﻿Trional

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Trüffeln

sich das Material im sächsischen Erzgebirge,
in Böhmen und in Tirol. Französischer T.
kommt aus der Auvergne und Bretagne. Eine
feine und leichte graue Varietät liefert auch
England unter dem Namen englische
Erde. Das geschlämmte Pulver dient zum
Putzen und Polieren von Metallwaren, Spie-
geln, Edelsteinen, zuweilen auch zu Gußfor-
men für kleinere Metallgegenstände. — Zoll:

S.	Tarif Nr. 225.

Trional, des Methylderivat des Sulfonals
(Methylsulfonal), wird in analoger Weise
wie das Sulfonal (s. d.) dargestellt, indem man
vom Äthylmethylketon und Äthylmerkaptan
ausgeht. Es bildet farblose, glänzende und
geruchlose Tafeln, welche bei 76° schmelzen
und in kaltem Wasser schwer, leichter in
heißem Wasser und in Alkohol und Äther
löslich sind. T. wird zurzeit als das beste
Schlafmittel angesehen und hat vor dem ähn-
lich wirkenden Sulfonal den Vorzug, keine
unangenehmen Nebenwirkungen zu äußern.
Von anderen, dem Sulfonal chemisch ver-
wandten Verbindungen, dienen noch das Me-
thonal (Dimethylsulfondimethylmethan) und
das Tetronal (Diäthylsulfondiäthylmethan)
als Schlafmittel. — Zollfrei.

Trocken-Elemente sind besonders für den
Transport geeignete galvanische Elemente,
bei denen der flüssige Elektrolyt mit porösen
Stoffen wie Holzmehl, Filz, Schwamm, Glas-
wolle, oder mit Mineralstoffen wie Kieselgur
oder endlich mit gallertartigen Stoffen ge-
mischt ist, so daß ein Verspritzen ausge-
schlossen erscheint. Als negativer Pol dient
meist ein Zinkzylinder, in welchem sich der
Elektrolyt befindet, als positiver Pol eine
Kohlenplatte, doch können natürlich auch
andere galvanische Elemente in diese
„trockne Form“ gebracht werden. — Zoll:
S. Tarif _ Nr. 912.

Trochisci (frz. Tablettes ou Pastilles, engl.
Lozenges), die lateinische Bezeichnung für
Pastillen, Plätzchen, Tabletten (s. d.).

Tropaeolin. Diesen Namen führen ver-
schiedene Teerfarbstoffe, die zum Teil
auch noch andere Namen haben. Tropae-
olin 0 (Gelb T, Goldgelb), besteht aus
der Natronverbindung des Sulfanilsäureazo-
resorzins und bildet ein braunes, in Wasser
mit rötlichgelber Farbe lösliches Pulver, wel-
ches Wolle im sauren Bade rötlichgelb färbt.
— Tropaeolin 00 soll nach einigen mit
Säuregelb identisch sein. Tropaeolin 000
Nr. 1 (Orange I, Alphanaphtholorange),
ein rotbraunes, in Wasser mit orangeroter
Farbe lösliches Pulver, färbt Wolle im sauren
Bade orange. — Tropaeolin 000 Nr. 2
(Orange II, Betanaphtholorange, Gold-
orange), ein gelbrotes, in Wasser mit rot-
gelber Farbe lösliches Pulver, färbt wie das
vorige. Die beiden letztgenannten Farben
sind die Natronsalze des Sulfanilsäureazonaph-
thols und unterscheiden sich nur dadurch,
daß die Sorte 000 Nr. 1 aus Alphanaphthol,
die Sorte 000 Nr. 2 dagegen aus Betanaphthol
bereitet wird. Tropaeolin 0000 (Azo-
coccin G), ein rotbraunes -Pulver, färbt

Wolle im sauren Bade ziegelrot, scheint aber
nicht mehr im Handel zu sein. — Tro-
paeolin D (Orange III) ist Methylorange
(s. d.). — Tropaeolin R (Resorzingelb),
ein braunes, in Wasser mit rötlichgelber Farbe
lösliches Pulver, färbt Wolle rötlichgelb und
besteht aus dem Natronsalze des Sulfanil-
säureazoresorzins. — Tropaeolin Y, ein
braungelbes Pulver, besteht aus dem Natron-
salze des Sulfanilsäureazophenols, scheint aber
nicht mehr im Handel vorzukommen. —
Zollfrei.

Tropon. Dieses von Prof. Finkler in
Bonn hergestellte Nährpräparat bildet ein
ziemlich feines trockenes Pulver von gelb-
brauner Farbe, ohne charakteristischen Ge-
ruch und Geschmack. Es enthält 8,58%
Wasser, 89,35% Stickstoffsubstanz, 0,98%
Asche und Spuren Fett und stickstofffreie
Extraktstoffe und ist daher als fast reines,
aber unlösliches Eiweiß zu bezeichnen. Der
mikroskopischen Untersuchung zufolge be-
steht es zu etwa 1/3 aus Muskelfasern, während
% pflanzlichen Ursprungs sind. T. wird für
sich allein und im Gemisch mit Kakao oder
Suppenmehlen als Kräftigungsmittel benutzt.
Seiner Verwendung zur Hebung des Eiweiß-
verbrauchs der minderbemittelten Bevölke-
rungskreise steht der verhältnismäßig hohe
Preis entgegen. — Zoll: S. Tarif Nr. 217.

Trüffeln (frz. Truffes, engl. Truffles) bilden
eine artenreiche Gattung unterirdisch
wachsender Pilze (Tuber), von denen
mehrere als Speisepilze geschätzt werden.
Die eßbaren T. kommen in Laubwäldern vor
und finden sich alljährlich, oft zu Kreisen
angeordnet, an bestimmten Stellen, sogen.
Trüffelplätzen (Truf tiöres), besonders im
mittleren und südlichen Frankreich (Perigord
und Poitou, Departement Dordogne, Vaucluse,
Lot, Dröme). Sie lieben mageren, kalkhal-
tigen Boden, sowie mittleres, nicht zu heißes
Klima und sind an das Vorkommen gewisser
Bäume, wie Eichen und Buchen, gebunden.
Die Trüffeln gehören mit zur Jagdberech-
tigung und werden mit Hilfe besonders ab-
gerichteter Jagdhunde oder, in Frankreich,
mit Schweinen aufgesucht. Man unterscheidet
die T. nach der Farbe in schwarze und
weiße T. Die wichtigste Sorte ist die
schwarze oder Winter-T. von schwarz-
brauner Farbe, auf dem Durchschnitt wie
marmoriert erscheinend und mit rötlichen bis
violetten oder rotbraunen Adern durchzogen.
Die weichen und warzigen Knollen erreichen
Walnuß- bis Apfelgröße. Am geschätztesten
sind Stücke mit einem Gewichte bis zu 30 g.
Als Unterabteilungen unterscheidet man 1. die
Muskat-Winter-T. aus Perigord und der
Provence mit länglichrunden, warzigen Knollen,
grauschwarzem, weißlich geadertem Fleische,
rostbraunen Keimkörpern und moschusartigem
Geruch und Geschmack, 2. die rostbraune

T.	aus der Champagne, Poitou, Bourgogne
und Oberitalien mit kleineren, nußgroßen
Knollen und rostrotem, wenig geadertem
Fleisch. Die Marder-T. besitzt ein schwarzes,
wenig warziges und stark geadertes Fleisch