﻿Zimtsäure

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Zink

Öl in 10 ccm Weingeist durch 1 Tropfen
Eisenchlorid annimmt, während sich reines
Öl nur braun färbt. Chinesisches Z. wird
zum Parfümieren von Seifen, als Geschmacks-
korrigens und als Zusatz bei der Bereitung
aromatischer Liköre benutzt. — 2. Ceylon-
zimtöl (echtes Z., lat. Oleum cinnamomi
ceylanici, Oleum cinnamomi acuti, frz. Es-
sence de canelle, engl. Cinnamom oil) erhält
man durch Destillation der beim Schälen
und Verpacken des Ceylonzimts abfallenden
Späne (Chips). Die Ölausbeute beträgt 0,5 bis
l°/o. Das Ceylonzimtöl stellt eine goldgelbe
Flüssigkeit dar von aromatischem Geruch
und gewürzhaftem, brennendem Geschmack,
der viel feiner ist als der des chinesischen
Z. Es löst sich in 3 Teilen 70proz. Alkohol,
hat das spez. Gew. 1,024—1,040 und enthält
65—75 °/o Zimtaldehyd. Das Hauptverfäl-
schungsmittel des Öls ist das viel billigere
Zimtblätteröl. Wenn 1 ccm Z. in 5 ccm Spi-
ritus gelöst, mit Eisenchlorid keine blaßgrüne,
sondern eine blaue Färbung gibt, so ist Zimt-
blätteröl vorhanden. Sicherer geschieht der
Nachweis des letzteren durch die Bestimmung
des Zimtaldehyd-, sowie des Eugenolgehalts.
Das Ceylonzimtöl findet besonders in der
Likörfabrikation Verwendung. — 3. Das Zimt-
blätteröl (lat. Oleum foliorum cinnamomi,
frz. Essence de feuilles de canelle, engl. Oil of
cinnamom leaves) wird aus den Blättern
des Ceylonzimtstrauches durch Destil-
lation gewonnen, ist von bräunlichgelber
Farbe, hat das spez. Gew. 1,044—1,065 und
riecht nach Zimt und Nelken. Es enthält
als Hauptbestandteil Eugenol (70—90%) und
wird in der Seifenindustrie, häufig aber auch
zum Verfälschen des Ceylonzimtöles (s. d.)
verwendet. — Zoll: 30 M.

Zimtsäure (Phenylakrylsäure, lat. Aci-
dum cinnamylicum, frz. Acide cinnamique,
engl. Cinnamic acid) findet sich teils frei,
teils in esterartiger Bindung im Perubalsam,
Storax, in Sumatrabenzoe und zahlreichen
anderen vegetabilischen Produkten. Zu ihrer
Darstellung geht man meist vom Storax aus,
indem man aus diesem nach Zusatz von Ätz-
natron den Zimtalkohol und das Styrol ab-
destilliert und das zurückbleibende zimtsaure
Natrium mit Salzsäure zerlegt. Durch Auflösen
in Ammoniumkarbonat, wiederholte Fällung
mit Salzsäure und Umkristallisieren aus Was-
ser kann sie rein erhalten werden (Acidum
cinnamylicum medicale). Auf synthe-
tischem Wege kann Z. durch Erhitzen von
Benzaldehyd mit Azetylchlorid, oder mit
Essigsäureanhydrid und wasserfreiem Na-
triumazetat, oder auch von Benzalchlorid mit
Natriumazetat dargestellt werden und führt
dann die Bezeichnung „arteficiale“. Z.
bildet je nach der Art des Lösungsmittels
farblose Nadeln oder Prismen, welche sich
schwer in kaltem, leicht in heißem Wasser,
Alkohol und fetten Ölen lösen. Der Schmelz-
punkt liegt bei 133°. Sie destilliert bei 300°
unter teilweiser Zersetzung, ist aber sublimier-
bar und mit Wasserdämpfen flüchtig. — Z.
findet in der Technik ausgedehnte Anwen-

dung zur Darstellung von Orthonitrozimtsäure,
welche in Propiolsäure und künstl. Indigo
übergeführt wird. In der Medizin dient sie
als Mittel gegen Tuberkulose. — Zollfrei.

Zinalin, ein jetzt nicht mehr im Handel
vorkommender Teerfarbstoff, wird durch
Einwirkung von salpetriger Säure auf eine
alkoholische Lösung von Rosanilin erhalten
und bildet ein orangerotes Pulver. — Zollfrei.

Zink (Spianter, lat. Zincum, frz. Zinc,
engl. Spelter, Zinc). Das Z. ist in Verbindung
mit Kupfer als Bronze und Messing bereits
seit dem Altertum bekannt, als besonderes,
selbständiges Metall aber erst im 16. Jahr-
hundert beschrieben worden. Es findet sich
in der Natur nur ausnahmsweise gediegen,
meist in Form von Erzen, welche sich in
den älteren kristallinischen Gesteinen als
Adern oder Gänge abgelagert haben. Das
beste Zinkerz ist der edle Galmei oder
Zinkspat (Zinkkarbonat). Neben ihm kommt
gewöhnlich das Kieselzinkerz (Zinksilikat)
und gewöhnlicher Galmei (Gemenge von
Zinksilikat und Karbonat) vor, das sich zwar
etwas schwieriger verhütten läßt, aber doch
mit dem ersten zusammen verarbeitet wird.
Am häufigsten ist die Zinkblende (Schwefel-
Z.). Die wichtigsten Lagerstätten sind in Ober-
schlesien mit einer Fortsetzung nach Galizien
und in der Rheingegend von Aachen bis
Lüttich, wo der edle Galmei am Altenberg
(Vieille montagne) seit alten Zeiten sogar im
Tagebau gewonnen wird. Weiter findet sich
Z. in Frankreich, Spanien, Griechenland,
Algier, Schweden, Sardinien, England und
Amerika. Zur Darstellung des Z. werden
die Erze, besonders Galmei und Blende, durch
längeres Lagern, Waschen und bei kleineren
Stücken Schlämmen von der Gangart ge-
trennt und darauf geröstet, wobei der edle
Galmei unter Abgabe von Kohlensäure und
Wasser leicht in Zinkoxyd übergeht. Das
Rösten der Zinkblende erfolgt nur schwierig,
weil die Entstehung von Zinksulfat möglichst
vermieden werden muß. Das beim Rösten
erhaltene Zinkoxyd wird dann mit Kohle
oder Koks gemengt und in Retorten von
feuerfestem Ton erhitzt, wobei das reduzierte
Metall in Dampfform überdestilliert und in
Vorlagen abtropft. Neben dem festen Zink
sammelt sich hier meist ein graues Pulver,
Zinkstaub, an, welches aus einem Gemisch
von Z. und Zinkoxyd besteht und in chemi-
schen Laboratorien als Reduktionsmittel be-
nutzt wird. Zur weiteren Reinigung wird
das Metall nochmals in eisernen Kesseln um-
geschmolzen und in Barren oder Platten
gegossen, oder zu Blechen ausgewalzt. Es
enthält dann meist 98—99% Z. neben ge-
ringen Mengen von Blei, Kadmium und Eisen.
Zur Herstellung des chemisch reinen Metalles
sind zahlreiche Methoden vorgeschlagen, von
denen nur die Reduktion von Zinkoxyd mit
Kohle oder Wasserstoff, sowie die Elektrolyse
ammoniakalischer Zinksulfatlösung erwähnt
seien. Das für den Arsennachweis in foren-
sischen Analysen erforderliche „Arsenfreie
Zink“ wird durch Schmelzen von Z. mit