﻿Zinkchlorid

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Zinksulfat

Magnesiumchlorid oder durch Behandlung
mit Schwefel dargestellt. — Das metallische
Z. besitzt eine bläulichweiße Farbe und
starken Glanz. Das spez. Gew. beträgt 7—7,1,
das Atomgewicht 65,4. Bei gewöhnlicher
Temperatur ist es ziemlich spröde und brüchig,
wird aber zwischen 100 und 150° geschmeidig,
so daß es zu Blechen gewalzt und zu Draht
gezogen werden kann. Bei stärkerem Er-
hitzen auf 200° wird es wieder so spröde,
daß es sich zu einem Pulver zerstoßen läßt,
schmilzt dann bei 412° und siedet bei 930
bis 1000°. Das Z. verändert sich weder an
trockner Luft, noch in luftfreiem Wasser,
läuft aber an feuchter Luft an und überzieht
sich mit einer dünnen Schicht von basischem
Karbonat. Von Säuren wird chemisch reines
Z. kaum angegriffen, wenig verunreinigtes
aber unter Entwicklung von Wasserstoff
leicht gelöst. — Das Z. diente ursprünglich
nur zur Herstellung des Messings (s. d.) und
wurde später für galvanische Elemente ver-
wendet. Heutzutage hat das Metall aber eine
außerordentliche Bedeutung erlangt. Zink-
blech dient zum Decken von Dächern, sowie
zur Herstellung von Dachrinnen, Badewannen,
Eimern und anderen Klempnerarbeiten. Nur
für Eß-, Trink- und Kochgeschirre ist Z.
wegen seiner Löslichkeit in Wasser und sauren
Flüssigkeiten nicht zu verwenden. Zinkplatten
benutzt man zum Metalldruck (Metallo-
graphie), zu Türschildern, Etiketten und als
Zwischenlagen (Preßspäne) beim Satinieren
von Papier. Auch bildet das Z. ein aus-
gezeichnetes Material zum Gießen, da es die
Formen der Modelle in vorzüglicher Schärfe
wiedergibt. Zum Schutz gegen Rost werden
eiserne Bleche, Drähte und Nägel durch
Eintauchen in das geschmolzene Metall mit
einem dünnen Zinküberzug versehen (fälschl.
„galvanisiert“ genannt). Von den beson-
ders wichtigen Legierungen sind Messing,
Tombak, Bronze und Neusilber in besonderen
Kapiteln behandelt. — Unter den Z. produ-
zierenden Ländern steht Deutschland mit
203 000 t im Jahre 1906 obenan. Von seiner
Produktion entfallen 136300 t (1897 : 95 500)
auf Schlesien und 66 700 t (1897 : 53 600) auf
das Rheinland. In zweiter Linie folgt Amerika
mit 202100 t im Jahre 1905 (1897:90 000),
danach Belgien mit 152 500 t im Jahre 1906
(1897:116 000), England mit 52600 (23900),
Frankreich und Spanien mit 54 000 (43500),
Österreich und Italien 10800 (8300) und Hol-
land mit 14700( 6700). Hauptabnehmer ist
demgegenüber Amerika mit einem Verbrauche
von 200 000 t (1896: 78000), ferner Deutsch-
land 179 000 (1896 : 120000), England 141000
(1896:87 000). — Zoll: Zink und Zinklegie-
rungen, sowie Waren daraus: S. Tarif Nr. 855/9.
S. auch Unterabschnitt 17 H.

Zinkchlorid (Salzsaures Zink, Chlor-
zink, Zinkbutter, lat. Zincum chloratum,
Zincum muriaticum, frz. Chlorure de zinc,
engl. Chloride of zinc), eine durch Auflösen
von Zink in Salzsäure entstehende Verbin-
dung, welche in wasserfreiem Zustande stark
hygroskopisch ist und sich bei starker Glüh-

hitze verflüchtigt und sublimiert. Z. ist giftig,
wirkt äußerlich ätzend und wird daher in
Form von Stengelchen (Zincum chloratum
fusum in bacillis) als chirurgisches Ätzmittel
benutzt. In der Technik findet es Anwendung
zur Herstellung von Pergamentpapier, Teer-
farben und Chemikalien, ferner von säure-
freiem Lötwasser, sowie als rohes Z. in Form
der wäßrigen Lösung zum Konservieren von
Holz. — Zollfrei.

Zinkazetat (Essigsaures Zink, lat. Zin-
cum aceticum, frz. Acötate de zinc, engl. Zinc
acetate) entsteht durch Auflösen von kohlen-
saurem Zink oder von Zinkoxyd mit Zusatz
von etwas Zinkmetall in Essigsäure in Form
farbloser, glänzender Blättchen von unange-
nehmem metallischem Geschmack. Die an
der Luft etwas verwitternden Kristalle lösen
sich leicht in Wasser und Alkohol und finden
als brechenerregendes Mittel, sowie äußer-
lich in Augenwässern und gegen Hautkrank-
heiten medizinische Verwendung. — Zollfrei,

Zinkoxyd (lat. Zincum oxydatum, frz.
Oxyde de zinc, Fleurs de zinc, engl. Oxyde
of zinc, White zinc), die Verbindung des
Zinks mit Sauerstoff, entsteht beim Verbren-
nen von Zinkdämpfen an der Luft und wird
größtenteils schon in den Zinkhütten auf diese
Weise hergestellt. In vielen Fällen kann es
einfach durch Rösten der Zinkerze erhalten
werden. Chemisch reines Z. wird durch Er-
hitzen von Zinkkarbonat auf 300° dargestellt.
Es bildet ein zartes weißes Pulver, welches
aus der Luft Kohlensäure anzieht und beim
Glühen gelb wird. In Wasser ist es unlöslich,
hingegen in Säuren und Alkalien löslich. Das
Z. findet unter verschiedenen Namen, wie
Zinkblumen, Flores Zinci, Lana Philo-
soph ica, medizinische Anwendung zur Pler-
stellung von Zinksalbe, sowie als Streupulver
für Wunden und Geschwüre und innerlich
als beruhigendes, krampfstillendes Mittel. Die
Technik benutzt es als eine der wichtigsten
weißen Malerfarben (Zinkweiß, Schnee-
weiß), welche zwar nicht die Deckkraft des
Bleiweißes, aber vor diesem den Vorzug der
Unempfindlichkeit gegen Schwefelwasserstoff
besitzt. Zinkweiß muß gut verschlossen in
trockenen Räumen aufbewahrt werden. An-
dernfalls wird es leicht körnig und hart, in-
dem sich durch Aufnahme von Wasser und
Kohlensäure Zinkoxydhydrat bez. kohlen-
saures Zink bildet. Mit Schwefelammonium
übergossen, darf sich Z. nicht bräunen. Der
Wert der Zinkweißsorten wird nach dem
Gehalt an Zinkoxyd bestimmt. Man unter-
scheidet: Grün-Siegel, das Beste, dann Rot-,
Blau-, Gelb-, Grau-Siegel. Diese letztere Sorte
kommt auch unter dem Namen Zinkgrau in
den Handel und besteht aus unreinem, kohlen-
stoffhaltigem Zinkweiß, wie es sich in der
ersten Kammer bei der Zinkweißfabrikation
ansammelt. —Zoll: S. Tarif Nr. 326. 335/6.

Zinksulfat (Zinkvitriol, Weißer Vi-
triol, lat. Zincum sulfuricum, frz. Sulfate de
Zinc, engl. Zinci sulfas), das schwefelsaure
Zink, wird von den Zinkhütten in großen
Mengen hergestellt, indem man Zinkblende