﻿Umbra

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Valvolinöl

rühren mit Ultramarin verwendet werden.
— Zoll: S. Tarif Nr. 323.

Umbra (lat. Terra umbracea, frz. Ombre,
engl. Umber), nur dem Klange nach ver-
deutscht in Umbraun, ist eine Erdfarbe
verschiedener Schattierungen und verschie-
denen Ursprungs. Die eigentliche oder echte

U.	ist ein toniger, durch Verwitterung mul-
miger Brauneisenstein von leber- bis
kastanienbrauner Farbe, der neben kiesel-
saurem Eisenoxyd immer auch braunes Man-
ganoxyd enthält. Die beste Sorte wird auf
der Insel Cypern gefunden und als cypri-
sche oder türkische U. verkauft. Sie sieht
gräulichbraun aus und gibt, in verschiedenen
Graden mit weiß versetzt, eine große Zahl
schöner Nuancen. Wenn sie gebrannt wird,
nimmt sie eine rotbraune Farbe an. Ähn-
liche, aber minder gute Ware wird auf den
Eisensteingruben um Saalfeld, Könitz und
Cammsdorf, sowie in verschiedenen Gegen-
den Englands und Siziliens gefunden. Die
von letzterem Fundorte gelieferte U. ist ein
kastanienbrauner Eisenocker mit muscheligem
Bruch. — Die sog. kölnische U. (Kölner
Braun, Kesselbraun) ist lediglich eine
erdige, schön dunkelkaffeebraune Braunkohle.
Sie unterscheidet sich von der echten U.
durch ein viel geringeres spez. Gew., riecht
beim Erhitzen torfartig und kann nicht ge-
glüht werden. Kölner U. kommt in den
Handel entweder lediglich gemahlen und ge-
schlämmt, oder in Stücke geformt. Sie findet
sich häufig in der Umgegend von Köln,
im Bergischen und Jülichschen, sowie in Thü-
ringen. Alle Umbrasorten müssen vor dem
Gebrauche gepulvert und durch Schlämmen
von sandigen Teilen befreit werden. Man
verwendet sie zu Anstrichen aller Art, so-
wohl als Öl- wie Wasserfarbe, zu dunkeln Fir-
nissen, besonders häufig in der Wachstuch-
fabrikation, zum Braunfärben von Holz und
als Vergoldergrund, die kölnische auch zur
Darstellung feinerer brauner Farben. Zu
diesem Zwecke wird sie in Ätzlauge gelöst,
und der Farbkörper durch eine Säure als
feiner Schlamm wieder ausgefällt (sog.
brauner Karmin). Häufig ist die im Klein-
verkehr käufliche U. nichts anderes als ge-
glühter Ocker. — Zoll: S. Tarif Nr. 329.

Uran (Uranium), ein seltenes, dem Chrom,
Molybdän und Wolfram verwandtes metal-
lisches Element vom Atomgewicht 239,5,
findet sich in der Natur hauptsächlich als
Uranoxyduloxyd in Form des Uranpech-
erzes oder der Uranblende, eines grau-
lichen oder pechschwarzen, glänzenden Mine-
rals. Dasselbe bildet fast nur in der Gegend

Valonen (Ackerdoppen, levantinische
Knoppern), die Fruchtbecher orientalischer
Eichen, enthalten 20—45°/o Gerbstoff und
werden als Gerbmaterial benutzt. — Zoll: S.
Tarif Nr. 94.

von Johanngeorgenstadt und Schneeberg in
Sachsen, sowie von Joachimstal und Przi-
bram in Böhmen größere Lager in Gängen
von Gneis und Glimmerschiefer und wurde
früher vielfach als wertloser Abraum fort-
geworfen, bis man seine hohe technische Ver-
wertbarkeit erkannte. Das Pecherz selbst
dient in gemahlenem Zustande als schwarze
Porzellanfarbe. Das künstlich dargestellte
Uranoxyd, sowie das uransaure Natrium
(Urangelb), gelbe Pulver, verleihen Glas-
flüssen eine eigentümliche gelbgrüne Farbe
(Uranglas), die durch Zusatz von Kupfer-
oxyd in Smaragdgrün umschlägt. Von den
sehr giftigen Salzen findet das Uranazetat
als Reagens bei der analytischen Bestimmung
der Phosphorsäure, und das Urannitrat in
der Photographie als „Abschwächer“ Anwen-
dung. Als Ausgangsmaterial für die Gewin-
nung des Radiums (s. d.) ist die Pechblende
neuerdings außerordentlich kostbar geworden.
— Zollfrei.

Uranin, ein seit 1871 bekannter Teerfarb-
stoff besteht aus der Natronverbindung des
Fluoreszeins. Das gelbbraune Pulver, dessen
gelbe wässerige Lösung eine sehr intensive
gelbgrüne Fluoreszenz zeigt, wird nur in be-
schränktem Grade zum Färben von Wolle,
mehr noch für Wolldruck verwandt, eignet
sich hingegen für Baumwolle nicht. — Im
Handel erhält man unter dem Namen U.
auch zuweilen das Methylfluoresze'in. —
Zollfrei.

Urethan (lat. Urethanum). — Den Namen
Urethane führt eigentlich eine ganzeGruppe
chemischer Verbindungen, die man als Kar-
baminsäureester betrachten kann, speziell aber
versteht man unter U. ein neuerdings als
Arzneimittel aufgekommenes Präparat, wel-
ches seiner chemischen Natur nach Ätliyl-
urethan ist und als Schlafmittel empfohlen
wird. Es soll jedoch den Nachteil haben,
daß man sich sehr bald daran gewöhnt, und
daß es dann nicht mehr genügend wirksam
ist. Das U. bildet farblose, säulenförmige
Kristalle ohne Geruch, von eigentümlichem,
kühlenden Geschmack. Es schmilzt zwischen
48—50°, siedet gegen 170° und sublimiert
dann unverändert. U. verbrennt, entzündet,
mit wenig leuchtender Flamme, ohne Rück-
stand zu hinterlassen, und ist sowohl in
Wasser, als auch in Alkohol, Äther und
Chloroform leicht und klar löslich. Die Lö-
sungen zeigen neutrale Reaktion. In konzen-
trierter Schwefelsäure löst sich das U. un-
verändert, beim Erhitzen tritt aber lebhafte
Zersetzung ein. Beim Erwärmen mit Kali-
lauge entwickelt sich Ammoniak. — Zollfrei.

Valvolinöl, ein in Amerika aus den
schweren flüchtigen Teilen des Petroleums
fabriziertes Schmiermittel, kommt in verschie-
denen Sorten in den Handel. Die leichteste
vom spez. Gew. 0,871, Valvolin spindle