﻿Zirkon

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Zitronen

trocknet finden die Z. Verwendung als Vogel-
futter für Papageien. — Zoll: S. Tarif Nr. 55.

Zirkon (Hyazinth), ein Mineral, das
aus kieselsaurer Zirkonerde und einer
kleinen Menge Eisenoxyd besteht, findet
sich an ziemlich zahlreichen Fundorten in Böh-
men, Norwegen, Frankreich und im Rheinland
(im Basalt), aber immer nur in kleiner Menge,
und nur an wenigen Lokalitäten in solcher Be-
schaffenheit, daß es als Edelstein gelten kann.
Die Hauptfarbe des Z. ist tiefrot oder gelbrot,
doch gibt es auch wasserhelle, welche durch
ihre lichtbrechende Kraft den Diamanten nahe
kommen. Die gelbroten Z. mit 7V2 Härte-
graden heißen speziell Hyazinthe. Andere
Farben, wie olivengrün, grau, braun und
braungelb, sind gewöhnlich nicht besonders
lebhaft. Ceylon und Madras liefern die schön-
sten roten und farblosen Steine, schöne gelb-
rote finden sich im Ilmengebirge (Ural) in
Rußland und in Australien. Die Z., welche in
schönen großen Exemplaren von roten und
farblosen Steinen immer einen ansehnlichen
Wert haben, werden zu Ringsteinen, Ein-
fassungen und Garnierungen benutzt. — Die
weiße Zirkonerde (das Oxyd des Metalles
Zirkonium), ein Stoff von absoluter Un-
schmelzbarkeit und Unveränderlichkeit in der
Hitze, ist, mit Ton zu kleinen Zylindern ge-
formt und gebrannt, statt des Kalkes als
Leuchtkörper bei der Knallgasbeleuchtung
benutzt worden. — Das Metall dient zur Her-
stellung von Glühfäden in elektrischen Lam-
pen. — Zoll: S. Edelsteine.

Zitral, der riechende Bestandteil des Zi-
tronenöls (s. d.) und Orangenschalenöls, hat
neuerdings technische Bedeutung erlangt als
Ausgangsmaterial für die Fabrikation des
Jonons (s. d.).

Zitronat (Cedrat, Citronat, Sukkade,
lat. Confectio citri, frz. Citronat, engl. Can-
dier lemon peel) heißt die in längliche Stücke
geteilte, sehr dicke und schwammige, in
Zuckersirup eingekochte und zu feinen Bäcke-
reien gebrauchte Schale einer großen Zi-
trone, der Frucht von Citrus medica
macrocarpa Risso. Die abgenommene und
zerschnittene Schale wird in der Regel erst
einige Zeit in Salzwasser gelegt, dann ge-
brüht, mit dem Zucker gekocht und in Fässer
eingelegt. Die in Deutschland meist gebräuch-
liche Sorte ist nach dem Aufkochen mit
Zucker an der Luft getrocknet, aber nicht ein-
gelegt und bildet dann ein trockenes Z. —
Zoll: S. Tarif Nr. 202.

Zitronellaöl (Citronellöl, ostindisches
Melissenöl, lat. Oleum citronellae, s. me-
lissae ostindicum s. andropogonis Nardi, frz.
Essence de citronelle, engl. Citronella oil), ein
stark melissenartig riechendes, aus Ceylon
und Ostindien kommendes ätherisches Öl,
wird durch wässerige Destillation aus dem
Zitronengras oder Kamelheu (Andro-
pogon Nardus s. citriodurus), und zwar
sowohl aus der wild wachsenden, als der für
diesen Zweck kultivierten Pflanze dargestellt.
Es hat ein spez. Gew. von 0,895—0,910 und
enthält Kampfer, Zitronellal und Geraniol.

Das Öl dient besonders zum Parfümieren von
Seifen und wird hauptsächlich in den Ver-
einigten Staaten verbraucht. Man versendet
es von Indien in Porterbierflaschen, je 36
in eine Kiste zwischen Reisspelzen verpackt.
— Zoll: 30 M.

Zitronen (Citronen, lat. Fructus citri, frz.
Citrons, engl. Lemons). Dieses bekannte Pro-
dukt wärmerer Klimate heißt bei den Ita-
liern eigentlich Limone, woraus sich die
Bezeichnung Limonade für eine Mischung
von Fruchtsaft mit Zucker und Wasser ab-
leitet, während eine nicht in den Handel
kommende süße Abart den Namen Limette
führt. Der Zitronenbaum gehört mit seinem
Verwandten, dem Orangenbaum (Citrus
Aurantiorum), zu der Gattung der Ruta-
ceen (Aurantioideen) und soll aus Indien,
nach anderen aus Medien stammen, daher
die von Linnd gewählte Bezeichnung Citrus
medica. Er wird aber jetzt im ganzen Süden,
in Portugal, Spanien, Italien, den griechi-
schen Inseln, Nordafrika und Südfrankreich,
hier allerdings nur an wenigen Punkten kulti-
viert und hat infolgedessen zahlreiche Spiel-
arten gebildet. Auch auf den Westindischen
Inseln ist die Zitronenzucht eingebürgert,
wenngleich von hier keine Früchte, sondern
nur Zitronensaft ausgeführt wird. Der Zitronen-
baum ist ein höchstens 5 m hochwerdendes
Holzgewächs mit rötlichen Sprossen, abwech-
selnden lederartig-kahlen, immergrünen und
schwach kerbig-gesägten Blättern und röt-
lichen Blüten. Die dünnschaligen Früchte be-
sitzen eine kugelige, eiförmige oder längliche
Gestalt mit meist zitzenförmigen Endungen.
Sie sind anfangs grün, in der Reife hellgelb
(zitronengelb) gefärbt und enthalten in 10
bis 12 Fächern je 2—3 Samen und einen
stark sauren Saft. Nach Mitteilung von
W. Leske in Cossebaude und Messina erfolgt
der Anbau der Z. in getrennt liegenden, gut
umzäunten Gärten, die von 20 bis zu 15000
Bäume enthalten. Die Gärten liegen in Ge-
birgstälern und ziehen sich an den Bergen
bis zu einigen Hundert Metern Meereshöhe
hinauf. Meist sind künstliche Bewässerungs-
anlagen vorhanden, durch welche ermöglicht
wird, daß die Bäume das ganze Jahr hin-
durch gleichzeitig Knospen, Blüten, grüne
und reife gelbe Früchte tragen. Der Boden
muß sorgfältig bearbeitet, gelockert und ge-
düngt werden. Der Zitronenbaum hat em
großes Wärmebedürfnis und gedeiht beson-
ders gut auf heißem, vulkanischem Boden.
Neben Kalabrien und Neapel kommt für die
Massenproduktion hauptsächlich Sizilien, und
hier in erster Linie die Provinz Messina in
Betracht. Jeder Baum liefert 4 Ernten, und
zwar eine im Winter, drei im Sommer. Der
Winterschnitt, der^ im November erfolgt,
mit Nachernten bis in den April und Mai
liefert die gehaltreichsten und haltbarsten
Früchte (Edel-Z.). Die Sommerfrüchte zer-
fallen in die weißlich-gelbe Bianchelli-Z.
(Hauptschnitt April-Mai, Nachernten bis Juni-
Juli); die mehr grünliche Verdelli-Z. (Haupt-
schnitt Juli-August, Nachernten bis September-

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