﻿Xylolith

Wurzeln	531

wendet. Es sind meist tropische Gewächse,
die hierzu die Rohstoffe liefern. — Zoll:
S. Tarif Nr. 68.

Wurzeln sind die meist unterirdischen Er-
nährungsorgane der Pflanzen, mit denen diese
am Erdboden, bei den Wasserpflanzen im
Wasser, bei den Luftwurzeln an dem Stamme
befestigt sind. Man unterscheidet im bota-
nischen Sinne echte Wurzeln, Wurzel-
stöcke, Zwiebeln, Knollen und Knoll-
zwiebeln. Die echte Wurzel (lat. Radix)
unterscheidet sich von den Stengelorganen
dadurch, daß sie ungegliedert und ohne Blatt-
knospen ist und kein Chlorophyll enthält.
Der Wurzelstock (lat. Rhizoma) ist ein
unterirdisches Stengelorgan, welches oftmals
wieder Nebenwurzeln treibt, und enthält im
Gegensatz zur echten Wurzel im Innern Mark.
Zwiebeln (lat. Bulbus) sind Stengelorgane
mit einem Zwiebelboden, an der Unterseite
Wurzeln, auf der Oberseite die Keimknospen
tragend. Die letzteren sind von den fleischig
gewordenen Schuppenblättern umschlossen,
von denen die äußeren allmählich absterben

und dann häutig werden. Die Knolle (lat.
Tuber) ist gleichfalls ein unterirdisches
Stengelorgan mit ein oder mehreren Knospen.
Die Knolle dient der jungen Pflanze als
Nahrung und stirbt nach der Entwicklung
ab. Zu dieser Zeit hat sich aber schon eine
neue Knospe gebildet, die im kommenden
Jahre die Nahrung wieder vermittelt. Knoll-
zwiebeln (lat. Bulbo-Tuber) sind Zwie-
beln mit einer fleischig verdickten Zwiebel-
scheibe, die mit einer oder wenigen Häuten
umgeben ist. — Als Beispiele für die ge-
nannten Wurzelarten sind zu nennen: echte
Wurzeln: Baldrian, Liebstöckel, Zaunrübe;
Wurzelstöcke: Kalmus, Veilchenwurzel;
Zwiebel:	Speisezwiebel, Meerzwiebel;

Knolle: Akonit; Knollzwiebel: Safran,
Herbstzeitlose. — Die Wurzeln bilden für
den Handel, sowohl für den Heil- und Ge-
werbegebrauch als auch für den Nahrungs-
mittelhandel, je nach der Herkunft, einen
wichtigen Artikel. Näheres s. d. betreffenden
Abhandlungen, auch betreffs des Zolls.

X.

Xanthiumblätter (lat. Herba xanthii spi-
nosae, frz. und engl. Xanthium) sind die
getrockneten Blätter des dornigen Spitz-
klees, Xanthium spinosum, einer zu den
Kompositen gehörigen Pflanze des süd-
lichen Frankreich. Sie wird 60—90 cm hoch,
besitzt abwechselnde, gestielte, kahle, oben
lebhaft grüne, unten graue Blätter und ent-
hält ein nach Kamillen riechendes, sehr un-
angenehm schmeckendes ätherisches Öl. Die

X.	bilden einen Artikel des Drogenhandels
und werden als Mittel gegen die Hundswut
und als harntreibend empfohlen. — Zollfrei.

Xanthogensaures Kalium (Xanthon-
saures Kali, Kaliumxanthogenat, äthyl-
sulfokohlensaures Kalium, äthylsulfo-
karbonsaures Kalium, lat. Kalium xantho-
genicum) wurde eine Zeitlang als Mittel
gegen Reblaus und Erdflöhe verwendet. Es
scheint sich aber nicht überall bewährt zu
haben, denn die Nachfrage hat nachgelassen.
Das X. entsteht, wenn man eine Lösung
von Ätzkali in Alkohol mit Schwefelkohlen-
stoff mischt. Hierbei scheiden sich reich-
liche Mengen farbloser, seideglänzender Kri-
stallnadeln aus, die man durch Waschen mit
Äther reinigt und trocknet. Das Salz hat
einen sehr unangenehmen Geruch, färbt die
Haut gelb, löst sich in Wasser und gibt mit
Kupfersalzlösungen einen starken, intensiv
gelben Niederschlag. — Zollfrei.

Xereswein (Jeres, Sherry) ist ein sehr
starker und feuriger spanischer Weißwein,
welcher aus dem Gebiete zwischen den Mün-
dungen des Guadalquivir und Guadalate in
der Umgegend von Xeres de la Frontera bei
Cadix stammt. Er wird wie die übrigen
Südweine meist stark gespritet und mit ein-
gekochten Mosten versetzt und dann einer

langen Lagerung von 4—5 Jahren unter-
worfen. Seine höchste Vollkommenheit er-
reicht der Wein erst nach 15—20 Jahren.
Man lagert ihn an Ort und Stelle aber nicht
in Kellern, sondern in großen steinernen Ge-
bäuden (Bodegas) über der Erde. X. enthält
nach König in 100 ccm durchschnittlich
16,09 g Alkohol, 4,06 g Extrakt, 0,41 g Wein-
säure, 2,40 g Zucker, 0,51 g Glyzerin und
0,46 g Asche mit 0,028 g Phosphorsäure. Die
4—5jährigen Weine heißen Rancias, So-
leras oder Dottores, die älteren Napo-
leon es. Außerdem unterscheidet man nach
Spritgehalt und Farbe: Sherry pale, ser, dorö
und brun. Zum Versand benutzt man Fässer
in Übergebinden oder Mattenemballage.
1 Both enthält 480 1. — Zoll: S. Tarif
Nr. 180/1.

Xylidinponceau (Xylidinrot), ein dem
Ponceau 2 R nahe stehender Teerfarb-
stoff, ein braunrotes Pulver, wird zum Rot-
färben von Wolle benutzt und besteht aus dem
Natronsalze der Xylidinazobetanaphtholdisulfo-
säure. — Zollfrei.

Xylol (Xylen, Dimethylbenzol, Tolyl-
hydrür), ein dem Benzol ähnlicher Kohlen-
wasserstoff von aromatischem Geruch, ist ein
Bestandteil des Holzteeres und des Stein-
kohlenteers und kann aus letzterem durch
fraktionierte Destillation abgeschieden wer-
den, indem man den zwischen 128 und 130° C
siedenden Anteil gesondert auffängt. Vor
einigen Jahren wurde das X. als Mittel gegen
die Pockenkrankheit empfohlen, scheint aber
wieder in Vergessenheit gekommen zu sein.
Technisch wird es in der Farbenindustrie
verwendet. — Zollfrei.

Xylolith (Steinholz). Dieses neuerdings
in Aufnahme gekommene Kunstholz wird