neu-
trale Reaktion, helle Farbe und schwachen
Geruch. Die bei der Handelsware meist be-
obachteten unangenehmen Eigenschaften,
übler Geruch, braune Färbung und hohe
Ranzigkeit beruhen oft lediglich auf der primi-
tiven Gewinnungsweise. Die flüssigen Fett-
säuren der T. gehören meist der Ölsäurereihe
an, von welcher bis jetzt Ölsäure, Gadolein-
säure, Erukasäure und Physetölsäure mit
Sicherheit nachgewiesen sind. Die festen Fett-
säuren bestehen hauptsächlich aus Palmitin-
säure. Unter den eigentlichen T. hat der
Walfischtran (Whale-oil) die größte Be-
deutung. Zu seiner Gewinnung wurden früher

die Speckseiten der erlegten Tiere in Fässer
gepackt, nach längerer Zeit an Land ge-
schafft und hier in Fässer mit siebartig durch-
löcherten Doppelböden gebracht. Der frei-
willig ausfließende T. hatte infolge der Ver-
wendung des meist in Fäulnis übergegan-
genen Specks eine braune Farbe und ekel-
haften Geruch. Neuerdings wird der Speck
oder auch das Fleisch in Autoklaven ausge-
kocht, wobei ein helleres und nahezu geruch-
loses Produkt entsteht. Von einem einzigen
ausgewachsenen Wal werden 200—300 Ztr.
T. gewonnen. Die kleineren Südseewale ge-
ben eine geringere Ausbeute, aber eine wert-
vollere Sorte. Bei längerem Stehen scheiden
sich aus dem T. größere Mengen fester Fette
ab, welche in der Seifenfabrikation Verwen-
dung finden. Der Rest wird vielfach noch zur
Bleichung mit Chlorkalk, Kaliumbichromat,
Kaliumpermanganat oder anderen Oxydations-
mitteln behandelt. Er hat dann je nach der
Gewinnung eine hellgelbe bis dunkelbraune
Farbe, ein spez. Gew. von 0,920 und einen
wechselnden Gehalt an freien Fettsäuren. —
Der Robbentran (Seehundstran, Neu-
fundlands trän, engl. Dog-fish-oil) kommt
hauptsächlich von Neufundland, wo im Früh-
jahr alljährlich 700—800 000 Robben gefangen
werden. Er wird meist höher geschätzt als
der Waltran, dem er im übrigen nach äußerer
Beschaffenheit und chemischer Zusammen-
setzung ganz analog ist. Infolge einer künst-
lichen Bleichung hat er meist eine helle
Farbe. — Delphintran (frz. Huile de dau-
phin, engl. Dolphin-oil, Blackfish-oil) vom
schwarzen Delphin (Delphinus globiceps)
und Meerschweinchen- oder Braun-
fischtran (frz. Huile de marsouin, engl.
Porpoise-oil) von Delphinus Phocaena
werden durch Auskochen der ganzen Tiere
dargestellt und sind etwas dünnflüssiger und
heller als die übrigen T. Aus den Kinnbacken
wird ein besonderes Öl gewonnen, welches
sich durch einen hohen Gehalt an flüchtigen
Fettsäuren und höheren Alkoholen (Zetyl-
alkohol) auszeichnet und besonders zum
Schmieren von Uhren und feinen Instrumen-
ten benutzt wird. — Für die Gewinnung der
Fischöle kommen hauptsächlich der Hering
und seine Verwandten, die Sprotte, Sardine,
ferner der Menhaden und der Thunfisch in
Betracht. Die ganzen Tiere oder Abfälle
derselben werden ausgekocht und abgepreßt,
und das erhaltene Öl vielfach gebleicht. Das
spez. Gew. ist meist erheblich höher als das-
jenige der Trane, nämlich über 0,930. Das
Menhadenöl stammt von der Long-Island-
küste in Nordamerika, Heringsöl hauptsäch-
lich aus Schweden. Sardinen- und Sardellen
werden in Japan, Sprotten in Belgien ver-
arbeitet. — Der meist zu den eigentlichen T.
gerechnete Haifischtran von Carcharias
verus, glaucus und leucas ist ein Leberöl.
— Im Handel pflegt man die T. meist nach
ihrer Herkunft als Archangeler (Wal- und
Robbentran), Bergener und Tromsoer
(Leber-T.), Grönländischer, Dänischer,
Neufundländer und Südseetranzu unter-