﻿Xylolith

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Ysopkraut

von der Xylolithfabrik Sening & Co. in
Potschappel durch Behandlung von Säge-
spänen mit Magnesiumchlorid unter Anwen-
dung äußerst starken Drucks hergestellt. Man
färbt je nach Wunsch oder ahmt auch bunt-
farbige Einlagen nach. Xylolith ist wegen
seines Gehaltes an Magnesiumoxychlorid ein

Ylang-Ylangöl (Orchideenöl, lat. Oleum
unonae s. anonae, frz. Essence d’YlangYlang,
engl. Oil of YlangYlang), ein feines und
teures Modeparfüm von lieblichem, eigen-
artigen Wohlgeruch nach Hyazinthen, wird
auf der Insel Manila aus den Blüten einer
baumartigen Orchideenart Caranga odo-
rata destilliert und bildet eine farblose,
etwas dickliche Flüssigkeit. Es riecht un-
verdünnt durchdringend stark und entwickelt
sein schönes Aroma erst bei starker Verdün-
nung mit Weingeist. Das Y. ist stark links-
drehend, hat ein spez. Gew. von 0,930—0,950
und enthält Linalool, Geraniol, Parakresol-
methyläther, Kadinen und etwas Pinen. —
Zoll: 30 M.

Yoghurt (Jogurt) ist ein Erzeugnis, wel-
ches hauptsächlich in den Balkanländern
durch Behandlung von Kuhmilch mit Maya,
einem aus zwei Bakterienarten bestehenden
Ferment, hergestellt wird. Man überläßt die,
unter Umständen vorher stark eingedampfte,
Milch nach dem Zusatz des Fermentes 8—12
Stunden lang in einer türkischen Kochkiste
einer bei 50° C verlaufenden Gärung. Nach
Verlauf dieser Zeit hat die Masse eine dick-
liche Konsistenz und einen angenehmen,
säuerlich-süßen Geschmack angenommen. Für
die chemische Zusammensetzung einer Probe

Y.	wurden im Dresdner Untersuchungsamte
folgende Werke ermittelt: Wasser 85,55°/o,
Stickstoffsubstanz 4,69°/o, Fett 5,34°/o, Milch-
zucker 2,80%, Milchsäure 1,76%, Asche
0,97%. Erzeugnisse aus zur Hälfte oder zu
einem Drittel eingedampfter Milch enthalten
aber 7,10 bzw. 10,65% Stickstoffsubstanz, 7,20
bzw. 10,80% Fett und 9,76 bzw. 14,64%
Zucker. 40% des vorhandenen Kaseins sind
in Wasser löslich. Nach Vorstehendem ist
das Produkt im wesentlichen als eine Art
Dickmilch anzusprechen. Es wird neuerdings
mit ziemlichem Aufwande von Reklame als
Mittel gegen alle möglichen Erkrankungen
der Verdauungsorgane, gegen Hautkrank-
heiten, Gallensteine, Zuckerharnruhr, Gicht,
Tuberkulose usw. angepriesen. Die zur Her-
stellung des Y. erforderliche Maya kann von
Theodor Timpe in Magdeburg und von Osk.
Mühlradt in Berlin bezogen werden. Der
letztere vertreibt auch Yoghurt-Tabletten,
welche Reinkulturen von Milchsäurebazillen
(Bacillus acidi lactici) enthalten und in der-
selben Weise wie Y. benutzt werden sollen. —
Zoll: S. Kefir. Y.-Tabletten s. Tarif Nr. 212.

Yohimbe-Rinde (lat. Cortex Yohimbehe),
eine neuerdings in größeren Mengen im

äußerst haltbares Material für Fußböden,
Treppenstufen, Tischplatten usw. Von be-
sonderem Vorteil ist seine Sicherheit gegen
Feuer und Schwamm. Dabei wirkt es als
Fußbodenbelag ziemlich gut isolierend gegen
Wärme und Kälte und zugleich schalldämp-
fend. — Zoll: S. Tarif Nr. 634. Anm. 1 zu Bi

Flandel erscheinende Droge, stammt von
Corynante Yohimbe, einem unserer
Eiche ähnlichen Waldbaum aus der Familie
der Rubiaceen (Cinchoneen). Der in
Kamerun und Westafrika heimische und von
den Eingeborenen Yumbehoa genannte
Baum wird 10—15 m hoch und 1 m dick und
hat 30—35 cm lange, 11—15 cm breite, leder-
artige Blätter, sowie kugelförmig gestellte,
anfangs weiße, dann gelbe und zuletzt rote
Blüten. Die Rinde bildet rötlich- bis zimt-
braune, teilweise eingerollte Stücke von 4 bis
8 mm Dicke und 75 cm Länge, welche häufig
noch mit dem Kork bedeckt sind und einen
unebenen, weich- und kurzfaserigen Bruch,
sowie Samtglanz und bitteren Geschmack
zeigen. Als wirksame Bestandteile enthält
die Droge mehrere Alkaloide, insbesondere
Yohimbenin .und Yohimbin, von denen
das letztere die größere Bedeutung hat. Der
Gesamtalkaloidgehalt wird zu 0,3—1,5% an-
gegeben. Zur Reindarstellung des Yohimbins
wird die gepulverte Rinde mit Essigsäure ex-
trahiert, das Alkaloid aus der Lösung mit
Natriumbikarbonat ausgefällt und aus Al-
kohol umkristallisiert. Y. bildet dann weiße,
seideglänzende Nadeln, welche bei 231°
schmelzen und sich leicht in Alkohol, Holz-
geist, Amylalkohol, Äther, Essigsäure und
Chloroform, hingegen schwer in Benzol und
gar nicht in Wasser lösen. In chemischer
Hinsicht ist das Alkaloid als der Methyl-
ester der Yohimboasäure anzusprechen.
Es liefert mit den allgemeinen Alkalo'idreagen-
tien Niederschläge und Farbenreaktionen. Be-
sonders charakteristisch ist die Erscheinung,
daß die farblose Lösung der Base in konz.
Schwefelsäure auf Zusatz von Kaliumdichromat
blauviolette Streifen zeigt. Die Rinde wird
in dem Ursprungslande als Mittel zur Steige-
rung der männlichen Potenz benutzt. In
Europa verwendet man zu dem gleichen
Zwecke hauptsächlich die freie Base oder ihr
salzsaures Salz in Form von Tabletten oder
Tropfen. Außerdem wirkt das Yohimbin als
lokales Anästhetikum wie das Kokain, ohne
dessen schädliche Wirkung zu zeigen, und
soll auch bei gewissen Frauenleiden gute
Dienste tun. — Zollfrei.

Ysopkraut (lat. Herba hyssopi, frz. Plante
fleurie d’hyssope, engl. Hyssope). Der Ysop,
Hyssopus officinalis, ist ein halbstrauch-
artiges, zu den Labiaten gehöriges Gewächs
mit 6—9 dm hohen viereckigen Stengeln,
sitzenden gegenständigen, lanzettlichen Blät-
tern und tiefblauen, seltener roten oder weißen