﻿Ysopkraut

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Zaponlack

Blüten in langen einseitswendigen Ähren. Es
wächst auf trockenen Hügeln im südlichen
Europa und in Österreich, kommt zuweilen
auch weiter nördlich verwildert auf Dorf-
mauern und ähnlichen Standorten vor und
wird auch in Gärten gehalten. Das gewürz-
haft, nach Kampfer riechende, scharf und

bitter schmeckende Kraut wird vor dem Auf-
blühen der Blumen getrocknet und inner-
lich als Brusttee, äußerlich zu Umschlägen
verwendet. Das ätherische Ysopöl (lat.
Oleum hyssopi) hat ein spez. Gew. von
0,930—0,940, dreht links und ist in Alkohol
löslich. — Zollfrei.

z.

Zachäusöl, ein fettes balsamisches Öl, wel-
ches in Syrien und Palästina den Fremden
häufig zum Verkauf angeboten wird und
dort äußerlich zur Behandlung von Wunden,
innerlich als Mittel gegen Brustkrankheiten
zur Verwendung kommt, wird aus den Stein-
früchten des Zachunbaumes, Balanites
ägyptiaca, dargestellt. Diese enthalten eine
einsamige, ölreiche, fünfeckige Nuß, aus
welcher das gelbe, balsamische Öl durch
Auspressen gewonnen wird. Auch aus den
olivenartigen Früchten von Elaeagnus an-
gustifolius, die im Arabischen Zakkoum
heißen, wird ein ähnlicher gelber Balsam
gepreßt. Die chemische Natur beider ist noch
nicht bekannt. — Zoll: S. Tarif Nr. 166/7.

Zahnholzkraut (Holzzahnkraut, Planf-
nesselkraut, Liebersche Kräuter, Blan-
kenheimer Tee, lat. Herba galeopsidis,
frz. Galeopside, engl. Galeopsis) ist das mit
den Blüten getrocknete Kraut der Labiate
Galeopsis grandiflora oder Galeopsis
ochroleuca. Die Pflanze hat einen ästigen,
meist roten, fein behaarten Stengel und ge-
zähnte blaßgrüne, auf beiden Seiten weich-
haarige Blätter. Die schwefelgelben, leicht
ausfallenden Blüten bilden dichte Schein-
quirle mit stacheligen Kelchen. Verwechs-
lungen mit Galeopsis Tetrahit und versicolor
erkennt man an den knotig verdickten Sten-
geln, während die echte Pflanze an den
Verästelungen des vierkantigen Stengels nicht
verdickt ist. Das Kraut wächst am häufigsten
am Mittel- und Unterrhein und bildet in
Form von Tee ein vortreffliches Mittel gegen
lang anhaltenden Husten. — Zollfrei.

Zahnpulver, Zahnseife, Zahnwässer sind
vielverbrauchte Kosmetika und dienen zum
Reinigen und Erhalten der Zähne. Als
Grundlage für Zahnpulver verwendet man
in der Hauptsache Kalzium- und Magnesium-
karbonat, sowie Holzkohle. Ein geringer Zu-
satz von Bimsstein oder Ossa Sepia Pulver
ist vielfach erwünscht, doch darf die Menge
nicht so groß sein, daß der Zahnschmelz
angegriffen wird. Zusätze von organischen
Substanzen, z. B. Veilchenpulver, wirken oft
ungünstig, da sie sich zwischen den Zäh-
nen festsetzen und schädliche Zersetzungs-
produkte bilden. Parfümiert werden Z. mit
bestem Mitcham Pfefferminzöl oder Nelken-
öl. Will man antiseptische Stoffe zusetzen,
so verwendet man Thymol, Salizyl- oder Bor-
säure. — Zahnseifen mischt man aus den

gleichen Bestandteilen zusammen, welche bei
Zahnpulver genannt sind, und setzt gepulverte
medizinische Seife, sowie als Bindemittel
Honig, Sirup oder Glyzerin hinzu. Man erhält
je nach der Menge der einzelnen Stoffe
eine weichere Zahnseife oder eine festere
Zahnpaste. — Zahnwässer sind Auszüge
von Ratanhiawurzeln, Katechu usw. unter Zu-
satz von Myrrhentinktur, Borsäure, Salizyl-
säure, Thymollösungen und aromatisiert mit
Nelkenöl, Pfefferminzöl u. a. — Zoll: S. Tarif
Nr. 356. 358.

Zahntropfen (Zahnwehtropfen, lat. Guttae
antodontalgicae) sind ätherische Öle, Nelken-
öl, Chloroform, Kreosot, Lösungen von Kar-
bolsäure, Kokain, Morphin usw., welche mit-
tels Pinsels oder Wattebäuschchens an die
schmerzende Stelle gebracht werden. —
Doberaner Zahntropfen bestehen aus
einem Gemisch gleicher Teile Tinctura opii
crocata, Pfefferminzöl und Ätherweingeist. —
Zoll: S. Tarif Nr. 388.

Zander (Sander, Sandart, Schill,
Schiel, Amaul), ein gefräßiger Süßwasser-
raubfisch (Lucioperca Sandra), der zu den
Barschen oder Stachelflossern gehört,
besitzt einen gestreckteren Körperbau als der
Flußbarsch und kann 9—12 dm lang und
über 10 kg schwer werden. Er schimmert auf
dem Rücken grünlichgrau, an den Seiten
silberweiß mit bräunlichen, wolkigen Flecken
und verwaschenen Querbinden. Der Fisch liebt
tiefe, reine Gewässer mit sandigem Grunde und
ist besonders im nordöstlichen Deutschland,
in den Flußgebieten der Oder und Weichsel,
aber auch in der Donau zu Hause. Außer-
dem findet er sich in einigen großen Land-
seen an der unteren Oder, z. B. dem Schlawer-
see, und im Stettiner Haff in größter Menge
und bildet dort einen bedeutenden Handels-
artikel. Der Z. hat ein delikates weißes und
fettes Fleisch, das besonders im frischen Zu-
stande sehr geschätzt ist, doch wird der Fisch
auch gesalzen und geräuchert versandt, ver-
liert aber dadurch sehr an Wohlgeschmack.
Die gesetzliche Schonzeit reicht vom 10. April
bis 9. Juni. Z. unter 35 cm Länge dürfen
nicht verkauft werden. — Zoll: Frischer Z.
ist zollfrei; geräuchert oder gesalzen s. Tarif
Nr. 117.

Zaponlack, dieses bekannte, zum Über-
ziehen wertvoller Dokumente benutzte Prä-
parat, besteht im allgemeinen aus Auflösungen
von Zelluloid in Amylazetat, bisweilen unter