﻿Trapa natans

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Tripel

scheiden. Schwedischer Dreikronen-
tran ist ein für technische Zwecke aus ver-
schiedenen besseren Sorten zusammenge-
mischter brauner T. Der Farbe nach spricht
man von braunem und blankem und wei-
ßem T. — Der T. findet vielfache Verwen-
dung zum Sämischgerben, zum Einfetten von
Leder, zur Herstellung von Seife, als Zusatz
zu Wichse, als Schmiermittel und als Brennöl.
Alle Transorten lassen sich, auch im Gemisch
mit anderen ölen, daran erkennen, daß sie mit
Natronlauge, sowie mit konz. Schwefelsäure
(1,530) oder sirupöser Phosphorsäure eine rot-
braune Farbe annehmen. — Zoll: S. Tarif
Nr. 131.

Trapa natans. (Wassernuß.) Die Frucht-
kerne dieser Pflanze sind sehr reich an Nähr-
stoffen und enthalten nach König in frischem
Zustande: 38,45% Wasser, 10,78% Stickstoff-
substanz, 0,69% Fett, 47,34% stickstoffreie
Extraktstoffe, 1,202 Rohfaser und 1,54%
Asche. Sie werden in südslavischen Ländern
(Rußland, Serbien) roh, oder gekocht, oder
gebraten zur menschlichen Ernährung ver-
wendet. Auch bilden sie, besonders für
Schweine, ein geschätztes Futtermittel. —Zoll:

S.	Tarif Nr. 11.

Traß (Duckstein) ist ein gelbbraunes bis
bräunliches vulkanisches Trümmergestein,
das in der Nähe ausgebrannter Vulkane vor-
kommt und oft mächtige Lager in Tälern
und um Hügel und Berge herum bildet. Wo
das Gestein nicht zu porös ist, wird es zum
Bauen, sowie zu Steinmetzarbeiten verwendet
und dann als Duckstein bezeichnet, während
die Benennung T. eigentlich nur der gepoch-
ten und gemahlenen Felsart zukommt, die
als Mörtelmasse, sowie als natürlicher Ze-
ment Verwendung findet. Das Mineral hat
denselben Ursprung und die gleichen Bestand-
teile und leistet ebenso gute Dienste, wie die
italienische Puzzolanerde (s. d.). Es braucht
daher als ein von der Natur fertig präpa-
rierter und gebrannter Zement, nur mit
frischem, fetten Kalkbrei versetzt zu werden,
um einen sehr guten Luftmörtel zu bil-
den, während unter Anwendung von mage-
rem Kalk Wassermörtel erhalten wird. Das
Gemenge muß so lange gestoßen und ge-
schlagen werden, bis es eine völlig gleich-
mäßige Masse bildet. Deutschland besitzt
reiche Lager am Rhein, besonders im Brohl-
und Nettetale bei Andernach. Der rheinische

T.	wirä weit versendet, am meisten stromab-
wärts nach Holland, wo zu Wasserbauten
beständig große Mengen davon gebraucht
werden. Die Holländer treiben aber auch
Handel damit, indem sie die Rohmasse mah-
len und als Utrechter T. weiter verkaufen.
— Zoll: S. Tarif Nr. 229.

Traubenkernöl, das durch Auspressen er-
haltene fette Öl der Weintraubenkerne,
ist schwach gelblich, beinahe geruchlos, hat
ein spez. Gew. von 0,920, erstarrt bei —11°
zu einer butterartigen Masse und wird an
der Luft leicht dickflüssig und ranzig. —
Zoll: S. Tarif Nr. 166/7.

Traubenkraut (Mexikanisches Trau-
benkraut, Jesuitentee, Kartäusertee,
lat. Herba chenopodii ambrosioidis s. Herba
botryos mexicanae, frz. Thd de mexique ou
ambroisö, engl. Ambrose) nennt man die ge-
trockneten Blätter und Blüten eines einjäh-
rigen Meldengewächses mit kleinen grü-
nen, in Knäueln stehenden Blüten, das aus
Mittelamerika von Chenopodium ambro-
sioides L. aus der Familie der Chenopo-
diaceen stammt und bei uns in Gärten und
als Handelspflanze gezogen wird. Die Pflanze
besitzt infolge ihres Gehaltes an ätherischem
Öl einen angenehm aromatischen Geruch
und aromatischen, etwas kampferartigen Ge-
schmack. T. dient hauptsächlich als krampf-
stillender Tee, sowie als Mittel gegen Motten.

-— Zollfrei.

Traumatizin (lat. Traumaticinum, Liquor
guttae perchae) nennt man eine Lösung von
Guttapercha in der 10—15 fachen Menge
Chloroform. Es hinterläßt nach dem Ver-
dunsten des Lösungsmittels ein dünnes, sehr
elastisches, nicht zusammenschrumpfendes
Häutchen und wird daher wie Kollodium
zum Verschließen von Schnittwunden, sowie
zum Überziehen von Brandstellen und Frost-
beulen benutzt. Durch einen geringen Zusatz
von Kautschuk kann die Klebkraft erhöht
werden.

Trimethylamin (lat. Trimet hy laminum),
eine starke, stickstoffhaltige, organische Base,
findet sich teils frei, teils an Säuren gebunden
in verschiedenen Pflanzen, besonders aber in
der Heringslake, welche man gewöhnlich zu
seiner Darstellung benutzt. Man destilliert die
Heringslake mit Kalkmilch, neutralisiert das
Destillat mit Salzsäure, dampft zur Trockene
und zieht den Rückstand mit 96proz. Alkohol
aus, welcher nur das salzsaure Trimethyl-
amin, hingegen nicht den beigemengten Sal-
miak löst. Der weingeistige Auszug wird
nach dem Abdestillieren des Alkohols mit
Kalilauge erhitzt, und das übergehende T. in
Wasser aufgefangen. Die farblose, stark al-
kalisch reagierende Flüssigkeit von intensivem
Heringsgeruch, wird zuweilen medizinisch
verwendet. Neuerdings wird das T. auch aus
der Zuckerrübenschlempe dargestellt, enthält
dann aber häufig noch Methylamin und Di-
methylamin beigemengt. — Zollfrei.

Tripel (lat. Terra tripolitana, frz. und engl.
Tripoli), ein gelblichgraues oder aschgraues,
bräunliches, rotbraunes oder geflecktes, locke-
res Mineral, das, gepulvert, ein bekanntes
Poliermittel abgibt, kommt in verschiedenen
Ländern und Gegenden auf Lagern mit Ton
und mit Quarzsand, sowie nesterweise in
verschiedenen Sandsteinen vor. Der T. be-
steht der Hauptmasse nach aus Kieselsäure,
welche kleine Beimengungen von Ton, Eisen-
oxyd und Wasser enthalten kann. In vielen
Fällen hat er sich als ein Haufwerk von
Kieselpanzern vorgeschichtlicher Infusorien er-
wiesen. T. findet sich in verschiedenen Varie-
täten in Deutschland, Frankreich und der
Levante und hat von der Stadt Tripoli in
Syrien seinen Namen erhalten. Bei uns findet