﻿Wasserglas

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Was serstoffsup eroxyd

nach obenhin verschmälerten Teilfrüchten,
sind grünlichbraun und zeigen auf dem
Rücken fünf hellere Riefen, von denen zwei,
etwas stärkere, die blasser gefärbte Berüh-
rungsfläche begrenzen. Die Früchte besitzen
einen starken, unangenehm aromatischen Ge-
ruch und Geschmack. Man verwendet sie
gegen Husten, in der Tierheilkunde als Be-
standteil des Kropfpulvers bei Pferden, so-
wie in der Käsefabrikation. — Der W. ent-
hält ein ätherisches Öl, das Wasserfenchel-
öl (lat. Oleum phellandrii, frz. Essence de
phellandrie, engl. Oil of water fennel seeds).
Es ist gelb, hat den Geruch der Früchte und
ein spez. Gew. von 0,850—0,890 und besteht
aus einem Terpen Phellandren. — Ver-
wechslungen von Wasserfenchel mit den
Früchten des Wasserschierlings, Cicuta
virosa, sollen Vorkommen. Man erkennt die
letzteren aber leicht an ihrer Geruchlosigkeit
und an ihrer Form. Sie sind nämlich kleiner,
fast kugelrund, nur von den Seiten her etwas
zusammengedrückt, gelbbraun und mit brei-
ten, wenig erhabenen Rippen versehen. —
Zoll: W. ist zollfrei. W.-Öl 30 M.

Wasserglas (lösliches Glas, lat. Liquor
silicici, frz. Verre soluble, engl. Water glass),
eine Art Glasmasse, welche sich in siedendem
Wasser auflöst und nach dem Eintrocknen
wieder eine feste, durchsichtige Substanz bil-
det, unterscheidet sich von dem eigentlichen
Glas nur durch das Fehlen von Kalk, Blei oder
anderen Zuschlägen und besteht lediglich aus
Alkalisilikaten. Nach der Natur des vorhan-
denen Alkalis unterscheidet man Natron-W.
(Liquor natrii silicici), Kali-W. (Liquor kalii
silicici) und Doppel-W., ein Gemisch von
Natrium- und Kaliumsilikat. Zur Herstellung
des W. schmilzt man gepulverten Quarz oder
Feuerstein unter Zusatz von etwas Kohlen-
pulver mit Soda, Pottasche oder einem Ge-
misch beider und kocht die nach dem Er-
kalten pulverisierte Schmelze mit Wasser aus.
Die so erhaltene Lösung ist bei Natron-W.
meist grünlich, bei Kali-W. bräunlich ge-
färbt oder farblos. Nach einem billigeren
Verfahren ersetzt man die Soda ganz oder
teilweise durch Glaubersalz, muß dann aber
einen größeren Überschuß von Kohle an-
wenden und erhält auch eine dunklere Ware.
Schließlich kann W. auch ohne Schmelzung
durch einfaches Kochen von Kieselgur oder
Feuersteinpulver mit Natronlauge dargestellt
werden. Die Wasserglaslösungen, welche 33
und 66prozentig in den Handel kommen,
bilden mehr oder weniger zähe Flüssigkeiten.
Schon durch die Einwirkung der atmosphä-
rischen Kohlensäure werden sie unter Ab-
scheidung gallertartiger Kieselsäure zersetzt
und müssen daher in gut verschlossenen Ge-
fäßen aufbewahrt werden. — W. findet aus-
gedehnte technische Verwendung. Es dient zu
Anstrichen auf Stein und Mauerputz, welche
dadurch eine Art Verkieselung erhalten und,
wie selbst alte verwitternde Bildwerke, neu
gefestigt werden. Holz, Leinwand, Papier
und Pappe in Form von Theaterdekorationen
und Dachbedeckung werden durch Überzüge

von W. unverbrennlich. Außerdem benutzt
man W. als Kitt und Klebmittel, als Füll-
material für Seifen, zum Schlichten von Baum-
wollgarn und als Bindemittel für gewisse
alkalibeständige Anstreicher- und Zeugdruck-
farben. Festes gepulvertes W. liefert beim
Anrühren mit wenig Wasser einen festen
hydraulischen Mörtel. Das sog. Fixierungs-
W., ein mit viel Kieselsäure angereichertes
Doppel-W., wird zum Fixieren der Farben
in der Stereochromie, einer Art vorzüglich
dauerhafter Freskomalerei, benutzt. — Zoll:
S. Tarif Nr. 307.

Wassernabel, asiatischer (asiatisches
Wasserbecherkraut, lat. Herba hydro-
cotyles asiaticae, frz. und engl. Hydrocotyle).
Unter diesem Namen kommen die Blätter
von Hydrocotyle asiatica L., vermischt
mit Blüten, Früchten und Wurzelbestandteilen
derselben Pflanze, in den Handel. Die Blätter
sind langgestielt und in der Mitte vertieft.
Die Pflanze, eine Wasserpflanze aus der
Familie der Umbelliferen, ist in den
Tropen heimisch. Ihr wichtigster Bestandteil
ist Vellarin, ein stark riechender, bitter
schmeckender ölartiger Körper. Verwendung
findet das Kraut gegen Hautkrankheiten in
Form von Umschlägen. — Zollfrei.

Wasserreis (Haf er-Tuscarora, ameri.
kanischer Reis, frz. Zizania, engl. Ameri-
cain oat rice), eine dem Reis verwandte
Pflanze, Zizania palustris, wächst wild in
Südkarolina und Jamaika und wird auch bis
Kanada ähnlich wie Reis als Nahrungsmittel
angebaut. Im grünen Zustande dient sie im
Produktionsgebiete als Viehfutter. — Zoll:
S. Tarif Nr. 10. 163. 165.

Wasserstoffsuperoxyd (lat. Hydrogenium
peroxydatum, frz. Eau oxygenee, Solute offi-
cinal d’eau oxygenöe, engl. Liquor hydro-
genii peroxidi) ist neben dem Wasser die
zweite Verbindung des Wasserstoffs mit dem
Sauerstoff und enthält 91,2% Sauerstoff und
8,8% Wasserstoff. Zu seiner Darstellung ver-
setzt man mit Wasser verrührtes Baryum-
superoxyd mit soviel Phosphorsäure, daß die
Reaktion gerade neutral ist, filtriert, fällt die
Spuren gelöster Baryumsalze mit einer genau
ausreichenden Menge Schwefelsäure und fil-
triert von neuem. Durch vorsichtiges Ein-
dunsten der wäßrigen Lösung bei 60—70°
kann diese bis auf 40—50% konzentriert
und durch Destillation im Vakuum völlig
vom Wasser befreit werden. Das 99proz. W.,
eine sirupöse Flüssigkeit vom spez. Gew.
1,453—1,500, ist in Alkohol und in Äther
löslich. Praktische Verwendung findet nur
die 3 Gewichtsprozent W. enthaltende wäßrige
Lösung, welche auch als 10 Vol. proz. be-
zeichnet wird, weil sie ihr lOfaches Volum
an Sauerstoff abzugeben vermag. Sie bildet
eine farblose Flüssigkeit von herbem und
bitterem Geschmack, welche infolge eines
geringen Gehaltes an konservierend wirken-
der freier Schwefelsäure oder Phosphorsäure
schwach sauer reagiert. Ihr spez. Gew. be-
trägt 1,006—1,012. W. muß in nicht völlig
gefüllten Flaschen kühl und dunkel aufbe-